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DAI Heidelberg: Falschinformation - Durch Empathie zur Meinungsänderung

Während eines Streits mit dem Partner plötzlich zu hören »Entschuldigung, dieses Argument hatte ich nicht bedacht, natürlich hast du Recht«, ist höchst unwahrscheinlich. Die Gründe dafür erforschen Neurowissenschaftler: Ein Areal im Gehirn kann Argumente in solchen Situationen nicht mehr verarbeiten, lässt keine neue Information zu. Dies spielt auch bei Falschnachrichten eine Rolle.
Ian McCulloh (Johns Hopkins University) – Vortrag Desinformationskonferenz

Veröffentlicht am: 11.11.2018

Laufzeit: 0:35:06

Sprache: englisch

Die Menschen glauben gern das, was sie glauben wollen. »Niemand will Ihre Fakten hören«, sagt Ian McCulloh in seinem Videovortrag im Zuge der Desinformationskonferenz. Er erklärt neurowissenschaftliche Hintergründe, zeigt praktische Beispiele, wie Überzeugung und Meinungsänderung funktionieren können. Auch der soziale Stellenwert spielt dabei eine Rolle: Leute, die weniger sozial vernetzt oder gar isoliert sind, geraten eher in Bedrängnis, sozialem Druck nachzugeben. Wenig soziale Akzeptanz kann sogar zu Depressionen führen. Soziale Netzwerke haben also einen hohen Einfluss in der Meinungsbildung, genau wie dort aktiv tätige Bots. Um gelesen oder gesehen zu werden oder gar eine Meinung zu beeinflussen, ist mehr nötig als eine simple Nachricht oder ein Post. Auch bei Falschnachrichten spielen soziale Netzwerke eine Rolle und kann die Neurowissenschaft hilfreich sein. Drei Methoden nennt der Computerwissenschaftler, um jemanden zu überzeugen: Zustimmung, Ablenkung oder Schilderungen, die Empathie erzeugen und so Botschaften eher zulassen.

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