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Globale Demographie: Wie die Menschheit sich über den Globus ausbreitet

Eine animierte Karte der weltweiten Bevölkerungszahlen in den vergangenen 200.00 Jahren, dokumentiert die überwältigende Bedeutung Asiens – und ignoriert sie zugleich.
Human Population Through Time

Veröffentlicht am: 04.11.2016

Laufzeit: 0:06:24

Sprache: englisch

Das American Museum of Natural History in New York zählt zu den größten Naturkundemuseen der Welt.

Wie hat sich die Menschheit auf dem Planeten ausgebreitet? Eine fesselnde Animation des American Museum of Natural History (AMNH) zeichnet Bevölkerungswachstum und Wanderungsbewegungen über den Globus im Verlauf von 200 000 Jahren bis zum explosionsartigen Anstieg der jüngsten Vergangenheit nach. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit ordnet es einige bedeutende Imperien, Erfindungen und Ereignisse auf einem Zeitstrahl der letzten 2000 Jahre ein und wagt einen Blick in die nahe Zukunft, auf Basis von Daten unter anderem der Vereinten Nationen (siehe Begleittext zum Video auf YouTube).

Erklärungen und Kommentare fehlen, gleichwohl liefert das Video Anhaltspunkte, die der Überlegung wert sind. So wird unter anderem deutlich, dass sich Völker und Zivilisationen im südlichen Asien bereits seit Beginn der neuen Zeitrechnung sehr viel dichter zu konzentrieren begannen als anderswo. China, Indien und andere asiatische Länder stellten bis etwa 1800 mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Damit einher gingen frühe kulturelle Blütezeiten. Indien verzeichnete schon im 6. Jahrhundert bedeutende Fortschritte in der Astronomie, Mathematik und Kunst. China, dem einstigen Reich der Mitte, verdankt die Welt wichtige Entdeckungen und Erfindungen wie das Schießpulver und den Kompass.

Dass Asien in der Animation dennoch randständig erscheint, liegt an der Karte, mit der das AMNH die grafische Visualisierung hinterlegt: Einmal mehr ist Europa als vermeintliches Zentrum der Welt dargestellt. Doch der kolonialhistorisch gewachsene Eurozentrismus hat die Realität noch nie angemessen beschrieben. Heute erscheint er geradezu absurd, wie schon ein Blick auf China mit seinen derzeit 1,4 Milliarden Einwohnern lehrt, das immer häufiger mit dem Anspruch einer Weltmacht auftritt.

Was das frühe Wachstum in Asien so begünstigt hat, klärt übrigens ein weiteres Video: Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei es auf gute Böden, ausreichend Wasser und ein Klima zurückzuführen, das eine ganzjährige Landwirtschaft begünstigt, heißt es in dem aufschlussreichen Clip (Why Do India And China Have So Many People. Veröffentlicht – und im Begleittext mit vielen wissenschaftlichen Quellen versehen – hat ihn der kanadische Physiker Henry Reich 2017 auf seinem YouTube-Kanal MinuteEarth.

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