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Feinstaubbelastung: Warum das Auto der falsche Feind ist

In vielen deutschen Städten können Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängt werden, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Dabei zeigt ein Blick in die Statistik der Feinstaub-Sünder: Der Anteil des Verkehrs an der gesamten Feinstaubbelastung ist geringer, als Medien und Umweltorganisationen vermuten lassen. Der wahre Feind ist näher, als wir glauben.
Warum das Auto der falsche Feind ist

Veröffentlicht am: 30.01.2019

Laufzeit: 0:05:32

Sprache: deutsch

Bei Addendum finden Sie die Ergebnisse von intensiven Recherche-Projekten.

Die Wogen gehen hoch, wenn es um das Thema Feinstaubbelastung geht. Medien und Umweltorganisationen sind sich einig: Der gefühlte Hauptverursacher ist das Auto. Doch wenn man sich die Statistiken genauer ansieht, dann zeigt sich ein anderes Bild. Der Verkehr ist lediglich für 15,5 Prozent des gesamten Feinstaubs verantwortlich. Wieso wird das Auto dann immer noch als Feindbild wahrgenommen? Müssen wir andere, womöglich wirksamere Maßnahmen setzen, um das Problem in den Begriff zu bekommen?

Spätestens seitdem mehr als 100 Lungenfachärzte und Wissenschaftler aus Deutschland die aktuellen Feinstaubgrenzwerte in Frage gestellt haben, ist die Diskussion wieder entbrannt. Wir haben den Grazer Pneumologen Horst Olschewski getroffen. Er sagt: »Die Feinstaubgrenzwerte sind politisch motiviert, da gibt es überhaupt keinen Zweifel daran.«

»Die Hysterie ist Blödsinn«

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich auch der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann mit dem Thema. »Die Hysterie ist, was den Verkehr betrifft, vollkommener Blödsinn.« Er ist überzeugt davon, dass jeder Kachelofen wesentlich mehr Feinstaub in die Luft ausstößt.

Auch Horst Olschewski ist der Meinung, dass die Diskussion in eine falsche Richtung läuft: »Wenn ich gefragt werde, wovor ich mehr Angst habe, nämlich vor dem Feinstaub auf der Straße oder vor jemandem, der mit einer Zigarette an mir vorbeiläuft, dann habe ich vor dem mit der Zigarette mehr Angst.«

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