Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wer leuchtet diesen Forschern heim?

    27.07.2006, Dr. Thomas Schäfer
    Verstehe ein Mensch solche Forscher:

    Eingangs wird in diesem Artikel kurz aber doch überzeugend dargestellt, daß die Objekte der Forschung - die Hummeln - ein besserers Orientierungsvermögen aufweisen, als man es erwartet hatte. Dann wird als mögliche Konsequenz erweiterter Forschungen die Installation von Orientierungshilfen erwogen, um die Hummeln besser heimzuleiten.

    Ja was denn nun? Orientieren sich die Tiere nun besser als erwartet (scheint glaubhaft, da sie es immerhin Millionen von Jahren ohne "Forschers" Hilfe nach Hause schafften) oder stimmt das alles nicht, und sie brauchen doch Hilfe?

    Die Antwort erscheint allzu offensichtlich. Warum also diese kindischen Gedanken an Hummel-Orientierungshilfen ?

    Mit solchen Mätzchen verscherzt sich Forschung ihre Reputation.
  • Falsche Forschung?

    26.07.2006, Dietmar Lammers
    Lieber Richard Zinken,

    beim o.g. Artikel blieb mir ja sogar das Schmunzeln im Hals stecken - weil ich, vielleicht zufällig
    gerade aus dem Bereich der Medizin, immer mehr solcher Art lese.

    a) ist das Ergebnis kleineren Essbestecks
    schon so alt, das es sicher - vermutlich schon mehrfach in unterschiedlichen Experimenten - untersucht wurde.

    b) erlaubt das geschilderte Experiment gar keinen Schluss in dieser Richtung, oder bestenfalls den, dass die Kollegen der Untersuchenden sich durchaus rational den größeren Teller nehmen, wenn sie mehr Appetit haben.

    Die Arbeitsweise, die Teil (b) offenbart, erschreckt mich dabei wirklich - wie wäre es mit einem Artikel zu sauberer wiissenschaftlicher Arbeit, und sauberem Schließen?

    mfG,
  • Autofahren/Heimeinweisung

    21.07.2006, Lothar Franke, Mainz
    Liebes Spektrum

    unterstellt man da nicht irrtümlich das Wirken eines kausalen Zusammenhangs, wo doch nur eine Korre-lation nachzuweisen ist, nämlich: wer länger Auto fährt muss später ins Heim.

    M.E. gibt es in grober Klassifizierung)zwei Gruppen in der untersuchten Altersschicht. Die eine Gruppe A) hat gut funktionierende Neuronen und Synapsen, Augen und Ohren, Muskeln, Knochen und Gelenke und kann infolgedessen länger Auto fahren und muss erst später ins Heim. Die zweite Gruppe B) hat sklerotische Arterien (verstopfte Carothiden), Glaukom, hört schwer und vergisst die Vorfahrt-Vor-schriften und muss zeitiger mit Auto-fahren aufhören und muss, wenn schon nicht wegen beginnender Demenz, so doch wegen Hilfsbedürftigkeit auch lebenszeitiger ins Heim.

    Es ist aber m.E. unzulässig zu folgern, dass längeres Autofahren die Chance böte, von Gruppe B) in Gruppe A) überzuwechseln. Damit erübrigt sich dann auch der im letzten Satz ausgesprochene Empfehlungsverzicht.

    Mit herzlichen grüßen, Lothar Franke +

    NB: Ich habe vor 8 Jahren mit 79 Jahren wegen Seh-schwierigkeiten das Autofahren aufgegeben.

    D.O.,
    Antwort der Redaktion:



    Lieber Herr Franke,



    genau wegen dieses unterstellten kausalen Zusammenhangs, wo nur ein statistischer ist, wanderte die Meldung in die Rubrik "Sommerloch heute". Allerdings haben wir es etwas überspitzter formuliert als die Autoren des Papers.



    Beste Grüße,

    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Gleichgewicht?

    20.07.2006, H. Sextl
    Gleichgewicht hat es im Kosmos noch nie gegeben! Allenfalls vor dem Urknall, aber damals geriet es auch aus demselben.
    Gleichgewicht ist Stillstand jeder Entwicklung. Das Handeln des Menschen kann allenfalls die Richtung der Entwicklung verändern. Ob der Mensch damit wider die Natur handelt hängt letztlich von der Antwort auf die Frage ab, ob der Mensch Teil der Natur ist oder als Fremdkörper in diese Welt gesetzt wurde.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Sextl,



    "Gleichgewicht" im ökologischen Sinne ist meist nicht statisch, sondern dynamisch: Nur dadurch, dass alles im Fluss ist, bleibt ein System in seiner momentanen Zusammensetzung und mit allen seinen Funktionen erhalten. Wird an einem Faktor gedreht, ermöglicht die Dynamik, dass dem Druck zunächst widerstanden wird - bis zu einem gewissen Punkt, ab dem sich das System ändert und einen neuen "Gleichgewichtszustand" einnimmt.



    Der Mensch kann somit auch als Bestandteil des Systems Einfluss nehmen und Systeme grundlegend verändern.



    Beste Grüße,

    Antje Findeklee
  • Sommerloch

    19.07.2006, Lothar Franke, Mainz
    Liebe Frau Findeklee,

    üblicherweise lese ich 1 bis 2 der morgendlichen Artikel, manchmal auch das Original-abstract.

    Aber die Sommerloch-Artikel lese ich immer. Zum heutigen bewundere ich Ihr Quellenstudium.

    Herzliche Grüße,

    Ihr = Lothar franke +++
  • Quellenangabe?

    14.07.2006, Uwe Mick
    Der DOI 10.1073/pnas.0604517103 lässt sich über DOI.org nicht auflösen, und auch die Suche (advanced search - specify doi) auf pnas.org führt zu keinem Ergebnis.

    Vielleicht wäre es (nicht nur bei dieser Meldung, sondern allgemein) besser, nicht nur DOIs anzugeben, sondern auch (zusätzlich) die alte Art der Quellenangabe mit Ausgabe und Seitenzahl beizubehalten, um ein Auffinden der Quellveröffentlichung zu ermöglichen - sonst werden DOIs schnell zum dead-end.

    Danke
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Mick,



    wir sind Ihrer Meinung und bevorzugen stets die "alte" Art der Quellenangabe mit Ausgabe und Seitenzahl in allen Fällen, in denen uns dies möglich ist. Leider ist jedoch zunehmend seltener der Fall.



    Das von ihnen angesprochen Beispiel ist in dieser Hinsicht typisch: Bei der Veröffentlichung aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) handelt es sich um einen von der Zeitschrift so genannten "Early Online"-Artikel. Diese Texte erscheinen für einen bestimmten Zeitraum zunächst ausschließlich im Internet, um erst später in die Printausgabe der Zeitschrift aufgenommen zu werden (oder auch nicht). Auch die Vorabdrucke, auf die wir zugreifen können, sind nur mit "Digital Object Identifier" gekennzeichnet, eine Seitenzahl und Heftnummer existiert (noch) nicht.



    Dies wäre natürlich nicht weiter ärgerlich oder sogar praktisch, wenn der von PNAS vergebene DOI per DOI.org zeitnah aufzulösen wäre. Leider funktioniert dies aber nur, wenn der DOI von allen Beteiligten tatsächlich schon eingereicht, vergeben und eingepflegt wurde. Dies dauert aber in der Regel offensichtlich einige Zeit. Erschwert wird die Sache in diesem Fall dadurch, dass gerade die PNAS-Seiten selbst nur allmählich nach Veröffentlichung der Publikationen aktualisiert werden. Das führt zu dem bedauerlichen Fall, dass zwar die zukünftige DOI bekannt ist, selbst auf der PNAS-Seite aber noch nicht zu finden ist. Wann einzelne Artikel tatsächlich einzusehen sind, ist von uns leider nicht vorherzusehen.



    Hoffen wir gemeinsam auf wenige DOI-dead-ends.



    Mit freundlichen Grüßen



    Jan Osterkamp


    Redaktion spektrumdirekt



    PS: Für die Benutzer, die mit DOIs bislang gar nichts anfangen konnten: Mit einer DOI können Sie ein Paper "im Prinzip" (siehe aber obige Einschränkung) online leicht aufsuchen - Sie finden sie über den Server der internationalen DOI-Stiftung, dem Betreiber des DOI-Systems. Dazu dient eine URL-Eingabe in ihrem Internet-Browser: http://dx.doi.org/xx, wobei sie "xx" mit der angegebenen Nummer ersetzen. In diesem Fall sollte das also zu http://dx.doi.org/10.1073/pnas.0604517103 und dem dazu gehörigen Paper führen - wenn alles gut geht.
  • Abwägung

    09.07.2006, F. Kronberg
    Zum Leserbrief von S. Ratzel:
    Solche Fragen werden sinnvollerweise durch Güterabwägung entschieden. Den Verkehr jeglicher Art wegen der innewohnenden Risiken zu verbieten wäre blödsinnig, weil er zur Aufrechterhaltung unserer Wirtschaft unerläßlich ist. Der Schaden, den man damit anrichten würde, würde den Nutzen um viele Größenordnungen übersteigen. Der Schaden, den der Tod eines nach dem Urteil aller ernst zu nehmenden Fachleute nicht ungefährlichen Braunbären anrichtet, ist marginal gegenüber dem möglichen Tod eines Menschen durch eben diesen Bären. Also ist der Abschuß sinnvoll, und der Vergleich mit dem Verkehr nicht.
  • Mysteriöse Materieanhäufung

    06.07.2006, Lothar Franke, Mainz
    Wirklich mysteriös; für mich die erste Meldung über ein Himmelsobjekt, bei dem nur mitgeteilt wird, durch welche Strahlen es sich n i c h t bemerkbar macht. Hätte mich schon interessiert, in welchem Spektralbereich es die Mrd.-Lichtjahre bis zu uns geschafft hat.
    Antwort der Redaktion:



    Sehr geehrter Herr Franke,



    Der Blob ist ein so genannter Lyman-Alpha-Blob, das heißt er emittiert hauptsächlich Strahlung, die aus einem ganz bestimmten Übergang im Wasserstoffatom resultiert – dem Lyman-Alpha-Übergang. Bei diesem Übergang wird eine elektromagnetische Welle mit einer Wellenlänge von 121,6 Nanometer ausgesandt.


    Die Aufnahme, auf dem der Blob zu sehen ist, wurde allerdings in einem Wellenlängenbereich um 505 Nanometer gemacht. Die vom Blob emittierte Strahlung wird also mit einer verlängerten Wellenlänge empfangen. Dieses Phänomen wird als Rotverschiebung bezeichnet und lässt sich durch die Ausdehnung unseres Universums erklären, während die Strahlung zum Beobachter gelangt.



    Ich hoffe, damit Ihre Frage beantwortet zu haben.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Maike Pollmann, Redaktion spektrumdirekt
  • Forscher und Empathie

    01.07.2006, Gabriele Loewenhofer
    Einem Tier Leid zuzufügen, um zu sehen, ob ein anderes Tier mitleidet?
    Die Fähigkeit des Homo Weißkittel zur Empathie muß wohl auch differenzierter betrachtet werden!
  • Schwerer Fehler

    29.06.2006, Karl Bednarik
    Hallo an die Redaktion,

    Zitat:

    Im gesunden Zustand ist Lithium mit seinen drei Protonen im Kern unauffällig schlank.

    Neutronen hat es keine.

    Ende des Zitats.

    Natürliches, stabiles Lithium ist so zusammen gesetzt:

    Li-6, 7,5 %, mit 3 Neutronen,

    Li-7, 92,5 %, mit 4 Neutronen.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Karl Bednarik.

    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Bednarik,



    hoppla, da ist uns wirklich ein schwerer Fehler unterlaufen. Wir haben die Textstelle verbessert.



    Herzlichen Dank für den Hinweis!



    Beste Grüße,



    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Sommerloch-Logik

    29.06.2006, Lothar Franke
    Zeilen 13 und 14 (in der Druckversion)

    offenbart die Sommerloch-Logik.

    Dies ist keine "Hintensitz"-Statistik, sondern eine "Anschnall-/Nichtanschnall"-Statistik. Und dies kannten wir schon seit letztem Winter.
  • zu "Beerensaft gegen Karies?"

    29.06.2006, H. Schiller / Hannover
    Wäre nicht dieser Artikel (statt des doch recht affirmativen "Hinten in der Mitte...") viel geeigneter für die Sommerloch-reihe gewesen?

    Wie man auf www.mwdental.de frei erfährt, wurde in der Preiselbeer-Untersuchung Zuckerlösung(!) als Kontrollsubstanz verwendet.

    Einzig gerechtfertigt ist also eine Aussage wie "Preiselbeersaft weniger Kariesfördernd als Zuckerlösung"

    und die hat doch wirklich ein goldenes Sommerloch am Bande verdient, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Schiller,



    wir haben in der Tat lange überlegt, ob wir nicht die Moosbeeren als "Sommerloch heute" bringen - die Entscheidung ist uns wirklich schwer gefallen...



    Mal sehen, wer letztendlich das goldene Sommerloch am Bande bekommt - Kuriositäten gibt es genug.



    Beste Grüße,

    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Ältere Brüder - jüngere Schwestern

    27.06.2006, H. Schiller / Hannover
    1) Ist eigentlich schon mal die Korrelation der (männl.) Homosexualität mit dem Vorhandensein (etwas) jüngerer Schwestern untersucht worden?

    2) Für beide Korrelationen - so sie denn existieren - lassen sich (evolutions-) biologische Hypothesen aufstellen: Vermeidung von "Mord und Totschlag" durch Vermeidung einer Brüder-Rivalität im einen Fall, Inzest-Vermeidung im anderen.
  • Peinlich!

    27.06.2006, S. Ratzel
    Wie peinlich! Und wir gehen nach Afrika, um den weitaus ärmeren Menschen dort zu erzählen, daß sie Elefanten, Gnus, Zebras und Löwen doch auf ihrem Land schützen und neben ihnen leben lassen sollen! Wie sollen die das schaffen, wenn wir reichen Industrieländer es nicht mit EINEM EINZIGEN Bären aufnehmen können!

    "Problembär" - von "Problemverkehr" spricht niemand, obwohl jedes Jahr hunderte von Kindern durch Verkehrsunfälle so schwer verunglücken, daß sie sterben oder nicht mehr so weiterleben können wie vor dem Unfall.

    Es ist eben alles eine Sache der Priorität - schade, daß sie anscheinend SO verteilt ist!
  • Betäubungsschuss

    27.06.2006, A.Schoofs
    Erst setzt man einen Bären (der soweit ich mitbekommen habe, in seiner Kindheit mit Menschen sogar mehr oder weniger "vertraut" war) bewußt aus in der dichtbesiedelten mitteleuropäischen "Wildnis", dann stellt man fest, daß das Tier temperamentvoller ist als gedacht.....Angeblich soll es nicht mal der letzte Versuch einer Bärenwiederansiedlung in hiesigen Gefilden sein....

    Spätestens wenn der erste Wanderer oder Radfahrer oder Skifahrer zerfleischt wird von einem prachtvollen und hungrigem Tier, wird das Geschrei groß sein unter denen, die nur den Umgang mit Teddybären gelernt haben, und man wird das leider angesichts der Bevölkerungsdichte sinnlose Auswilderungs-Projekt wieder EU-weit beenden.

    Nochwas:
    Um wie viel dichter hätte man an Bruno herankommen müssen, um ihn mit einem Betäubungsgewehr zu "erlegen" - relativ zu einem Schrotgewehr ? Ich denke mir, daß das mit der Betäubung doch so schwer nicht sein kann. In Tierfilmen von Grzmek & Co immerhin war es möglich, sogar rasend schnelle Geparden und ELefanten zu überwältigen.
    Warum also ist nicht jeder Jäger im Einzugsgebiet von Bruno mit einem Betäubungsgewehr ausgestattet worden ? Sind diese Gewehre so selten ? Wäre das nicht einfacher und effizienter gewesen, anstatt dem Bären mit Hunden hinterherzulaufen und Riesenkäfige aufzustellen, in der Hoffnung, daß der Bär dumm genug ist, da reinzutapsen ?