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Weltraumteleskop Euclid: Blick in ein himmlisches Katzenauge

Mit dem Weltraumteleskop Euclid entstand diese farbenprächtige Aufnahme des Planetarischen Nebels NGC 6543 im Sternbild Drache, der auch den Spitznamen Katzenaugennebel trägt.
Ein astronomisches Bild zeigt eine dichte Ansammlung von Sternen im Weltraum. Im Zentrum befindet sich ein heller, bläulicher Nebel mit komplexen, farbigen Strukturen, die sich radial ausbreiten. Links ist eine Spiralgalaxie zu sehen. Der Hintergrund ist mit zahlreichen leuchtenden Sternen und Galaxien übersät. Das Bild vermittelt die Weite und Komplexität des Universums.

Der Katzenaugennebel im Sternbild Drache

Etwa 4300 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Drache befindet sich der Planetarische Nebel NGC 6543. Wegen seiner Erscheinung in kleineren Teleskopen, die an das geschlitzte Auge einer Katze erinnert, erhielt er den Spitznamen Katzenaugennebel. Das Bild wurde mithilfe des Weltraumteleskops Euclid aufgenommen, das systematisch etwa ein Drittel des gesamten Firmaments im Visuellen und Infraroten abtastet. Normalerweise wird Euclid auf eher »langweilige« Himmelsregionen mit wenig Vordergrundsternen und anderen nahen Objekten gerichtet, aber in diesem Fall geriet der Katzenaugennebel mit ins Beobachtungsfeld.

Der eigentliche Planetarische Nebel ist die helle Struktur in der Bildmitte, umgeben von einem annähernd sechseckigen Gebilde aus heißem Gas. Es sind die Überreste eines starken Sternwinds, die der sterbende Stern im Zentrum von NGC 6543 während seiner Phase als Roter Riese abgegeben hat. Nun ist er dabei, seine äußeren Hüllen endgültig abzustoßen. Dabei zieht sich die heiße Kernzone, in der einst die Fusion von Wasserstoff zu Helium ablief und die den Stern mit Energie versorgte, zu einem Weißen Zwerg zusammen. Dieser extrem heiße Sternüberrest hat etwa die Größe der Erde, kann jedoch die bis zu anderthalbfache Masse unserer Sonne enthalten. Ein Kubikzentimeter dieser auch als »entartete Materie« bezeichneten Substanz wiegt mehrere Tonnen.

Schaut man sich das unmittelbare Umfeld der geschlitzten »Pupille« an, so erkennt man mehrere konzentrische Gashüllen, die der Stern im Verlauf seines Sterbeprozesses ausgestoßen hat. Die »Pupille« selbst stellt die jüngsten Auswürfe dar: In ihrem Zentrum befindet sich der heiße Zwerg. Das Bild wurde in unterschiedlichen infraroten und visuellen Wellenlängenbereichen aufgenommen und gibt damit nicht den farblichen Eindruck mit dem Auge wieder. Neben vielen Sternen unseres Milchstraßensystems lässt sich auch eine Vielzahl weit entfernter Galaxien in der Aufnahme erkennen. Die jeweils sechs Strahlen um die helleren Sterne gehen auf Streulicht von der Haltestruktur des Sekundärspiegels des Euclid-Teleskops zurück, die auch als Spinne bezeichnet wird.

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