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Schwarze Löcher in Kugelsternhaufen?
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Schwarzes Loch zeichnet sich besonders durch eine Eigenschaft aus: Alles, was dort hineingerät, kann seinem starken Gravitationsfeld nicht entkommen. Selbst Licht vermag nicht zu entweichen – deshalb das Attribut "schwarz", denn wenn etwas kein Licht aussendet, sehen wir es nicht. Die verbreitete Vorstellung von einem Massemonster, das alles in sich hineinsauge, ist allerdings nicht zutreffend. Man müsste nämlich einem Schwarzen Loch schon sehr nahe kommen, um darin zu verschwinden. Stünde statt der Sonne ein Schwarzes Loch gleicher Masse im Zentrum unseres Sonnensystems, so würden sich die Erde und die anderen Planeten unverändert auf ihren jetzigen Bahnen bewegen. Es wäre dann zwar dunkel, aber rein
himmelsmechanisch wäre die Situation die gleiche.
Wenn nun nicht Planeten, sondern leuchtende Sterne um ein
zentrales Schwarzes Loch kreisen, bietet die Bahnbewegung
dieser Sterne die Chance, den ansonsten unsichtbaren Zentralkörper aus der Ferne aufzuspüren. Auf diese Weise gelang es Astronomen bereits vor einiger Zeit, im Mittelpunkt unseres Milchstraßensystems ein kompaktes Objekt von vier Millionen Sonnenmassen nachzuweisen – ein extrem massereiches Schwarzes Loch.
Kleinere Exemplare – so genannte mittelschwere Schwarze Löcher – vermuten manche Astronomen auch im Zentrum von
Kugelsternhaufen. Das sind rundliche Ansammlungen aus einigen hunderttausend Sternen, von denen es allein in unserer Galaxie etwa 200 gibt. Inmitten eines solch unübersichtlichen Gewimmels ein Schwarzes Loch über die Bahnbewegung der Umgebungssterne finden zu wollen, gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch das Nachforschen lohnt sich, weil mit dem Fund eines mittelschweren Schwarzen Lochs nicht nur eine neue Klasse dieser Objekte entdeckt wäre, sondern auch ein Schlüsselelement, das wir für ein besseres Verständnis des Universums benötigen (S. 24).
Herzlichst grüßt Ihr
Uwe Reichert
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Auszug aus dieser Ausgabe
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Blick in die Forschung - Kurzberichte
Fast drei Jahrzehnte nach der Explosion der Supernova SN 1987 A beginnt eine neue Phase in der Entwicklung ihres Überrests.
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Blick in die Forschung - Kurzberichte
Statt als umspektakuläre Sternleichen abgestempelt zu werden, geraten Weiße
Zwerge aber zunehmend in das Interesse von Forschern.
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Erste Auswertungen von Messdaten des Astrometrie-Satelliten Gaia zeigen das Potenzial für die Forschung.
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Welt der Wissenschaft - Planetenforschung
Mitte März soll sich die nächste europäische Raumsonde ExoMars 2016 auf den Weg zu unserem Nachbarplaneten Mars begeben und dort im Oktober ankommen.
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Aktuelles am Himmel
Jupiter, der gelb leuchtende Gasriese, gelangt am 8. März 2016 wieder in Opposition zur Sonne.
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Astronomie und Praxis: Beobachtungen
Die in der ersten Augusthälfte sichtbaren Perseiden sind für Sternfreunde der attraktivste Meteorstrom des Jahres.
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Astronomie und Praxis: Beobachtungen
Die Sonnenaktivität wird im Lauf des Jahres 2016 weiter abnehmen
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Astronomie und Praxis: Orte des Wissens
In Weil der Stadt kann man sich in Ruhe in Keplers Zeit und in seine wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen.
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Astronomie
Mit einem Teleskopnetzwerk wollen Astronomen Schwarze Löcher beobachten – und prüfen, ob Einsteins Relativitätstheorie auch dort noch unverändert gilt.
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Informatik: Der Siegeszug der neuronalen Netze • Lernalgorithmen: Maschinen imitieren kindlichen ...
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