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Erdbeobachtung: Virtuelle Bergbesteigung

Mit Satellitenaufnahmen haben Forscher den Mount Everest im Computer nachgebildet.
Mount Everest in 3D

Veröffentlicht am: 16.05.2011

Laufzeit: 0:01:34

Sprache: ohne gesprochene Sprache

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist eine Forschungseinrichtung der Bundesrepublik und hat seinen Hauptsitz in Köln.

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben mit Hilfe von Satellitenbildern den Mount Everest als digitales 3-D-Modell nachgebildet – so präzise, wie das derzeit mit zivilen Aufnahmen möglich ist, nämlich auf einen halben Meter genau. Das setzten allerdings aufwändige Berechnungen voraus, denn natürlich sieht jeder Satellit den Berg aus einem anderen Blickwinkel; die Aufnahmen mussten also vorverarbeitet werden, bevor sie sich kombinieren ließen.

DLR-Forscher Frank Lehmann sieht vor allem den wissenschaftlichen Nutzen des Verfahrens: Damit könne man beispielsweise Volumenveränderungen von Gletschern berechnen und jahreszeitliche Veränderungen von Schneehöhen ermitteln, aus denen sich dann wiederum Rückschlüsse auf Trinkwasserreserven und Raten der Schneeschmelze ziehen lassen. Selbst Erdbebenzonen ließen sich nutzbringend kartieren.

Mit im Boot waren das Münchner Unternehmen 3D RealityMaps sowie die US-Firma DigitalGlobe, denn das Verfahren ist natürlich auch kommerziell interessant. Auf www.Everest3D.de stellt sich das Konsortium mit weiteren Kartierungsprojekten vor, sogar das Programm "Mount Everest 3D" lässt sich hier herunterladen, das eine virtuelle Erkundung des Bergmassivs erlaubt.

Ein Vorläufer des Projekts erhielt schon vor einigen Jahren Aufmerksamkeit: Damals waren Aufnahmen der Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Sonde Mars Express zu faszinierenden 3-D-Bildern zusammengesetzt worden, einige davon lassen sich hier mit einer 3-D-Brille bewundern. Das neue Vorhaben basiert auf den damals gewonnenen Erkenntnissen, brachte aber gleich fünf Satellitensysteme zum Einsatz, die zudem weitaus genauere Daten lieferten.

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