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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 168

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Sehr optimistisch geschrieben

    27.12.2017, Stefan Lehmacher
    Der Beitrag ist sehr oberflächlich und viel zu optimistisch. Bei genauerer Betrachtung der vier Konzepte stellt sich nämlich heraus, dass die Reaktortypen entweder mit derart korrosiven Stoffen betrieben werden, dass sie sich quasi selbst zersetzen. Materialtechnisch liegt bislang nichts adäquates vor, dass diesen Belastungen gewachsen wäre. Andere Reaktoren müssten hingegen mit so hoch angereichertem Uran gefahren werden, dass der Stoff zum Bombenbau taugte. In weiteren Reaktoren der Generation IV wird zudem Plutonium erbrütet, was bedeutet, dass man in den Plutoniumkreislauf einstiege. Das ist alles nicht sehr ermutigend und auch in den 2020er Jahren nicht lösbar.
  • Der Artikel ist eher Werbung als ein wissenschaftlicher Artikel

    27.12.2017, Dirk
    Der Artkel stellt Behauptungen auf, die dann nicht im Geringsten mit Zahlen untermauert werden mit.
    „Deutschlands nichtnuklearen Sonderweg gehen wohl nur die wenigsten Länder mit. Im Gegenteil, anderswo entwickelt man mit Hochdruck die Atomkraft der nächsten Generation.“ „Denn nicht nur in Kanada sieht es nach einer strahlenden Zukunft für neue Kernkraftwerke aus“
    Als Beleg nennt er, dass 9 Länder sich zu einer Forschungsgemeinschafft zusammengetan haben (inzwischen + 4), die 6 neue Konzepte entwickelt haben, die aber oft gar nicht neu sind, sondern Jahrzehnte alt.
    Wieviele Länder gibt es? Ca. 200. Damit sind 13 wohl nicht die meisten. Und wieviel dieser neuen Reaktoren sind inzwischen gebaut und wieviel werden in den nächsten Jahren gebaut? Wohl irgendwas in der Gegend von 0-2. Um wieviel sind sie günstiger als Sonnen- und Windenergie? Gar nicht. Hat man mit den neuen Reaktoren das Abfallproblem gelöst? Nein.
    Wie teuer werden diese neuen Reaktoren sein? Werden Sie überhaupt wirtschaftlich sein können, ohne dass es wieder Milliarden an Subveuntionen gibt?
    Keine Antworten auf diese Fragen in diesem Artikel. Was mich noch interessieren würde: In welcher Beziehung steht Herr Hummel zur Nuklear-Industrie und wie kommt ein solcher Artikel in Spektrum, eine Zeitschrift, die sonst seriöse Artikel enthält.
  • Die Aufgabe der Journalisten

    27.12.2017, Bernhard Knoll
    wäre ja gerade, zu einem Thema alle relevanten Fakten zu recherchieren und umfassend zu informieren. Ich beobachte aber oft, wie zu einem Ereignis X in verschiedenen Zeitungen durch Weglassen von Informationen, Ausdrucksweise, emotionale Assoziationen etc. ein völlig unterschiedliches Bild erzeugt wird. Meist auch mit systematischen Färbungen in verschiedenen (europäischen) Ländern. Damit habe ich folgende Probleme:
    1. Aus wie vielen Quellen muss ich mich informieren, wie viel Zeit und Geld muss ich investieren, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten (und wozu ist dann noch der Journalist als Zwischenstufe gut?)
    2. Was, wenn die Mehrzahl der Medien einer Meinung ist und gewisse Fakten damit unter den Tisch fallen?
    3. Der Bestechung wird Tür und Tor geöffnet.
    4. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn als Folge von schlechten Meinungen Schaden entsteht? Sicher nicht die Journalisten.
    Wer unbedingt eine Meinung vertreten will, sollte doch lieber gleich in die Politik gehen.
  • Eben Aktionismus...

    27.12.2017, Karl Müller
    Hier ist ohnehin schon wenig über die Norm zu erreichen. Der Anteil an illegaler Pyrotechnik nimmt quasi explosionsartig zu, auch wenn es so noch leicht übertrieben formuliert ist.
    Sozusagen viel Lärm um nichts, weil schon aktuell die Norm nach Belieben umgangen wird und der Handel mit illegaler Pyrotechnik nur noch mehr aufblühen wird.
    Die denn auch wegen der deutlich größeren NEM und auch wegen eines anderen Umsetzungscharakters aufgrund der höheren Sprengleistung reichlich Feinstaub, auch sekundären, generieren.
  • Der MSR und der LCFR

    27.12.2017, ulrich Hammerla
    könnten zudem erheblich dazu beitragen, das Entsorgungsproblem zu lösen. Wie beim komplizierteren SFR besitzen diese Reaktoren keine Brennelemente, die ausgetauscht und aufbereitet werden müssen. Das gesamte Spaltmaterial befindet sich im Primärkreislauf, langlebige Isotope die (hauptsächlich) das Entsorgungsproblem verursachen, werden durch die schnellen Neutronen rasch zerstört - diese Reaktortypen könnten radioaktiven Müll unter Energiegewinnung "recyceln". Zudem arbeiten sie im Primärkreislauf drucklos, was eine Menge Sicherheitsprobleme von vorneherein ausschließt.
    Bis die Kernfusion überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann, werden noch Jahrzehnte vergehen - und mögliche Sicherheitsprobleme sind womöglich noch nicht einmal bekannt.
  • Privater Gebrauch von Feuerwerken muss untersagt werden

    27.12.2017, Susan Ville
    Schließe mich dem/der VorkommentatorIn an, und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Wir können von unseren Kindern nicht verlangen, dass sie den Wert unseres Planeten und der Natur schätzen lernen, sie von einem fahrlässigen Umgang letzter Generationen mit der Umwelt überzeugen, wenn wir zeitglich allen Wildtieren zumuten, diesen Unsinn an nachkriegsfreudigem Brauchtum so weit zu treiben, dass uns der offensichtliche Schaden heute kalt lässt.
    Dieser Schaden lässt sich nicht nur in Emission messen, sondern auch in Dezibel, denn über das Netz werden Artikel verschoben, die weitaus lauter explodieren, als erlaubt, aber wer kann das schon kontrollieren, wenn Ware in den Handel kommt, die aus Substanzen besteht, die keiner kennt, ohne Deklaration und vorgeschriebene Warmhinweise?
    Böller werden zudem nicht nur an Silvester gezündet, sondern bereits Wochen vorher, obwohl es eine Ordnungswidrigkeit darstellt.
    Wen kümmert es, wenn eine ahnungslose Katze ein Knalltrauma erfährt, oder Vögel in Panik ihren Futterplatz aufkündigen?

    Längst sind Raketen und Böller lauter als das Gesetz es mal vorgesehen hat, durch den Schwarzmarkt sind schadhafte, chem. verunreinigte oder falsch deklarierte Artikel im Umlauf.
    Wie soll man das je kontrollieren?
    Gar nicht. Es muss ein Verbot her!
    In vielen Metropolen Europas, ist privates Knallen längst untersagt, so wie in London am New Year's Eve nur ein städtisches, von Profis kontrolliertes, sicheres Feuerwerk gezündet wird. Unkontrolliertes, privates Zünden von Knallern wäre viel zu gefährlich, angesichts der dichten Menge von Touristen, und ist im Zeitalter der Anschlagsgefahr und des Aufenthaltes von Kriegsflüchtigen auch ethisch bedenklich.

    Außerdem: gerade während der Wintermonate, gibt es unzählige Beschreibungen von Autofahrern in Metrropolregionen, wie dem Ruhrgebiet, über solch extreme Nebelbildung, dass man die Stadtautobahnen nicht befahren konnte (ab 2006 u.f.).

    Das millionenfache Verpulvern von Sprengstoffen ist also nicht nur in Form des Feinstaubs ein gesundheitliches Risiko, es gefährdet Kinder und Tiere, und die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern.

    Was spricht FÜR das private Abbrennen von Knallkörpern?
    Nichts.
    Jede größere Gemeinde kann ein Feuerwerk mit Pyrotechnikern organisieren, welches man Kilometer weit sehen kann, sogar meist wesentlich eindrucksvoller, als wenn jeder willkürlich einzelne Raketen abfeuert.
    Kein vernünftiger, umweltbewusster Bürger braucht Böller oder Raketen!
    Missbrauch durch Sachschäden nicht einmal mit eingerechnet.
  • Klingt sehr toll oder " Alter Wein in neuen Schläuchen"?

    27.12.2017, Detlev Röhle
    Drei offene Fragen:
    1. Was ist mit dem Atommüll, Wo und wie wird der Atommüll gelagert und Wer garantiert für Lagerung während der nächsten 2000 Jahre?
    2. Was passiert mit diesen Atomkraftwerken im Kriegsfall? Reicht dann schon eine konventionelle Bombe, um eine radioaktive Katastrophe auszulösen.
    3. Konventinelle AKW des Typ II wurden uns in den 70 - und 80ziger Jahren mit den gleichen Argumenten verkauft. Erst Jahre später gab die AKW-Industire zu, dass die verwendeten Matreialinen der radioaktiven Strahlung nicht standhalten und permant eine Gefahr von AKWs ausgeht. Gibt es Materialinen für diese höheren Strahlungswerte und höheren Temperaturen?
    Frage 4
    Alter Wein in neuen Schläuchen?
  • Stromerzeugung ist falsche Zielsetzung

    27.12.2017, Joachim Falken
    Für die preiswerte Stromerzeugung kann man die Kernfusion nutzen und die Energie mit Solarmodulen in das Stromnetz einbringen. Viel billiger als Kernenergie. Allenfalls für die Zeiten ohne Sonne und Wind könnte man Kernspaltung theoretisch nutzbringend verwenden, wenn man speicherbare Energie herstellen würde und nicht schlecht speicherbaren Strom.

    Im übrigen hat Deutschland 1% der Wetbevölkerung und 2% der Anzahl Kernkraftwerke. Wir sind in bester Gesellschaft von vielen anderen Ländern, die lieber ohne Kernenergie auskommen.

    Die Gretchenfrage bei der Kernenergie lautet aber generell:
    Warum gibt es keine Versicherung der Schadenssummen? Warum haben die FIrmen die Entsorgung an den Steuerzahler "weggedrückt"?
  • Es wird Zeit:

    27.12.2017, deesnider
    Jetzt müssen endlich verbindliche, in realistischen Testverfahren nachzuweisende und zu dokumentierende, maximal zulässige Feinstaubwerte für Böller her, eine Deckelung des Böllerverkaufs pro Kopf und ein Feuerwerksverbot speziell bei Inversionswetterlage (inkl.Rückkauf der wegen des Verbots nicht genutzten Feuerwerksartikel).
    15% der Jahresfeinstaubmenge des Straßenverkehrs (Abgas, Reifen, Bremsen) an einem einzigen Kalendertag sollte uns etwas Aktionismus und Konsumverzicht wert sein!
  • Wer definiert, was GUT ist?

    27.12.2017, Werner Barth
    Schon der Titel beinhaltet ein Problem. Wer definiert, was GUT ist? Der jeweilige Journalist? Die aktuelle Regierung? Der Zeitgeist? Eine objektive Nutzen/Schaden-Analyse? Ich fürchte, damit ist sogar die Philosophie überfordert. Ist das GUT, was niemandem schadet? Kann es das überhaupt geben?
    Manche vertreten die Meinung, die Bombe auf Hiroschima war gut, weil sie den Krieg (wahrscheinlich) beendete, das gilt auch für die Bombardierung von z.B. Danzig.
    Es ist immer gefährlich, als Journalist den Pfad der Objektivität zu verlassen, um etwas zu befördern, das man für GUT hält.
  • Da muss ich natürlich sofort widersprechen

    27.12.2017, Detlef Kroll
    Der Mathematik darf selbst ein Blinder blind folgen.

    > "Man darf der Mathematik nicht blind folgen"

    Alle Mathematik basiert auf Axiomen. Daher zählt die Mathematik weder zu den Natur- noch zu den Geisteswissenschaften. Daher ist Mathematik vielleicht das einzige, was immer und überall verlässlich ist.

    > "nur eine Beschreibung ist und nicht gezwungenermaßen auch eine Erklärung"

    .. eine vereinfachte Modellanschauung eben. Das angesprochene Problem ist daher, dass Modelle oft für die Wirklichkeit gehalten werden. Aber da kann die Mathematik nichts für.
  • Nachricht und Kommentar trennen!

    27.12.2017, Max Müller
    Es wäre schon viel erreicht, wenn Nachricht und Kommentar deutlich getrennt wären. Und "Nachricht" heißt dann insbesondere, den Sachverhalt, insbesondere O-Ton, die tatsächlichen Handlungen und Äusserungen der Handelnden zu zitieren und nicht "zusammengefasste" (oft skandalisierbare) Verkürzungen.
    Im Kommentar kann dann sehr schön deutlich gemacht werden, warum man die eine Lösung bevorzugt, und auf welcher Grundlage man zu dieser persönlichen Entscheidung kommt. Wahrhaftigkeit ist hier angesagt, das rät schon König Salomo in seinen Sprichwörtern:
    "Wer wahrhaftig ist, der sagt offen, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt. Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. Wahrhaftiger Mund besteht immerdar; aber die falsche Zunge besteht nicht lange."
  • Dürfen Journalisten für eine gute Sache eintreten

    27.12.2017, Manfred Pack
    Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn Journalisten für eine Sache eintreten. Ob Sie nun gut oder nicht gut ist , sei dahingestellt.

    Als Leser eines journalistischen Beitrags kann ich aber sicher erwarten, dass der behandelte Sachverhalt umfassend betrachtet wird, bevor der Autor seine persönliche Meinung kundtut.

    Vor einiger Zeit erschien in der SZ ein Artikel zum steuerlichen Thema Solidaritätsbeitrag. Der Verfasser des journalistischen Betrags gab nahezu wortwörtlich die SPD Position wieder, nach dem diese Steuer nicht gesenkt werden sollte, da der Abbau nur den Besserverdienenden zu Gute käme. Diese Meinung kann man teilen oder auch anderer Ansicht sein. Der Journalist hat hier seine persönliche Ansicht in diesem Artikel wiedergegeben ohne auch nur im Geringsten auf die Vorgeschichte zur Einführung dieser Steuer einzugehen. Wenn er das getan hätte, hätte der Leser auch zu ganz anderen Schlüssen kommen können. Warum ging es dem Autor ? Journalistisch korrekt und umfassend über ein Thema zu berichten? Hier sicher nicht.
  • Meinung oder Meinungsmache?

    27.12.2017, Eugen Ordowski
    In den meisten Kommentaren, die zwischenzeitlich oft als objektive Berichte daherkommen, kann man ja den Standpunkt des Autors erkennen. Was sehr beunruhigend ist, dass diese Autoren mit ihren Kommentaren auch Druck auf die Politik machen. Man will nicht nur etwas berichten, sondern auch etwas bewirken! Und in Zeiten, wie heute, wo ein Wort blitzschnell um die Welt kreist, ist es eine gewaltige Macht. Viele Journalisten können dieser Versuchung, Macht auszuüben (Ohne Verantwortung zu übernehmen), nicht widerstehen.
  • Kind mit dem Bade ausschütten ist falsch

    27.12.2017, Martin
    Richtig ist, dass es mittlerweile eine regelrechte Ökologismus-Industrie /-Religion vieler NGO's gibt, die nicht selten Dinge in die Politik lanciert, die völliger Unsinn sind: z.B. Quecksilberdampflampen statt Glühbirnen usw. Und oft stecken rein materielle Interessen dahinten, wenn vordergründig "Umweltschutz" darufsteht. Da geben Konzerne lieber ein paar Millionen EURO an so eine NGO (siehe Thüringen), um sich einen teuren Prozess zu ersparen, und der Umweltschaden wird dann doch vorgenommen. Und dann können leckere Gehälter an die NGO-Bosse gezahlt werden. Nachdenken würde oft helfen, um solche Exzesse zu erkennen, doch in Deutschland wird ja "Glauben" staatlich gefördert und finanziert, anstatt "Denken". Aber es gibt eben auch die andere Seite; die vielen Ehrenamtlichen, die sie vor Ort mühen, meist in kleinen Vereinen oder als Einzelkämpfer, Umweltgedanken zu verbreiten. Auch hier graben die "Großen" den "Kleinen" häufig die Fördermittel und Sponsoren ab, weil sie bessere Beziehungen zur Politik haben. Das ist das eigentlich Verwerfliche und fast schon Kriminelle der "Multi-Öko-Konzerne" unter dem Deckmantel "NGO".