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Biochemie / Immunologie: Humboldt-Professor Henning Walczak: Neue Therapieansätze bei Krebs- und Autoimmunerkrankungen

Ist das Verhältnis von Zelltod und Zellerneuerung gestört, drohen schwerwiegende Erkrankungen. Henning Walczak entwickelt Methoden zur Steuerung dieser Mechanismen und vereint vorklinische und klinische Forschung mit dem Ziel, Grundlagen für neue Therapien zu schaffen.
Alexander von Humboldt-Professur 2019: Henning Walczak

Veröffentlicht am: 15.04.2019

Laufzeit: 0:05:24

Sprache: deutsch

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Die diesjährigen Humboldt-Professuren wurden am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen.

Milliarden Zellen töten sich bei einem Erwachsenen täglich selbst ab. Der programmierte Zelltod ist ein Selbstschutzmechanismus: Zum Beispiel setzt er ein, wenn Zellen irreparabel beschädigt sind. Im Normalfall produziert der Körper neue Zellen nach, so dass Zelltod und -vermehrung im Gleichgewicht sind. Störungen dieser Mechanismen gelten als entscheidende Faktoren bei der Entstehung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Hier setzt die Forschung des Biochemikers und Krebsforschers Henning Walczak an, der unter anderem die Rolle verschiedener Proteine als Rezeptoren bei der Steuerung des Zelltodes nachweisen konnte. Solche Erkenntnisse gelten als Grundlage neuer Therapieansätze: Gelingt es, das Suizidprogramm, die sogenannte Apoptose, gezielt zu aktivieren, töten sich Krebszellen beispielsweise selbst ab, ohne dabei umliegende Zellen zu schädigen. Zugleich sind die genauen molekularen Hintergründe dieser Effekte noch Gegenstand der Forschung – in manchen Fällen können sie auch umgekehrt wirken und zur Ausbreitung der Krebserkrankung führen. Als Humboldt-Professor an der Universität zu Köln, so soll Henning Walczak nach dem „from bench to bedside“-Ansatz (vom Labor zum Krankenbett) insbesondere die vorklinische und die klinische Forschung stärker zusammenführen. Mit seinem Wechsel nach Köln wird zudem die interdisziplinäre Metabolismusforschung dort ausgebaut.

Prof. Dr. Henning Walczak

wurde in Deutschland geboren. Er ist Professor für Krebsbiologie am University College London (UCL), Vereinigtes Königreich, und Scientific Director des Cancer Research UK-UCL Centre. Zuvor forschte er am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, und war bei dem Biotech-Unternehmen Immunex Corporation in Seattle, USA, tätig. Er gründete gemeinsam mit dem Heidelberger Immungenetiker Peter Krammer die Biotech-Firma Apogenix, die er bis heute berät. 2007 wechselte Walczak zunächst an das Imperial College nach London, anschließend an das UCL. Er erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen, darunter ein ERC Advanced Grant und der Wellcome Trust Senior Investigator Award.

Alexander von Humboldt-Professuren

Die Alexander von Humboldt-Professuren sind Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger werden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro.

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