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Kompaktlexikon der Biologie: Hibernacula

Hibernacula, Hibernakeln, Überdauerungsorgane, abgegrenzte, von Speicherstoffen erfüllte und gewöhnlich gegen physikalische und chemische Außeneinflüsse durch eine derbe Hülle geschützte Portionen regenerationsfähiger somatischer Gewebe in vielzelligen Organismen. H. dienen dem Überdauern ungünstiger Lebensbedingungen und sind dementsprechend gegenüber Frost, Austrocknung, osmotische Belastung und in manchen Fällen auch gegenüber chemischen Außeneinflüssen ungewöhnlich resistent. Zumeist entsprechen die H. vegetativen, in ihrer Differenzierung zeitweilig gehemmten Individuenknospen oder Sprossen. Zur Fortsetzung ihrer Entwicklung bedürfen sie i.d.R. eines spezifischen Auslösereizes (Lichtrhythmus, Temperatur, Vernalisation). – Unter den Pflanzen bilden vor allem frei schwimmende Wasserpflanzen regelmäßig im Herbst H., die am Gewässergrund überwintern und im Frühjahr wieder an die Wasseroberfläche treiben. Beispiele für H. im Tierreich sind die Gemmulae der Schwämme (Porifera), Dauerknospen bei den Kamptozoa und Statoblasten bei den Moostierchen (Bryozoa).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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