Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Die Zeitmessung galt früh als kritisch

    23.02.2012, Carsten Hucho
    Unkritische Kommentare wie von dem unsäglichen 'pop''Physikanten' Michiu Kaku bei bigthink haben es überdeckt, aber die Offenheit, mit der CERN um Fehlersuche in den Originaldaten bat, war sehr gute Wissenschaft.
    Siehe auch hier http://www.smarts-club.com/2011/10/relativity-remains-relatively.html
  • Sixty Symbols

    23.02.2012, omnibus56
    Bei Sixty Symbols hatte ich einen gewichtigeren Einwand gegen die überlichtschnellen Neutrinos gehört, als sich auf Einsteins (bisher glänzend bestätigte) Relativitätstheorie zurückzuziehen.

    Alle Theorien sind bekanntlich in dem Sinne nur "vorläufig", als dass die Abwesenheit eines sie widerlegenden Experiments nicht beweisbar ist. Das Neutrinoexperiment hätte also durchaus dieses widerlegende Experiment sein können.

    Aber bei Sixty Symbols machte sie darauf aufmerksam, dass man bei der Supernova SN1987A die Neutrinos genau zu der Zeit gemessen hatte, die mit "fast" aber unter-lichtschnellen Neutrinos verträglich war. Wären Neutrinos so schnell wie die CERN-Forscher meinten gemessen zu haben, hätten die Neutrinos 3 Jahre früher hier sein müssen.

    Diesen Widerspruch fand ich "schlagend".
  • Albert

    23.02.2012, ford prefect
    Einstein - CERN 1:0
  • Verzweiflungstat?

    23.02.2012, Jörg Ewers
    Natürlich ist dieses Handeln, also das Erschleichen von Daten, für einen seriösen Wissenschaftler unwürdig. Als Forscher ist man der rationalen Sachlichkeit verpflichtet. (Inwiefern Erschleichen von Daten und gezieltes eindringen in geschütze Systeme und Aneignung von Daten gleichzusetzen sind, sei dahin gestellt.)

    Und so falsch dieses Verhalten ist, bin ich trotzdem in der Lage, diese Handlungen rein menschlich nachzuvollziehen.
    "Jahrelang hatte er sich zusammen mit vielen Kollegen gegen Unwahrheiten, Unterstellungen und Lügen von Seiten bestimmter Klimaskeptiker gewehrt, deren Tun etwa im Falle von "Climategate" ebenfalls die Grenze der Legalität überschritten hatten."

    Wer sich jahrelang auf so einer unsachlichen, deshalb von den Beteiligten oft auch als unfair und persönlich verletzend empfundenen Ebene über Klimaforschung streiten muss, dem unterstelle ich, früher oder später in Versuchung zu sein, mit gleichen Mitteln heimzuzahlen.

    Man darf nicht vergessen, das die Akzeptanz von Wissenschaft davon lebt seriös und sachlich zu sein. Vielleicht sollte man sich überlegen wie man den Forschern, die in diesem Kreuzfeuer steht, besser den Rücken stärken kann, damit sie sich in Zukunft nicht zu solchen Dummheiten hinreißen lassen.
  • Wissenschaftsfeindliches KLIMA

    23.02.2012, Axel Siegler
    tja, nicht nur die "Wissenschaft verschwand hinter wilden Vorwürfen und politischer Propaganda" - und zwar doch wohl in erster Linie von Seiten der "Klimafanatiker"-, sondern leider auch dieser Beitrag. Denn in seiner 3fachen Schimpf- und Schande-Kanonade, mit der der Autor das Heartland Institute als "konservative"n (ergo: 1. pfui) Thinktank vorstellt, der sich "offiziell" (kann man's glauben - inoffiziell wäre wohl weitaus angenehmer) und (auch noch) "offensiv" (tststs) für "freie Märkte" (2. pfui) und "gegen staatliche Einmischung jeglicher Art" (3. pfui) einsetzt, diskreditiert er mit dem tendenziösen Kontext seiner Begrifflichkeiten ausdrücklich dieses Institut und sein Anliegen, die bürgerlichen Freiheiten gegen die allmächtige Zwangsinstanz des Staates zu verteidigen, und stellt damit von vornherein klar, wessen (zwanghaften) Geistes Kind er ist! Daher erspare ich es mir, die weiteren zweifelhaften Einlassungen zu kommentieren, die z.B. Lobbyismus natürlich nur wieder in einer, nämlich der opportunen, feindbild-adäquaten Richtung verorten, ohne sich vielleicht einmal die Frage zu stellen, wieviele (Förder-)Gelder denn auf dem Spiel stünden, wenn sich ein bisher linientreuer Klimatologe einmal etwas despektierlich von der herrschenden (um nicht zu sagen: herrischen) Meinung löst - wahrscheinlich mehr als "11 600 Dollar".
    Da ich mich -im offenkundigen Gegensatz zum Kommentator- als Kind der Aufklärung begreife -und oftmals leider auch als einer seiner letzten Gralshüter- weiß ich auch, dass Unvoreingenommenheit und daher Skepsis konstitutive Merkmale wahrhaftiger Wissenschaft sind - und oute mich daher an dieser Stelle auch gern als "Klimaskeptiker"! Dass dieser Begriff nicht als Ehrenbegriff rangiert, sondern zumeist abfällig & diskriminierend missbraucht wird, zeigt schon allein den wissenschaftsfeindlichen Zeitgeist heutzutage. Ich bin also skeptisch - aber eben nicht fanatisch wie all jene Klima-Apokalyptiker, die gemäß ihrer misantrophischen Gesinnung alles Schlechte nur und immer wieder beim Menschen orten mit dem letztendlichen Ideal einer menschenfreien Welt: als Mitglied dieser Spezies fühle ich mich durch diesen omnipräsenten Menschenhass persönlich betroffen!
    Wenn es also darum geht, dieser ökofaschistoiden Gesinnungsmeute Glauben zu schenken, bin ich von vornherein vorsichtig - aber vielleicht kann ja Spektrum einige offene Fragen klären, die da z.B. wären
    a) ist der Eisbär, das Maskottchen der Klimafanatiker, wirklich vom Aussterben bedroht, nehmen also die Populationen wirklich ab - oder bleiben sie eher konstant bzw. nehmen Subpopulationen nicht eher zu? Ist Kannibalismus unter den Bären nicht eher ein Zeichen von Über- statt von Unterpopulation? Wenn in der Vergangenheit Ackerbau im zu großen Teilen eisfreien Grönland betrieben wurde, haben dann Eisbären nicht schon unbeschadet viel längere und in ihren Ausmaßen ungleich eisfreiere Wärmeperioden überstanden als die jetzige und sprechen damit den allseitigen Untergangsszenarien blanken Hohn? Wenn also hier schon gelogen wird, steht für mich auch gleich die restliche Klimahypertrophie unter Quarantäne.
    b) wenn die Kältephase in den 1960er, ~70er Jahren dem vermehrten Ausstoß durch Aerosole zuschulden ist (und ihrer Reflexion des Sonnenlichts), der dann infolge der zunehmenden Abluftfilterung in den Industriestaaten wieder nachließ: wäre es dann nicht bedeutend billiger, die Filter wieder abzuschrauben, die Konsequenzen erhöhten Aerosolsausstoßes also deutlich geringere als die des "Klimawandels" ... wenn nicht der Aerosol-Ausstoß durch das Wachstum in den Schwellenländern ohnehin wieder zunehmen wird?
    c) neben "menschengemachten" Aerosolen gibt es ja auch natürliche -in Augen der Ökogemeinde also: gute- Aerosole, die z.B. durch kosmische Strahlen erzeugt werden und zu vermehrter Wolkenbildung und damit Reflexion des Sonnenlichts führen. Die diesbezügliche These des Dänen Henrik Svensmark ist erst kürzlich von Stefan Rahmstorf in seinem Beitrag in ihrem Magazin angegriffen worden mit dem Verweis auf die seit Jahrzehnten nicht gestiegene kosmische Strahlung. Da ich Herrn Rahmstorf wie allen exponierten Klimatologen klassischen Interessenkonflikt unterstelle (siehe oben), würde mich z.B. interessieren, ob seine Datenbasis von unabhängiger Stelle bestätigt werden kann.
  • Nachtrag zur Theodizee

    23.02.2012, Andreas Pietschmann
    Die Frage der Theodizee ist meiner Meinung nach eine Frage die eigentlich falsch gestellt wird:
    Wenn wir davon ausgehen, dass Gott eine Wesenheit mit mehr Fähigkeiten ist als der Mensch, ist es nicht statthaft, wenn wir für Gott aus unserer beschränkten Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt Attribute festlegen, die er dann nach unserer Definition zu erfüllen hat. Wenn wir dann mit den von uns für Gott gewählten Attributen angesichts des Negativen in der erlebten Welt in Widerspruch kommen, beweisen wir nicht, dass Gott nicht existiert, sondern, dass wir nicht die ausreichenden Möglichkeiten haben, ihn adäquat zu beschreiben, etwa so wie jemand der in einer zweidimensionalen Ebene lebt, kein ausreichendes Verständnis für ein dreidimensionales Gebilde haben kann. Die Folge ist meiner Meinung nach, dass es weder einen Gottesbeweis oder eine Gotteswiderlegung geben kann.
  • Und was noch fehlt...

    23.02.2012, Michael Kühnapfel
    Dazu passt auch, was leider vergessen wurde zu erwähnen, dass Männer für die gleichen Vergehen eine höheres Strafmaß erhalten als Frauen. Es ist zu vermuten, dass dabei ähnliche Mechanismen wirken.
  • hm...

    22.02.2012, frantic
    hmmmm.....

    ich bleibe gespannt....
  • Übersetzung

    22.02.2012, Daniel Dumke
    Die Autorin macht leider den Fehler, "fitness" aus dem Englischen mit dem deutschen Wort Fitness zu übersetzen.
    Dies stellt jedoch leider nur eine mögliche Übersetzung dar und, sofern es sich dabei nicht um einen Artikel zur körperlichen Ertüchtigung oder eventuell Gehirnjogging handelt, eben die falsche.
    Nachdem ich mir den Originalartikel durchgelesen habe, bin ich nun sicher, dass die Übersetzerin "Eignung" meinte.

    Es ist schade, dass dies sowohl der Autorin als auch der Redaktion entgangen ist.
    Antwort der Redaktion:

    Es ist noch etwas komplizierter.

    Die Autorin hat genau diese Wortwahl mit der Redaktion diskutiert, mit dem Ergebnis, dass es "Fitness" heißen muss. Natürlich ist – was dem Leser schwerlich entgehen dürfte – nicht die Fitness gemeint, die das Fitnessstudio zu fördern verspricht. Vielmehr gibt es unter den Evolutionsbiologen eine Auseinandersetzung darüber, was genau "Fitness" im Sinne von Darwin bedeutet. Eine Position in dieser Auseinandersetzung ist: "Fitness" heißt eigentlich nichts weiter als Überlebenswahrscheinlichkeit. "Survival of the fittest" ist nur die Tautologie "survival of the survivor". Es kommt wohl häufig vor, dass eine Art eine Katastrophe überlebt, nicht weil sie darauf besonders gut angepasst war, sondern weil sie schlicht Glück gehabt hat.

    Diese Diskussion wird auch von deutschsprachigen Teilnehmern mit dem Wort "Fitness" geführt. "Eignung" wäre zwar eine korrekte Übersetzung, wird aber kaum verwendet und daher auch kaum verstanden.

    Im Kontext des Artikels ist "Fitness" nun genau das: ein Maß für Überlebenswahrscheinlichkeit und nichts weiter. Also müssen wir das sachlich unzutreffende Wort "Fitness" verwenden, weil es richtig verstanden wird, und nicht die korrekte Übersetzung des sachlich unzutreffenden Wortes, weil die falsch verstanden würde. Es ist eindeutig das kleinere Übel.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • traue keiner Statistik die Du nicht selbst .....

    22.02.2012, Diane de Reynier
    Es ist keine Frage, dass das Klima sich wandelt, das hat es immer getan. Die Statistiken gehen jedoch von der Ende der "Kleinen Eiszeit" um 1850 aus, und da ist der Eindruck entsprechend katastrophal. Um das Jahr 950-1000 A.D. waren die Anbaugrenzen in den deutschen Mittelgebirgen um 200 m höher als gegenwärtig, Getreideanbau war in Norwegen bis fast zum Polarkreis möglich, Weinanbau in Ostpreußen und Pommern, etc. Und vor 8000 bis 4000 Jahren, war hier das Klima um ein paar Grad wärmer als heute.

    E C H T E Information tut Not, nämlich erstens die effektiv gesammelten Daten mit deren Fehlertoleranz getrennt von deren Interpretation zu publizieren. Die Geschichte der Wissenschaft ist eine Reihe richtiger Beobachtungen mit Interpretationsversuchen die sehr lange falsch waren, gekoppelt. Auch sind die Klimamodellen nie publiziert, welche Parameter zu wie viel Prozent? Das wäre eine dankenswerte Aufgabe für SdW, einmal ehrliche Information zu leisten. Keine Prognose, sondern nüchterne Feststellung: das wissen wir, und sehr vieles noch nicht, unser Modell sieht so aus.

    Die wirtschaftlichen Interessen sind beiderseits erheblich. Das jeder dann es den Politikern gleich tut und polemisch alle Register zieht ist menschlich Schließlich müssen die "Klimaforscher" ihre Fördermittel begründen, und Katastrophe ist wirksam und journalistisch leicht umzusetzen. Die Skeptiker sind auch Unternehmer, die sehen müssen, dass sie kompetitiv bleiben und die Milliarden, die wir an die unehrlichen Griechen vergeuden, verdienen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Diane de Reynier





  • Der Ehrliche ist der Dumme?

    22.02.2012, Jutta Paulus
    Herrn Lingenhöhls Urteil, es handele sich hier um einen Bärendienst, kann ich mich nicht anschließen.
    Zugegeben, es gibt elegantere Formen der politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Aber ist es nicht geradezu zwingend notwendig, die Verstrickungen scheinbar objektiver WissenschaftlerInnen aufzudecken, um Lobbyismus zu enttarnen? Wem ist geholfen, wenn in edler Einfalt und stiller Größe über derlei Unregelmäßigkeiten geschwiegen wird?
  • Gleick gefeuert

    22.02.2012, Florian von Schilcher
    http://wattsupwiththat.com/2012/02/21/an-open-letter-to-dr-linda-gundersen/
  • Recherche mangelhaft

    22.02.2012, Florian v. Schilcher
    Die lockere Art mit der auch in seriösen Medien davon ausgegangen wird, dass die Klimakatastrophe eine eindeutig bewiesene Tatsache ist, erstaunt mich immer wieder. Dabei hat diese Hysterie alle Anzeichen des Waldsterbens, nur ist alles einige Größenordnungen gewaltiger. Aber deutsche Weltretter mischen auch diesmal wieder heftig mit.
    Hätten Sie gescheit recherchiert, Herr Lingenhöhl, wären Sie im Netz auf den Nachweis gestoßen, dass es sich bei dem Heartland-Papier um eine Fälschung handelt.
    Weiter so.
    FvS
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr von Schilcher,

    in meinem Kommentar wird explizit erwähnt, dass das Heartland-Institut von einer Fälschung spricht. Das ist auch nicht Kern des Kommentars, sondern das Verhalten von Peter Gleick.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl

  • Wie wäre es, wenn Spektrum selbst mal damit anfängt?

    22.02.2012, Gilbert Brands
    Wie man es auch dreht und wendet - die Sachlage ist alles andere als unstrittig. Um so bedauerlicher, wenn wissenschaftliche Zeitschriften für die Breite wie Spektrum, die eigentlich (Fakten,Meinungen?) vermitteln sollten, einseitig Partei ergreifen. Jedenfalls habe ich hier noch keinen einzigen Artikel der so genannten Gegner, zu denen immerhin auch Nobelpreisträger gehören, gesehen, sondern nur "Gegendarstellungen und Korrekturen" der Klimakatastrophenbefürworter, stets gepaart mit diffamierenden Vokabeln wie fragwürdig, verlogen usw. Das Krönchen ist der stets wiederholte Vorwurf des Lobbyismus, wobei natürlich verschwiegen wird, dass die Lobby hinter der Klimakatastrophe qua CO2-Zertifikathandel und Wirtschaftsmilliarden für Entwicklungsprojekte (= westliche Wirtschaftsunternehmen) deutlich die größere ist. Fangen Sie bei sich selbst und Ihrer Berichterstattung an!
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Brands,

    an dieser Stelle möchte ich darauf verweisen, dass wir z.B. auch des Öfteren Hans von Storch zu Wort kommen lassen - u.a. mit einer expliziten Aufforderung von ihm, dass die Klimaforschung mit Skeptikern spricht ("In der Glaubwürdigkeitsfalle oder "'Wir müssen die Herausforderungen durch die Skeptiker annehmen!'"). Wir berichteten über das Cloud-Experiment am Cern, das angeblich immer verschwiegen wird ("Wolkenbildung im Labor nachgespielt") und hatten die Thesen von Svensmark als Thema ("Kosmische Strahlung macht keine Wolken" und "Beeinflusst die kosmische Strahlung des Klima?").

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl

  • Meeresalgen

    21.02.2012, Karl Bednarik
    Wenn man Cyanobakterien oder ein- oder mehrzellige Algen aus dem Meer verwendet, dann benötigt man für die Primärproduktion weder Ackerland noch Süsswasser.