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Seuchenkontrolle: Mit der SORMAS-App gegen Epidemien in Nigeria

Krankheitsausbrüche erfordern schnelles und koordiniertes Handeln. Mit der SORMAS-App lassen sich Epidemien managen und in der Folge schneller eindämmen.
Seuchenkontrolle: Mit der SORMAS-App gegen Epidemien in Nigeria

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Veröffentlicht am: 14.12.2017

Laufzeit: 0:01:16

Sprache: deutsch

Zum Eindämmen von Krankheitsausbrüchen ist schnelles Handeln wichtig. Dafür müssen vor Ort gesammelte Informationen zentral verarbeitet werden, um angemessen auf Veränderungen der Situation reagieren zu können. Insbesondere die Informationen, wie sich Erreger von Person zu Person verbreiten, welche Regionen betroffen sind und ob bestimmte Bevölkerungsgruppen häufiger erkranken, sind wichtige Faktoren der Seuchenkontrolle.

Zur Überwachung und Bekämpfung von Epidemien haben Wissenschaftler der Abteilung »Epidemiologie« am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig das mobile Informationssystem SORMAS (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) entwickelt. SORMAS lässt sich als App auf handelsüblichen Mobiltelefonen betreiben. Das System ist leicht zu bedienen und kann insbesondere in Regionen mit schwacher Infrastruktur eingesetzt werden, da es nicht auf eine ständige Internetverbindung angewiesen ist. Die Daten zum Krankheitsausbruch werden vor Ort von Mitarbeitern digital erfasst und an Gesundheitsbehörden übermittelt. So können Risiken schnell erkannt und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Bisher ist die Anwendung für zwölf verschiedene Infektionskrankheiten verfügbar und wird stetig erweitert.

Bei einem Affenpockenausbruch in Nigeria im Jahr 2017 ist SORMAS erstmals in einer Akutsituation zum Einsatz gekommen. Die Krankheit war neu in dem Land aufgetreten. Die App half, örtliche Risikoeinschätzungen zu treffen und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung zu koordinieren. Aufgrund der positiven Erfahrung mit SORMAS werden nigerianische Gesundheitsbehörden das System auch zukünftig und für weitere Krankheiten einsetzen.

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