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Gesundheit: Krebs: Eine Biografie (2/2)

Teil 2/2: Niemand ist immun gegen Krebs. Heute sind mehr als 300 Arten von Krebserkrankungen bekannt. Der Medizin ist es inzwischen gelungen, immer mehr Erscheinungsformen dauerhaft erfolgreich zu behandeln.

Krebs ist eine weltweite Geißel. Fast jeder Zweite erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs, und jeder kennt jemanden, der daran leidet. Mehr als 300 verschiedene Arten sind heute bekannt. Immer beginnt es mit dem unkontrollierten Wachstum einer einzelnen Zelle. Im Blut, in der Brust, in der Lunge – jeder Teil des Körpers kann betroffen sein. Und niemand ist immun gegen Krebs. Lange nahmen Forscher an, dass es die eine Ursache für Krebs geben würde – und damit auch das eine Heilmittel. Schon 1775 wurde der Zusammenhang von Umwelteinflüssen und Krebs deutlich. Der englische Arzt Percivall Pott untersuchte eine große Anzahl von jungen Männern mit Hodenkrebs. Bei den meisten fand er Rußpartikel unter der Haut und vermutete, dass Krebs durch chemische Substanzen ausgelöst wird. 1964 gelang es den englischen Virologen Michael Epstein und Yvonne M. Barr, ein Virus zu beschreiben, das zur Entstehung von Krebs beim Menschen beitragen kann. Die Suche nach krebserregenden Viren wurde daraufhin ein Schwerpunkt der Forschungsgemeinschaft. Wichtig für die Entwicklung von Therapien, die auch heilen, war die Entdeckung des Onkogens. Die Nachricht im Jahr 2003, dass das Humangenomprojekt erfolgreich abgeschlossen wurde, war ein Wendepunkt für die Krebsforschung. Bei dem Versuch, einen Atlas mit sämtlichen Krebsarten zu erstellen, wurde jedoch deutlich, dass Krebs genetisch viel komplexer ist als erwartet. Erneut wurde die Hoffnung, dass gezielte Krebstherapien schnell einen Sieg gegen die Krankheit bringen, zerstreut. Dennoch führte in der Vergangenheit jeder Misserfolg ein Stück weiter in dem Verständnis der Erkrankung. Dem Engagement von unzähligen Wissenschaftlern, Ärzten und Patienten ist es zu verdanken, dass es heute ein breites Behandlungsspektrum von Krebs gibt und immer mehr Menschen dauerhaft geheilt werden können.

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