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Intelligente Systeme: Mikro- und Nanorobotik: Was können die kleinsten Roboter schon?

Je kleiner, desto vielfältiger: Elektroingenieur Metin Sitti entwickelt Roboter zum Schlucken oder Bakterien-Taxis, die Medikamente liefern. Doch die Nano-Welt hat eigene Gesetze.
Intelligente Systeme: Mikro- und Nanorobotik: Was können die kleinsten Roboter schon?

Science Notes

Veröffentlicht am: 25.01.2017

Laufzeit: 0:19:23

Sprache: Englisch

Bei der bundesweiten Veranstaltungsreihe Science Notes berichten herausragende Wissenschaftler:innen in je 15 Minuten von ihrer aktuellen Forschung – verständlich und anschaulich.

Vieles geht besser, wenn man klein ist: Übers Wasser laufen, zum Beispiel, so wie das manche Echsen tun. Oder an Wänden hochklettern wie ein Gecko. In seiner Laufbahn als Roboterentwickler hat Metin Sitti an Projekten mitgearbeitet, die diese beiden Prinzipien aus der Biologie erfolgreich in die Welt der Maschinen übertragen haben. Die Größe, erklärt Sitti bei den Science Notes zum Thema »Roboter«, ist hier ein Knackpunkt: Zu große Körper gehen unter oder bleiben nicht haften.

Mittlerweile denkt er allerdings noch ein paar Größenordnungen kleiner. Seit April 2014 ist Metin Sitti Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart und leitet die Abteilung für Physische Intelligenz. Er forscht an kleinen Systemen, die zwar weder mit Gehirn noch mit zentraler Steuerung an Bord ausgestattet, aber trotzdem intelligent sind. Anwendungsmöglichkeiten solch winziger Systeme gäbe es viele, erklärt Sitti im Video: Im Schwarm könnten sie unter anderem im Bio-Engineering oder im Umwelt-Monitoring eingesetzt werden, zur Inspektion technischer Infrastruktur oder im Bereich der Medizintechnik. So beschreibt Sitti etwa biologisch inspirierte Ansätze, die unsere Medizin revolutionieren werden: In seiner Arbeitsgruppe entwickelt er unter anderem einen pillengroßen, verschluckbaren Roboter, der bereits an Schweinen erprobt wurde. Auf Millimetergröße stellt Sitti ein über Magnetfelder steuerbares, robbendes, rollendes und hüpfendes Blatt vor. Und im Nanobereich forscht Metin Sitti an Partikeln, die an Bakterien angedockt und mit Hilfe dieser biologischen Taxis ganz gezielt im menschlichen Körper verteilt werden könnten – und so etwa Medikamente viel genauer, höher dosiert und mit weniger Nebeneffekten an einen Wirkort transportieren. »Mittlerweile«, erklärt Metin Sitti, »werden Mikroroboter tatsächlich zur Realität.«

Metin Sitti hat an der Bogazici Universtät in Istanbul Elektrotechnik studiert und an der Universität von Tokio promoviert. Danach forschte er an der University of California in Berkeley und an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, bevor er ans Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart wechselte. Neben Metin Sitti berichten bei den Science Notes zum Thema »Roboter« vier weitere Forscherinnen und Forscher von ihrer Arbeit, unter anderem über die Selbstwahrnehmung von Maschinen oder über Roboter, die Chirurgen bei heiklen Eingriffen unterstützen.

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