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Quantenphysik

Spukhafte Fernwirkung zum Anfassen

Ein lehrreicher Besuch im Labor zeigt, wie Wissenschaftler das Phänomen der Quantenverschränkung erforschen
Quantum Entanglement Lab - by Scientific American

Scientific American

Veröffentlicht am: 20.03.2013

Laufzeit: 0:07:17

Sprache: englisch

Scientific American ist eine der ältesten populärwissenschaftlichen Zeitschriften.

Es fing mit einem Scherz an: Die Scientific American-Redakteure George Musser und John Matson hatten in einem früheren Video vorgegeben, sie hätten bereits soviel mit Quantenphysik zu tun gehabt, dass ihre Hirne längst verschränkt seien. Danach verloren die beiden nicht nur eine Wette, sondern wollten sich auch ansehen, wie Wissenschaftler dem beinahe "magischen" Verhalten der Quantenteilchen eigentlich auf die Schliche kommen.

In diesem Video von Scientific American lassen sie sich nun von dem Quantenoptiker Enrique Galvez an der Colgate University im US-Bundesstaat New York das physikalische Phänomen genau erklären. Bei der Verschränkung sind zwei Teilchen so miteinander verbunden, dass die Messung an einem der beiden Teilchen unmittelbar auch den Zustand des anderen Teilchens beeinflusst – und das unabhängig davon, wie weit sie voneinander entfernt sind! Der kurze Film fängt die Atmosphäre im Labor sehr gut ein. Auch ein Laie bekommt so eine Vorstellung davon, wie Physiker heute mit optischen Präzisionsinstrumenten arbeiten. Unter anderem werden diese grundsätzlich auf besonders schweren und stabilen so genannten optischen Tischen montiert. Galvez erläutert nachvollziehbar, wie sich Paare verschränkter Lichtteilchen verhalten und worin sie sich von normalen, unverschränkten Teilchen unterscheiden. Dies kann man etwa mit Hilfe von Polarisationsfiltern herausfinden.

Das Video gibt damit auch einen schönen Einblick in den Forschungsalltag. Der unaufgeregte Stil von Galvez und die ruhige Kameraführung unterstützen diesen Eindruck noch. Auch wenn die Apparaturen im Labor zunächst ein wenig verwirrend aussehen und man sich vielleicht eine kurze Erklärung gewünscht hätte, wofür sie gut sind: Letztendlich gelingt es Musser und Matson durchaus, dem Phänomen der Verschränkung näher zu kommen, das Einstein einst als "spukhafte Fernwirkung" betitelte.

Und wer sich in der Physik ein wenig auskennt, weiß: So viel anders als auf diesem optischen Tisch schaut es auch auf den meisten anderen nicht aus.

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