Eingesperrte Minischwimmer: Physikalischer Effekt hindert Quallen am Aufsteigen

Gebremste Eleganz
Normalerweise sind die filigranen Würfelquallen gute Schwimmer. Schichten innerhalb eines Gewässers können aber zur unüberwindbaren Barriere werden – allein wegen der physikalischen Dichteunterschiede und nicht etwa, weil die Tiere ihr Verhalten ändern würden.
Zu dieser Erkenntnis ist ein Team der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach einer seltsamen Beobachtung in den Everglades in Florida gelangt: Nach einem Regenschauer waren die Tiere in tieferen Regionen wie eingesperrt. Üblicherweise schwimmen sie zur Nahrungssuche an die Oberfläche.
In einem Wasserbecken im Labor untersuchten die Forscher dieses Verhalten der nur knapp einen Zentimeter kleinen Würfelqualle Tripedalia cystophora genauer. Sie fanden heraus, dass die Tiere die salzärmere Oberflächenschicht nicht etwa aktiv meiden oder sich darin einfach nur schlechter fortbewegen. Vielmehr schaffen sie es gar nicht erst, von unten hineinzugelangen.
Die Würfelquallen erzeugen mit ihren Schwimmbewegungen einen Widerstand. Bei bestimmten Dichteunterschieden wird dieser so groß, dass er die Tiere im tieferen Salzwasser festhält.
Eigentlich untersucht der an der Studie beteiligte Biologe Jan Bielecki in seiner Nanoelektronik-Forschungsgruppe, wie wir von einfachen Nervensystemen wie denen der Würfelqualle für die Technik lernen können. In diesem Fall war die Erkenntnis allerdings eine physikalische: Selbst noch so ausgefeilte Mikroschwimmer, ob biologisch oder künstlich, werden von der Physik manchmal auf ungeahnte Weise ausgebremst.
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