Direkt zum Inhalt

Klimawandel in Grönland: Gletscher schmelzen auf zweierlei Art

Tauende Gletscher im Inneren Grönlands könnten den Meeresspiegel stärker steigen lassen als abbrechende Eisberge am Rand der Insel
Gauging Greenland's Melt

Veröffentlicht am: 12.07.2016

Laufzeit: 0:05:26

Sprache: englisch

Des US-Videoblogger Peter Sinclair berichtet auf seinem Blog ClimateCrocks.com und auf YouTube-Kanälen wie greenman3610 über gezielte Fehlinformation zu Fragen der Klimaforschung. Seine Videoserie This is not cool erscheint auf den Yale Climate Connections, einem Medienangebot der Yale University für die breite Öffentlichkeit.

Die Region Kangerlussuaq im Südwesten Grönlands liegt am Fuß eines riesigen Gletschers. Hier hat Videoblogger Peter Sinclair für eine sehenswerte Reportageserie zahlreiche Klimawissenschaftler interviewt und bei der Arbeit gefilmt. Den jüngsten Anlass für ihren Aufenthalt vor Ort bot das Frühjahr 2016, als extrem hohe Temperaturen zu Rekordeisverlusten auf Grönland führten. Zudem verdunkelten Ruß, Staub und Algen das Eis, das in der Folge mehr Sonnenlicht absorbiert und so die Schmelze beschleunigt.

Die Wissenschaftler kamen dann im Juli ins Land: Teams vom Kryosphärenprogramm der NASA sowie vom BLACK-and-BLOOM-Projekt der University of Bristol und ihrer Partner untersuchten den Weg des geschmolzenen Wassers von der Quelle zur Mündung ins Meer. Zwei Arten der Eisschmelze, so der Hydrologe Matt Cooper von der University of California in Los Angeles, lassen sich unterscheiden. Eisberge, die von Gletscherzungen abbrechen und ins Wasser stürzen, schmelzen schneller als im Eisverbund. Darüber hinaus taut aber auch die Gletscheroberfläche im Inland, was sogar den größeren Teil zum Anstieg des Meerespiegels beitragen könnte. Sobald die Forscher zu diesem letzteren Effekt exakte Daten liefern, können ihn Klimaforscher in ihren Modellen und Voraussagen korrekt berücksichtigen.

Peter Sinclair kombiniert in seinem Video unaufdringliche Ausschnitte aus dem Forschungsalltag, die ohne viele Worte ihre überzeugende Wirkung entfalten, mit wundersamen und erschreckenden Bildern. Finanziert wird seine Recherche übrigens von Dark Snow, dem weltweit ersten Crowdfunding-Projekt für Forschung in der Arktis (das seine Arbeit hier in einem weiteren Kurzfilm vorstellt).

Wer mehr sehen will: Die Links im Anschluss an diesen Text führen zu ebenso sehenswerten Videos seiner Serie.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos