Science Slam: Alles Nazis oder Kommis im Osten?
Was hat ein Jägerschnitzel mit Macht, Normen und deutscher Einheit zu tun? In seinem Science-Slam-Vortrag geht Corvin der Frage nach, warum Ostdeutschland auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung oft unsichtbar bleibt und was hinter dem Begriff »Critical Westdeutschness« steckt.
Ausgehend von seiner eigenen Biografie und seiner Arbeit als Geograf zeigt er, wie stark westdeutsche Perspektiven nach wie vor gesellschaftliche Normen prägen. Anhand scheinbar alltäglicher Beispiele wie dem Jägerschnitzel macht der Vortrag sichtbar, wie ostdeutsche Erfahrungen häufig als Abweichung wahrgenommen werden, während westdeutsche Sichtweisen als selbstverständlich gelten.
Corvin führt Zahlen und Beispiele aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft an. Dabei wird deutlich, dass Ostdeutsche in Führungspositionen stark unterrepräsentiert sind und diese strukturelle Ungleichheit konkrete Auswirkungen hat. Begriffe wie Repräsentationslücke und strukturelle Deprivilegierung werden dabei verständlich eingeordnet.
Im Zentrum steht die Idee der Critical Westdeutschness als Perspektive des Hinterfragens. Der Vortrag lädt dazu ein, eigene Privilegien zu reflektieren, Machtverhältnisse sichtbar zu machen und aktiv an Veränderungen mitzuwirken. Am Ende bleibt die Botschaft, dass Anerkennung, Reflexion und Dialog entscheidend sind, um bestehende Spaltungen zu überwinden.
Bei Science Slam stellen Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte ihrem Publikum möglichst unterhaltsam und verständlich in zehn Minuten vor. Alle Videos finden Sie auf der ScienceSlam-Übersichtsseite.
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