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Herpetologie: Nein zur Mine!

Den Fund einer neuen Schlangenart nutzte ein Zoologe, um gegen die Abholzung in Mittelamerika zu kämpfen
Neue Schlangenart gegen die Abholzung in Panama (Science Slam Hamburg)

Veröffentlicht am: 05.02.2016

Laufzeit: 0:10:56

Sprache: deutsch

Bei Science Slam stellen Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte ihrem Publikum möglichst unterhaltsam und verständlich in zehn Minuten vor.

Es ist Nacht in der Serrania de Tabasara, einem Gebirge in Westpanama. Sebastian Lotzkat stapft einen Bachlauf entlang. Seine Gummistiefel versinken bis auf Wadenhöhe im Schlamm. Der Biologe vom Senckenberg-Institut in Frankfurt leuchtet mit einer Taschenlampe die Umgebung ab. Was wird ihm heute ins Netz gehen? Lotzkat, der bei diesem Science Slam Einblicke in seine Feldarbeit gibt, ist bei seinen Expeditionen in Panama auf der Suche nach Echsen und Schlangen. Warum diese Tiere seine absoluten Favoriten im mittelamerikanischen Regenwald sind, vermittelt er mitreißend in seinem Beitrag.

Angereichert mit vielen Bildern redet er begeistert von seinen Entdeckungen. Besonders die Schlange Sibon noalamina liegt ihm am Herzen – denn er hat sie selbst entdeckt und benannt. Es ist ein eigenartiges Tier, das nur wenig furchteinflößend wirkt. Mit ihren großen Augen an den Seiten des kleinen Köpfchens entspricht die harmlose Natter fast schon dem Kindchenschema.

Zwischen 2008 und 2010 fand Lotzkat zusammen mit seinem Kollegen Andreas Hertz drei Exemplare dieser neuen Art. 2012 wählte er ihren Namen in Anlehnung an den spanischen Satz "No a la mina", übersetzt: "Nein zur Mine". Damit will der Forscher ein Zeichen setzen: Im Serrania de Tabasara-Gebirge, in dem die Schlangen entdeckt wurden, gibt es viele Bodenschätze. Der Satz "No a la mina" ist der Ruf der Mitglieder der einheimischen Ngöbe-Gemeinde, mit dem die Menschen gegen den Bergbau durch große Konzerne und die damit verbundene Abholzung des Regenwaldes protestieren. Die Sibon noalamina wurde nur in diesem Gebirge gefunden. Lotzkat hofft, dass ihre Entdeckung das Bewusstsein der Menschen für dieses besondere Ökosystem in Panama stärkt. Mit dem Namen, den er der Schlangenart gegeben hat, will er den Kampf der Menschen um ihr Land unterstützen.

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