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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
haben auch Sie beim Lesen von astronomischen Presseberichten gelegentlich Déjà-vu-Erlebnisse? Da wird zum gefühlten hundertsten Mal Wasser auf dem Mars entdeckt, die entfernteste Galaxie aufgespürt oder es werden vermeintliche Nachweise von Gravitationswellen gemeldet. Die ständigen Sensationsmeldungen lenken zwar den Blick auf die Forschung, haben aber leider auch negative Auswirkungen auf die Wissenschaft, wie Jan Conrad, Professor für Astroteilchenphysik der Universität Stockholm, in einem Beitrag für die Wissenschaftszeitschrift Nature ausführt, den Sie bei uns in exklusiver Übersetzung lesen können.
Tatsächlich außergewöhnlich ist die Supernova ASASSN-15lh (ausgesprochen Assassin), die rund 3,8 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt explodierte. Sie weist eine Leuchtkraft auf, welche diejenige aller Sterne unseres Milchstraßensystems zusammen um das rund 20-Fache übertrifft. Allerdings war dieser gleißenden Pracht kein langes Leben beschieden, denn wie üblich bei Supernovae kehrte das Objekt nach nur wenigen Wochen in die kosmische Anonymität zurück. Derzeit sind die Forscher auf der Suche nach einer plausiblen Erklärung für die überaus große Intensität dieser Sternexplosion.
Unvergleichlich viel näher als diese Supernova ist die Raumsonde Juno, die sich derzeit auf dem Weg zum Riesenplaneten Jupiter befindet. Sie soll ihn im Juli 2016 erreichen und dort in eine Umlaufbahn eintreten. Am 13. Januar 2016 war sie das am weitesten von unserem Zentralgestirn entfernte Raumfahrzeug, das seine Energie aus Solarzellen bezieht.
Ein schönes Wochenende wünschen Ihnen Tilmann Althaus und die gesamte Redaktion von "Sterne und Weltraum".
Weblink Sensationen: www.spektrum.de/news/1392064
Weblink Supernova: www.spektrum.de/news/1393719
Weblink Juno: www.spektrum.de/news/1393577
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Supernova
Astronomen beobachten möglicherweise die heftigste bisher bekannte Supernova. Eine Erklärung für ihre enorme Energie haben sie jedoch nicht.
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Kosmologie
Erstmals entdecken Astronomen einen schnellen, heißen Gasstrom auch in einer Milchstraße-ähnlichen Galaxie. Er kann deren Entwicklung entscheidend beeinflussen.
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Kosmologie
So genannte Green-Peas-Galaxien könnten das dunkle Zeitalter des frühen Kosmos beendet haben.
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Jupiter
Die NASA-Sonde Juno ist nun das am weitesten von der Sonne entfernte solarbetriebene Raumfahrzeug und hat den bisherigen Rekordhalter, die Kometensonde Rosetta, entthront.
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Kometensonde Rosetta
Mit der Raumsonde Rosetta wurde Wassereis auf der Oberfläche des Kerns des Kometen 67P an einzelnen Stellen entdeckt. Dort befindet sich das Wassereis in millimetergroßen Körnern.
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Dawn-Mission
Die Raumsonde Dawn erreicht ihre bislang niedrigste Umlaufbahn und sendet hoch aufgelöste Fotos von Kratern, Gräben und Salzkrusten.
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Kometensonde Rosetta
Es wird eng für einen Kontakt mit der Landesonde Philae auf dem Kometen 67P: Auch die jüngsten Versuche, den Lander zu einer Reaktion zu bewegen, erbrachten keinen Erfolg.
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Sonnensystem
Gleich zwei Untersuchungen weisen auf die Existenz weiterer großer Objekte im äußeren Sonnensystem hin, doch beide sind heftig umstritten.
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Kosmologie
Tausendfach massereicher als die Milchstraße - das ist der Galaxienhaufen IDCS J1426.5+3508. Er bildet die größte bisher bekannte Struktur im frühen Universum.
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Kosmologie
Eine viele Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernte Gaswolke weist sehr wenige schwere Elemente auf. Stammen sie von den ersten Sternen nach dem Urknall?
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Exotisches Material
Unter Extremdruck wird Wasserstoff fest. Eine neu entdeckte Phase könnte den Weg zu atomarem metallischem Wasserstoff weisen - einem technologisch hochinteressanten Material.
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Astronomie
Der extrem massereiche Doppelstern Eta Carinae ist vor allem für seinen Helligkeitsausbruch um 1840 bekannt. Nun stießen Forscher erstmals auf ähnliche Sterne in anderen Galaxien.
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Wissenschaftliches Publizieren
Bevor man in der Physik ein bahnbrechendes Ergebnis verkündet, sollten bestimmte Standards erfüllt sein, findet der Astrophysiker Jan Conrad.
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Raumfahrt
Sonnensegel können Raumsonden nur durch das Sonnenlicht antreiben. In der Vergangenheit scheiterten viele Versuche. Jetzt hofft die Branche erneut.
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Schwarze Löcher
Einstein dürfte erfreut sein: Quasar OJ 287 meldet sich streng nach den Regeln der allgemeinen Relativitätstheorie. In diesen Tagen zeigt OJ 287 einen seiner seltenen Ausbrüche
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Jahresrückblick
Verrücktheiten des Klimawandels, von Pluto und aus der Quantenwelt: Das zurückliegende Jahr hatte einige wissenschaftliche Höhe- und Tiefpunkte
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Beobachtungstipps für Amateurastronomen
Eine Parade der hellen Planeten am Morgenhimmel lädt zu Beobachtungen ein. Zudem lassen sich zahlreiche offene Sternhaufen am Himmel sichten.
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Markus Pössel berichtet über neue Ergebnisse vom Zwergplaneten Pluto.
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Andreas Morlok stellt seine persönlichen Highlights aus der Planetenforschung im Jahr 2015 vor.
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Jan Hattenbach beschreibt die guten Beobachtungsmöglichkeiten für die hellen klassischen Planeten im Januar und Februar 2016.
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Susanne M. Hoffmann weist auf einen Beitrag des RBB-Fernsehens über die Archenhold-Sternwarte in Berlin hin.
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Neuerscheinungen bei Spektrum
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Ob Higgsteilchen, Quarks oder Neutrinos - die flüchtigen Winzlinge tauchen nicht selten ganz überraschend auf und stellen mit unerklärlichen neuen Eigenschaften die Theoretiker auf die Probe.
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Eine Theorie von Allem: Jetzt wollen Physiker schaffen, was Einstein misslang • Würfelt Gott doch? Das Problem der Quantenmechanik • Der Irrtum des Genies: Hier verkannte Einstein die Folgen seiner Entdeckung
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