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Informatik / Computer Science

Humboldt-Professor van der Aalst: Smarte Datenverarbeitung für komplexe Prozesse

Komplexe Prozesse sind fehleranfällig: Ungeplante Ereignisse, menschliche Eingriffe, Verzögerungen und Defekte können sie gravierend stören. Mittels ausgeklügelter Kombinationen von Process Mining und Data Science wollen Forscher sie in den Griff bekommen.
Alexander von Humboldt-Professur 2018: Wil van der Aalst

Veröffentlicht am: 25.04.2018

Laufzeit: 0:05:29

Sprache: deutsch

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Die diesjährigen Humboldt-Professuren wurden am 8. Mai 2018 in Berlin verliehen.

Wil van der Aalst zählt zu den führenden Köpfe der Computer Sciences. Seine Forschungen zeichnet aus, dass er konkrete Geschäftsprozesse, Arbeitsabläufe oder Organisationsstrukturen untersucht und sich nicht auf Fragen rund um die reine Datenverarbeitung mittels Software oder Algorithmen beschränkt. Einen internationalen Ruf hat sich van der Aalst insbesondere als Begründer des noch recht jungen Gebiets Process Mining erarbeitet: Dabei wird der Ablauf von Aktivitäten und die Abfolge von Ereignissen, die einen Arbeitsprozess ausmachen, chronologisch anhand von Logdaten rekonstruiert und analysiert. Zugleich wird die Ebene der menschlichen Akteure mitberücksichtigt, die die einzelnen Schritte der Prozesse ausführen. So können auch komplexere Vorgänge, an denen mehrere menschliche Akteure beteiligt sind, untersucht werden: die Gepäckabfertigung an Flughäfen etwa, die Kreditvergabe bei Banken oder die Schadensbearbeitung von Versicherungen. Hier kann mithilfe von Process Mining beispielsweise analysiert werden, ob die tatsächlichen Abläufe mit den vorgesehenen Prozessabläufen übereinstimmen oder welche Schritte eines Prozesses besonders zeit- oder kostenintensiv sind. Das von van der Aalst mitentwickelte Open Source-Tool ProM gilt dabei weltweit als Standardwerkzeug. An der RWTH Aachen soll Wil van der Aalst als Alexander von Humboldt-Professor das Querschnittsgebiet der Prozess- und Arbeitsablaufanalysen verstärken und die Kooperation mit den Bereichen Ingenieurwissenschaft, Wirtschaft, Ökonomie und Medizin sowie mit der Industrie intensivieren.

Alexander von Humboldt-Professuren

Die Alexander von Humboldt-Professuren sind Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger werden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro.

Prof. Dr. Wil van der Aalst

wurde 1966 in den Niederlanden geboren und ist dort Professor an der Technischen Universität Eindhoven, wo er das Forschungszentrum Data Science Center Eindhoven leitet. Wil van der Aalst studierte bereits in Eindhoven und wurde dort 1992 zunächst Assistant Professor. Gastprofessuren führten ihn unter anderem in die USA, nach China, Australien, Italien und Russland. Wil van der Aalst gehört zahlreichen Fachgesellschaften wie der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences, der Royal Holland Society of Sciences and Humanities oder der Academia Europae an. Er ist zudem Mitglied im redaktionellen Beirat von Fachzeitschriften wie Computing oder Business & Information Systems Engineering.