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Alternsforschung: Hautalterung verstehen

Eine neue Technologie kann helfen, den Alterungsprozess der Haut zu verlangsamen, indem auf Basis einzelner Hautzellen künstliche Haut erzeugt wird.
Alternsforschung: Hautalterung verstehen

Universität Innsbruck

Veröffentlicht am: 20.11.2018

Laufzeit: 0:05:18

Sprache: deutsch

Die Universität Innsbruck ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich.

Das Forschungsgebiet von Pidder Jansen-Dürr ist die menschliche Haut: Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe forscht er daran, den Alterungsprozess der Haut zu verstehen und mögliche Mechanismen zu finden, wie dieser verlangsamt werden kann. Dabei hilft den Wissenschaftlern eine neue Technologie, anhand derer sie auf Basis von einzelnen Hautzellen künstliche Haut erzeugen können.

»Auf Basis von einzelnen Hautzellen können wir künstliche Haut herstellen, die sich wie menschliche Haut verhält«, erklärt Jansen-Dürr. Dazu legen die Wissenschaftler eine Matrix aus Kollagen an, auf der sie Fibroblasten (Bindegewebszellen) anwachsen lassen. Auf diese Schicht bringen sie dann Keratinozyten – der in der Oberhaut zu 90 Prozent vorkommende Zelltyp – auf. Die so künstlich angelegte menschliche Haut ermöglicht ihnen zahlreiche Experimente und hat auch den Vorteil, dass Tierversuche an Säugetieren – die in Bezug auf Tests an der Haut in der Europäischen Union verboten sind – vermieden werden können. An diesem Modell, als Skin-Äquivalente bezeichnet, konnten die Wissenschaftler beispielsweise zeigen, dass die Mitochondrien der in der Lederhaut liegenden Fibroblasten über einen effektiven Regenerationsmechanismus verfügen: die Mitophagie. »Bei unseren Bestrahlungstest mit UV-Licht konnten wir beobachten, dass die Funktion der Mitochondrien während der Bestrahlung stark zurückgeht. Diese defekten Mitochondrien werden dann von der bestrahlten Zelle quasi selbst verdaut, also in sogenannte Autophagosomen eingeschlossen und dort in ihre Bestandteile zerlegt. Die defekten Teile werden aussortiert und aus den übrigen werden wieder neue, gesunde Mitochondrien gebildet«, erklärt der Alternsforscher. »Ohne diesen Mechanismus wäre ein Leben ohne massive Hautschäden nicht möglich.« Warum es doch immer wieder zur Bildung von Melanomen kommt, erklärt der Wissenschaftler mit einer Systemüberlastung. »Könnte man die Hautalterung verlangsamen, wäre das auch eine krebsvorbeugende Maßnahme.«

Pidder Jansen-Dürr: https://www.uibk.ac.at/iba/jansen-duerr/
Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung der Universität Innsbruck: https://www.uibk.ac.at/iba/

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