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Partnerwahl: Die 10 verrücktesten Balzrituale der Tierwelt

Klotzen statt Kuscheln: Wenn Tiere balzen, geht es oft ordentlich zur Sache. Wir zeigen Videos der zehn eigenwilligsten Datingstrategien.
Kragenparadiesvogel bei der PartnerwerbungLaden...
© NatGeoWild
1. Klappmütze oder Mützenrobbe (Cystophora cristata)
Ihren Namen trägt diese Robbenart wegen des mützenartigen Wulstes auf Stirn und Nase der Männchen. Zusätzlich zu dieser "Mütze" haben sie aufblasbare nasale Membranen, die sich aus einem der Nasenlöcher heraus zu einem riesigen roten Ballon ausbreiten. Die Klappmützen-Männchen nutzen diesen roten Ballon während der Balz, um die Weibchen von sich zu überzeugen: Indem sie ihren "Ballon" hin- und herschwingen, demonstrieren sie ihre Paarungsbereitschaft und Männlichkeit.
© Joe Sammarco
2. Flusspferd (Hippopotamus amphibius), auch Nilpferd, Großflusspferd oder Hippopotamus genannt
Das männliche Flusspferd hat wohl eine der Ekel erregendsten Arten der Balz entwickelt, um ein Weibchen von seiner Gesundheit, Männlichkeit und Attraktivität zu überzeugen. Die männlichen Flusspferde entleeren ihren Darm, während gleichzeitig ihr Schwanz wie ein Propeller rotiert. Das Ziel: Die Exkremente möglichst weit in alle Richtungen zu verstreuen. Dies findet meist im Wasser statt, da sich die Fäkalien dort noch weiter verbreiten als an Land. Diese Art der Balz dient den Flusspferd-Weibchen dazu, den Gesundheitszustand und die Stärke des balzenden Männchens festzustellen und daraufhin zu entscheiden, ob das Männchen als Partner geeignet ist.
© NatGeoWild
3. Plattwürmer
Eine überaus delikate Art der Balz haben die Plattwürmer entwickelt. Plattwürmer sind vornehmlich Zwitter. Treffen also zwei Individuen einer Art zur Paarung zusammen, muss erst entschieden werden, welcher von beiden welche Geschlechterrolle übernimmt. Diese Entscheidung wird durch einen Peniskampf getroffen. Mit ihrem jeweils doppelt vorhandenen Penis treten sie bis zu einer Stunde gegeneinander an. Der Gewinner spielt dann die Männerrolle und begattet das Verlierer-Weibchen.
© CornellCALS
4. Moskitos
Das uns wohl allen sehr bekannte Summen einer fliegenden Mücke ist auch ein wichtiges Paarungssignal. Der Summton während des Fluges signalisiert die Präsenz des Weibchens. Eine Besonderheit hat dabei die Überträgerart von Gelbfieber und Denguefieber, Aedes aegypti, entwickelt. Während der Balz passen die Sexualpartner die Tonhöhe ihrer Fluggeräusche so aneinander an, dass sie zueinander passend sind. Dies lässt ein wunderbar harmonisches Balz-Duett erklingen.
© saefti01
5. Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus)
Um sich möglichst attraktiv zu machen, säubert das Seidenlaubenvogel-Männchen den Boden und legt einen Balzplatz an. Es errichtet dort ein Laube. Wichtig ist, dass vielerlei bunte Gegenstände im Vorhof drapiert sind. Das können Blüten, Beeren, Federn, Insekten, Schneckenhäuser, Glasscherben, Plastikteile oder auch allerhand anderer Müll sein, bevorzugt in blau. Fertig ist die Laube. Singend wirbt das Männchen dann um eine Partnerin, die seine Eignung anhand der Baukünste und dem weiteren Balzverhalten beurteilt, wie etwa dem Aufplustern des Gefieders.
http://www.youtube.com/watch?v=7dx2CUMtZ-0
© BlackTree TV
6. Kragenparadiesvogel (Lophorina superba)
Der in Neuguinea einheimische Kragenparadiesvogel zeigt eine ganz außergewöhnliche Tanz- und Singeinlage, um eine potentielle Partnerin von sich zu überzeugen. Für die Balz bereitet sich das Männchen eine Bühne. Anschließend lockt es mit einem lauten Schrei ein Weibchen an, richtet seinen glänzenden blau-grünen Brustschild aus und entfaltet einen Fächer aus schwarzen Federn. Von vorne betrachtet ergibt sich so ein grotesker, überdimensionaler Smiley. Für seinen Tanz schlägt das Männchen rhythmisch mit seinen Schwanzfedern und hüpft dabei um seine Angebetete herum, während sein Blick stets auf sie fokussiert ist.
© RedJezka
7. Skorpione
Auch bei Skorpionen ist der Balztanz klassisches Ritual. Zu Beginn des beiderseitigen Kontaktes greift das Männchen das auserwählte Weibchen an ihren Scheren. Derartig verhakt bittet er sie zum Tanz, der so genannten "promenade à deux". Lehnt sie ab, könnte es sein, dass er gestochen oder weggestoßen wird. Stimmt sie allerdings zu, so tanzen sie von einigen Minuten bis zu zwei Stunden. Gelegentlich kommt es auch vor, dass das Männchen das Weibchen mit einer Art "Kuss" willig zu stimmen versucht. Dabei ergreifen die Kieferklauen des Männchens die des Weibchen in einer sehr intimen Art und Weise.
© National Geographic
8. Die Schwarze Witwe (Latrodectus mactans)
Wie bei viele Spinnenarten, so ist auch das Weibchen der Schwarzen Witwe um ein Vielfaches größer als das Männchen. Nähert sich ein Männchen einer weiblichen schwarzen Witwe, so muss es darum betteln, nicht gefressen zu werden. Wird die Bitte nicht erhört, landet es auf dem Speiseteller. Um das zu vermeiden, vibriert es in einer ganz bestimmten Art und Weise am Netz, um als Artgenosse erkannt zu werden. Das Männchen nähert sich dem Weibchen dann ganz langsam, Schritt für Schritt und klopft sanft an ihre Beine. Manchmal kommt es jedoch vor, dass das Männchen nach der Begattung trotzdem von dem beglückten Weibchen gefressen wird.
© NatureNorth
9. Rotseitige Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis parietalis)
Im Frühling beginnt in Manitoba die Paarungszeit dieser Schlangenart. Die Männchen spüren potentielle Partnerinnen auf, indem sie deren Pheromonspur folgen und auf die Größe des Gegenübers achten. Grund: Die Weibchen sind ein wenig größer als ihre männlichen Artgenossen. Einige Männchen geben sich allerdings auch als das gegenteilige Geschlecht aus, indem sie dessen Geruch imitieren. Nebenbuhler lassen sich damit hervorragend weglocken. Schnell zurück geschlichen, ist der Betrüger als erster bei seiner Angebeteten. Da es generell wesentlich mehr männliche als weibliche Rotseitige Strumpfbandnattern gibt, formen sich so genannte Paarungsbälle. Zum Höhepunkt der Saison können sich Ansammlungen von mehr als zwanzigtausend dieser Schlangen bilden.
© fl4m1n90d4nc3
10. Flamingos
Herrschen für Flamingos geeignete Brutverhältnisse, so schreiten sie schnell zur Tat und beginnen mit einem Gruppenritual, genauer gesagt einem Gruppentanz. Ein einzelnes Männchen beginnt, indem es hoch aufgerichtet in der Lagune umhermarschiert. Sehen nun andere Männchen dieses Verhalten, so schließen sie sich dem Ersten in einer Art Parade an. An ihr nehmen sowohl Männchen als auch Weibchen Teil. Zur Parade gehören verschiedene Verhaltensmuster. Männliche Flamingos salutieren zum Beispiel mit ihren Flügeln, um deren Färbung zu demonstrieren. Sportlichkeit und ein guter Stoffwechsel sind dabei von entscheidendem Vorteil.

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