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Materialforschung: Besser als Stahlbeton: Beton mit Kohlenstoff-Fasern

Gestickte Kohlenstoff-Fasern verleihen gewöhnlichem Beton Vorteile, die jene von Stahlbeton in den Schatten stellen
Besser als Stahlbeton: Beton mit Kohlenstoff-Fasern

Universität Innsbruck

Veröffentlicht am: 05.04.2017

Laufzeit: 0:03:17

Sprache: deutsch

Die Universität Innsbruck ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich.

Ist von Stickereien die Rede, kommt uns an erster Stelle wohl nicht Beton in den Sinn. Dabei können gestickte textile Stoffe auch im Massivbau angewendet werden und Baumaterialien zu überlegenen Eigenschaften verhelfen.

Genau daran arbeiten Forscher der Universität Innsbruck. Sie entwickeln neuartige Betonarmierungen, verbinden Beton also mit anderen Stoffen, um ihn zu stärken und seine Zugfestigkeit zu erhöhen. Statt ihn, wie üblich, zum Beispiel mit einer Stahlarmierung zu versehen, um ihn tauglich für den Brücken- und Gebäudebau zu machen, testen die österreichischen Wissenschaftler nun allerdings Armierungen aus Kohlenstoff-Fasern. Dazu werden die Fasern auf einer Stoffunterlage – die anschließend wieder entfernt wird – zu einem dreidimensionalen Gerüst verstickt und dann mit Beton ummantelt.

Die entstehenden Kohlenstoff-Beton-Gebilde sind leichter als ihre Stahlbeton-Pendants, aber genauso belastbar. So sparen sie Baumaterial und ermöglichen filigranere und umweltfreundlichere Bauwerke.

Das bautechnische Know-how steuert der Arbeitsbereich für Massiv- und Brückenbau am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften um Prof. Jürgen Feix bei, die textile Expertise stammt von einem Team um Prof. Thomas Bechtold vom Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Uni Innsbruck in Dornbirn (Vorarlberg).

Das Material hat bereits erste Labortests bestanden und soll jetzt in industriellen Pilotprojekten erprobt werden.

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