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Biologische Schädlingsbekämpfung: Wie ein Pilz die Ernte vor Käfern schützt

Alle paar Jahre werden Maikäfer den Ernten gefährlich. Ein Pilz rückt nun ihren Larven zu Leibe.
Mikrobiologie: Pilz gegen Käfer

Veröffentlicht am: 19.05.2016

Laufzeit: 0:04:35

Sprache: deutsch

Die Universität Innsbruck ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich.

Sie fressen alle ihnen erreichbaren Pflanzenwurzeln: Maikäfer gehören europaweit zu den häufigsten Schädlingen im Grünland, in Obst- und Ackerkulturen sowie in Forst- und Waldgebieten. Innsbrucker Forscher sind darum auf der Suche nach natürlichen Gegenspielern der weit verbreiteten Insekten.

Hermann Strasser ist Mykologe am Institut für Mikrobiologie an der Uni Innsbruck und Experte für Organismen, die es mit Käferlarven im Boden aufnehmen können. Beauveria brongniartii könnte ein solches natürliches Pflanzenschutzmittel darstellen, denn dieser Vertreter der Schimmelpilze infiziert die Larven und tötet sie. Und ist zudem sehr wählerisch: Andere Lebewesen im Boden interessieren ihn nicht, sodass er für sie auch keine Gefahr darstellt. Strasser versucht nun herauszufinden, ob der Pilz das Zeug dazu hat, Populationen von Maikäfern auch anderer Unterarten in ganz Europa zu bekämpfen.

Spannendes Detail am Rande: Erkennt die Pilzspore den Maikäferlarve als passenden Wirt, keimt sie rasch, irritiert die Oberhaut des Insekts mit chemischen Waffen und schiebt sich schließlich mit mechanischer Kraft in den Wirtsleib hinein – mit einem Druck von bis zu 80 Bar.

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