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Klimawandel: Sind Satellitendaten wirklich die besten, die wir haben?

Was wir aus der US-Klimadebatte über die Zuverlässigkeit von Satellitenmessungen lernen können
How Reliable are Satellite Temperatures? (Director's Cut)

Veröffentlicht am: 24.03.2016

Laufzeit: 0:08:57

Untertitel: sonstige

Sprache: englisch

Des US-Videoblogger Peter Sinclair berichtet auf seinem Blog ClimateCrocks.com und auf YouTube-Kanälen wie greenman3610 über gezielte Fehlinformation zu Fragen der Klimaforschung. Seine Videoserie This is not cool erscheint auf den Yale Climate Connections, einem Medienangebot der Yale University für die breite Öffentlichkeit.

Skepsis gegenüber dem Klimawandel und Zweifel daran, dass der Mensch ihn verursacht, spalten in den USA Gesellschaft und Politik. Auch im Wahlkampf 2016 spielt diese Frage eine zentrale Rolle. In vielen Debatten spielen dabei Temperaturmessungen von Satelliten eine Rolle

So argumentiert zum Beispiel Ted Cruz, Senator von Texas und Vorsitzender der republikanisch dominierten Senatskommission für Handel, Wissenschaft und Verkehr: "Satellitendaten sind die besten, die wir haben. Sie zeigen, dass es seit 18 Jahren keine signifikante globale Erwärmung gab." Und tatsächlich: Entsprechende Grafiken scheinen genau das zu belegen.

Was hier trotzdem falsch läuft, hat der US-Amerikaner Peter Sinclair recherchiert, der den Klimablog ClimateCrocks.com betreibt und auf seinen YouTube-Kanälen greenman3610 und greenmanbucket zahlreiche Kurzinterviews mit führenden Wissenschaftlern zum aktuellen Stand der Klimaforschung zeigt. In diesem Video befragt er einige von ihnen zu Verlässlichkeit und Grenzen von Satellitenmessungen und gibt so auch Laien wertvolle Informationen an die Hand.

Andy Dessler zum Beispiel, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Texas A&M University, erklärt, dass Satelliten gar keine Temperaturen messen, sondern Parameter, aus denen über ein Modell auf Temperaturen geschlossen wird – ein Modell, das die Realität aber bekanntermaßen nicht immer korrekt abbilde. Daneben führen auch eine Reihe technischer Herausforderungen zu Ungenauigkeiten: Die Empfindlichkeit von Sensoren verändert sich im Lauf der Jahre, Satelliten sinken infolge der Reibung mit der Erdatmosphäre näher zur Erde, wodurch die Daten beeinflusst werden, und so weiter.

Das alles gilt es zu berücksichtigen. Wer sich stattdessen auf isolierte Satellitendaten verlässt – wozu uns Cruz und seine Mitstreiter auffordern –, wird in die Irre geführt. Ein vollständiges Bild der Klimaentwicklung ergibt sich erst, wenn man neben den Daten vieler Satelliten auch lokale Temperaturmessungen sowie zusätzliche Parameter wie Luftfeuchte oder Meeresspiegelhöhe einbezieht. Und dann zeigen alle Temperaturtrends nach oben.

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