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Experimentelle Kernphysik: Humboldt-Professor Alexandre Obertelli: Exotische Kerne und die Entstehung der Elemente

Atomkerne mit übergroßer Protonen- oder Neutronenanzahl können Aufschluss darüber geben, wie einst chemische Elemente entstanden sind und welche Prozesse dabei eine Rolle spielten. Alexandre Obertelli nimmt sie bei experimentellen Untersuchungen in den Fokus seiner Forschung.
Alexander von Humboldt-Professur 2019: Alexandre Obertelli

Veröffentlicht am: 15.04.2019

Laufzeit: 0:05:53

Sprache: deutsch

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Die diesjährigen Humboldt-Professuren wurden am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen.

Wie sind die chemischen Elemente, die Bausteine unserer Welt, einst entstanden? Welche Prozesse stecken dahinter? Im Zusammenhang mit diesen grundlegenden Fragen der Kern- und Atomphysik untersucht Alexandre Obertelli sogenannte exotische Kerne, Atomkerne mit im Verhältnis übergroßer Protonen- oder Neutronenanzahl. Sie sind in der Kernphysik bislang weitgehend unerforscht. Ein tieferes Verständnis ihrer Eigenschaften könnte unter anderem Aufschluss über die Elemententwicklung im Universum geben, da neutronenreiche Atomkerne eine zentrale Rolle bei der Entstehung von schweren Elementen haben.
Obertelli leitete in diesem Zusammenhang experimentelle Untersuchungen zu Reaktionen und Strukturen von exotischen Kernen, die heute als Benchmark in der Kernphysik gelten. Daneben hat er etwa neue spektroskopische Messverfahren zur Charakterisierung extrem neutronenreicher Isotope entwickelt und implementiert. Als Humboldt-Professor an der Technischen Universität Darmstadt soll er den Bereich der Physik der Seltenen Isotope zu einem weltweiten Spitzenforschungsstandort ausbauen. Zudem soll Obertelli an der Entwicklung der FAIR-Teilchenbeschleunigeranlage des GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt mitarbeiten, die derzeit in Bau ist und 2025 in den Vollbetrieb gehen soll.

Prof. Dr. Alexandre Obertelli

in Frankreich geboren, war zuletzt am Institut de recherche sur les lois fondamentales de l’Univers (IRFU) des Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) in Saclay, Frankreich, tätig, seit 2006 als Senior Researcher. Zwischenzeitlich forschte er am National Superconducting Cyclotron Laboratory (NSCL) der Michigan State University, USA, und am Forschungsinstitut RIKEN in Japan. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit einem ERC Starting Grant sowie einem ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats ausgezeichnet. Er ist Mitglied in Programmbeiräten von verschiedenen Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel dem CERN in der Schweiz.

Alexander von Humboldt-Professuren

Die Alexander von Humboldt-Professuren sind Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger werden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro.

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