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Infektionsdiagnostik: Molekulare Trojaner machen Infektionen sichtbar

Um Infektionen aufspüren und behandeln zu können, entwickeln HZI-Forscher Moleküle, die sich mithilfe von Trägersubstanzen unentdeckt in Krankheitserreger einschleusen lassen.
Infektionsdiagnostik: Molekulare Trojaner machen Infektionen sichtbar

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Veröffentlicht am: 31.07.2017

Laufzeit: 0:01:12

Sprache: deutsch

Um bakterielle Infektionen im Körper zu therapieren, müssen die Wirkstoffe an die richtige Stelle gelangen und zusätzlich in die Bakterienzellen eindringen. Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Abteilung »Chemische Biologie« von Prof. Mark Brönstrup am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig auf eine Strategie, die bereits seit der Antike bekannt ist: das trojanische Pferd. Die Wissenschaftler schleusen mithilfe eines Täuschungsmanövers verschiedene Moleküle in Bakterien ein. Die Moleküle werden dafür an Substanzen gekoppelt, die von den Bakterien leicht aufgenommen werden. Besonders geeignet als Träger sind Siderophore, die von Bakterien ausgeschieden werden, um Eisen zu binden und zurück in die Zellen zu transportieren. Die Braunschweiger Forscher haben gezeigt, dass Siderophore beispielsweise antibiotische Wirkstoffe in die Bakterien transportieren können. Für konventionelle Antibiotika ist dies insbesondere bei gramnegativen Erregern, die eine doppelte Zellmembran haben, ein großes Hindernis.

Ein weiteres Einsatzgebiet für die »molekularen Trojaner« liegt in der Infektionsdiagnostik. Die Forscher konnten zeigen, dass sich auch bildgebende Sonden einschleusen lassen und Infektionen so sichtbar gemacht werden können. Momentan ist dies nur in kleineren Tieren möglich. Die Technik wird jetzt weiterentwickelt und soll später auch bei Menschen zum Einsatz kommen. So könnten Infektionen, die sich etwa an Implantaten bilden, nicht-invasiv diagnostiziert und frühzeitig behandelt werden.

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