Science Slam: Fünf Orgasmen pro Woche: Normal?! Warum wir Sexualforschung brauchen
Ist zu viel Masturbation ungesund – oder ist das ein Mythos? Und was sagt die Sexualforschung dazu? Sexualforscherin Mirjam Reidick nimmt uns mit auf eine Reise durch alte Moralvorstellungen, moderne Mythen und aktuelle Hirnforschung.
Noch vor wenigen Jahrhunderten galt Masturbation als schwere Krankheit – »Onanismus« sollte angeblich zu Erschöpfung, Wahnsinn und neurologischen Schäden führen. Heute wirken solche Vorstellungen absurd. Und doch diskutieren wir immer noch: Wie viel Masturbation ist normal?
Wie häufig sollte man Orgasmen haben? Ist Abstinenz gesünder?
In ihrer Promotion untersucht Mirjam Reidick genau diese Fragen wissenschaftlich. Im Zentrum steht die sogenannte Orgasmushäufigkeit – in der Forschung auch »Total Sexual Outlet« (Kafka) genannt: die wöchentliche Anzahl an Orgasmen, unabhängig davon, ob sie zum Beispiel durch Masturbation oder Geschlechtsverkehr entstehen. Neben ersten Einblicken in die Daten spricht Reidick auch über die gesellschaftliche Bedeutung der Sexualforschung. Denn sexuelle Gesundheit ist kein Luxus – sie ist ein Menschenrecht.
Zwischen Hirnscanner, Spermiogramm und augenzwinkernden »Gehirnspermien«-Stickern tritt sie vor allem für Folgendes ein: Sexualaufklärung braucht weniger Meinung – und mehr Evidenz.
Bei Science Slam stellen Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte ihrem Publikum möglichst unterhaltsam und verständlich in zehn Minuten vor. Alle Videos finden Sie auf der ScienceSlam-Übersichtsseite.
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