Science Slam: Das Plastik, das Impfstoffe rettet?
Chemiker Jens Gaitzsch führt uns durch die Welt der Impfstoffhüllen und erklärt, warum klassische Lipid-Nanopartikel bei Impfungen zwar funktionieren, aber extrem instabil sind.
Die Lösung? Polymere – oder kurz: Plastik. In einem augenzwinkernden »Chemie-Battle« treten zwei Methoden gegeneinander an: die robuste, aber nicht abbaubare radikalische Polymerisation und die abbaubare, aber empfindliche Ringöffnungs-Polymerisation. Allein sind beide unzureichend – aber kombiniert entsteht etwas Neues: die radikalische Ringöffnungs-Polymerisation (RROP).
Damit lassen sich stabile, abbaubare und zugleich »responsive« Polymerhüllen bauen, die mRNA schützen und zuverlässig freisetzen – ganz ohne Tiefkühlkette. Erste Experimente zeigen: Die Zellen nehmen die Partikel auf und setzen die mRNA korrekt frei.
So könnte mRNA-Technologie künftig auch Regionen ohne Kühlinfrastruktur erreichen – ein kleiner chemischer Kunstgriff mit großer Wirkung.
Bei Science Slam stellen Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte ihrem Publikum möglichst unterhaltsam und verständlich in zehn Minuten vor. Alle Videos finden Sie auf der ScienceSlam-Übersichtsseite.
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