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Lichtverschmutzung: Wo sind die Sterne hin?

Lichtverschmutzung ist nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein ästhetisches, wie ein ungetrübter Blick in den Nachthimmel zeigt.
Where Are the Stars? See How Light Pollution Affects Night Skies | Short Film Showcase

Veröffentlicht am: 13.12.2016

Laufzeit: 0:03:07

Sprache: ohne gesprochene Sprache

Die 1888 in den USA gegründete National Geographic Society fördert geografische Forschungsprojekte und macht die Leser seines Magazins National Geographic mit Menschen, Problemen und Regionen bekannt.

Sie ist unsere Heimat, doch nur selten sehen wir sie in voller Pracht: Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, besteht aus zig Milliarden funkelnder Sterne, die sich wie ein schleierartiges Band über den gesamten Himmel erstrecken. Doch dieser majestätische Anblick, der für unsere Vorfahren noch alltäglich war und sie an die Wunder des Himmel gemahnte, ist uns fremd geworden. Die Unmengen an Licht, die unsere Zivilisation nachts abstrahlt, sowie Staub und Abgase, an denen dieses Licht reflektiert wird, verhüllen die Sterne vor unseren Augen.

Dieses Video von »National Geographic« führt mit Zeitrafferaufnahmen eindrucksvoll vor Augen, wie dramatisch sich der Wechsel beim Blick nach oben gestalten kann, wenn man von einer Großstadtregion in abgelegene Regionen kommt. Natürlich sieht das menschliche Auge noch einmal etwas anders als die für die Aufnahmen benutzten Kameras. Aber man hat sich doch so sehr an die Lichtverschmutzung gewöhnt, dass man sich den ungetrübten Sternenhimmel kaum noch vorstellen kann.

Wenn man sich eine Karte zur Lichtverschmutzung in Europa ansieht, fällt auf, dass fast der gesamte Kontinent mehr oder minder stark betroffen ist. Auch Osteuropa hat schon stark aufgeholt. In Deutschland ist das Gebiet zwischen dem Wendland und der Müritz noch am dunkelsten, so wie die Nordseeinseln. Allgemein gilt: Überall, wo viele Menschen auf modernem Entwicklungsstand leben, herrscht Lichtverschmutzung. Afrika ist überwiegend dunkel, ebenso Sibirien, die Mongolei, Nordkanada, das zentrale Australien, der Himalaja und das Amazonasbecken. Lichtverschmutzung ist auch einer der Gründe dafür, warum große astronomische Observatorien nur weit entfernt von den Ballungszentren gebaut werden.

Getan wird wenig gegen die Lichtverschmutzung. Dabei ist sie nicht nur dem Genuss des Nachthimmels abträglich, sondern nachgewiesenermaßen auch schlecht für die Gesundheit. Sie kann etwa unsere biologische innere Uhr durcheinanderbringen, die den Wechsel von Schlafen und Wachen steuert. In der Folge können Krankheiten wie Depression oder Schlafstörungen auftreten. Außerdem stört sie Ökosysteme, indem sie etwa Insekten ablenkt und so zu schlechterer Bestäubung führt. Die Lichtverschmutzung ist zwar wirklich nicht das dringendste Problem, vor dem die Menschheit heute steht. Aber sie ließe sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln verringern. Etwa durch schärfere Reglementierung der Straßenbeleuchtung, intelligentere Beleuchtungskonzepte, Vermeidung von Streulicht und vieles mehr. Wie Satellitendaten aber zeigen, wird die Nacht immer heller – um rund zwei Prozent pro Jahr.

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