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Konflikt- und Entwicklungsforschung: Humboldt-Professorin Anke Hoeffler: Die ökonomischen Folgen von Gewalt und Krieg

Wie hoch sind die wirtschaftlichen Schäden, die von häuslicher Gewalt verursacht werden? Welche Motive liegen Bürgerkriegen zugrunde? Anke Hoeffler forscht an der Schnittstelle zwischen Ökonomie und Politik, insbesondere über Gewalt, Konflikte und Kriege und deren wirtschaftlichen Konsequenzen.
Alexander von Humboldt-Professur 2019: Anke Hoeffler

Veröffentlicht am: 15.04.2019

Laufzeit: 0:06:00

Sprache: deutsch

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Die diesjährigen Humboldt-Professuren wurden am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen.

Anke Hoeffler ist eine der meistzitierten Gesellschaftswissenschaftlerinnen weltweit. Die Ökonomin und Politikwissenschaftlerin forscht zu Gewalt, Konflikten und Bürgerkriegen und deren ökonomischen Konsequenzen. Viel Beachtung fand etwa eine Studie zu den wirtschaftlichen Folgen von Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen, an der Hoeffler beteiligt war. Häusliche Gewalt verursacht demnach weltweit die höchsten Kosten – sie sind 50 Mal höher als die finanziellen Verluste durch Bürgerkriege. Mit der häuslichen Gewalt ist somit für Gesellschaften eine Gewaltform die teuerste, die bislang vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhält. Prägend für die akademische und öffentliche Diskussion ist auch der so genannte Greed and Grievance-Ansatz, den Anke Hoeffler gemeinsam mit dem britischen Migrationsforscher Paul Collier entwickelte: Sie untersuchten dabei, ob Bürgerkriege hauptsächlich aus einem Leidensdruck wie zum Beispiel politischer Unterdrückung oder religiös-ideologischen Motiven heraus entstehen oder inwiefern ökonomische Aspekte wie gute Finanzierungsmöglichkeiten eine Rebellion begünstigen. Als Humboldt-Professorin soll Anke Hoeffler die Konflikt- und Entwicklungsforschung an der Universität Konstanz stärken, wo um sie herum ein Zentrum für „Conflict Research and Development Policy“ entstehen soll. Vorgesehen sind Forschungen beispielsweise zur Situation in Liberia und zum Umgang mit syrischen Flüchtlingen in Jordanien.

Dr. Anke Hoeffler

wurde in Deutschland geboren. Sie ist derzeit Research Officer am Centre for the Study of African Economies der University of Oxford, Vereinigtes Königreich. In Oxford forscht sie bereits seit 1999, wo sie nach ihrem Studium in Würzburg und London auch promoviert wurde. Für ihre Forschungen erhielt sie Finanzierung beispielsweise von der Weltbank oder der Europäischen Kommission. Anke Hoeffler war 2014 Visiting Scholar an der Universität Mannheim, Deutschland. Sie ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien und Organisationen wie dem African Economic Research Consortium (AERC) oder dem International Peace Research Institute Oslo.

Alexander von Humboldt-Professuren

Die Alexander von Humboldt-Professuren sind Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger werden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro.

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