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Kompaktlexikon der Biologie: Wasserkreislauf

Wasserkreislauf, globale Zirkulation des Wassers über die alle Gewässer untereinander und mit dem atmosphärischen Wasser verbunden sind. Der Aggregationszustand des Wassers kann sich dabei von flüssig zu fest (Eis, Hagel, Schnee) oder gasförmig (Wasserdampf) wandeln. Der Wasservorrat der Erde bleibt dabei letztendlich konstant. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser aus dem Meer und anderen Gewässern (Evaporation), von der Bodenoberfläche und von den Körpern der Organismen (Transpiration). Bei Pflanzen wird über diesen Vorgang auch der Stofftransport innerhalb des Organismus bewerkstelligt. Der aufsteigende Wasserdampf kondensiert durch Abkühlung in der Atmosphäre in Form von Wolken, die das Wasser als Niederschläge wieder abgeben. Dies kann am Ort des Aufsteigens des Wasserdampfes geschehen, meist werden die Wolken aber zunächst vom Wind großräumig verfrachtet. Über den Ozeanen übersteigt die Menge der Evaporation diejenige der Niederschläge, sodass ein Nettotransport von Wasserdampf vom Meer zum Land stattfindet. An Land gehen über 90 % des Wasserverlusts auf die Transpiration der Pflanzen zurück. Ein Teil der Niederschläge, die auf das Land fallen, sickert bis zu einer festen Gesteinsschicht und sammelt sich als Grundwasser, das als unterirdischer Teil des W. dem Meer zufließt. Der Teil des Niederschlagswassers, der sich in oberirdischen Fließgewässern sammelt, kehrt in diesen zum Meer zurück ( vgl. Abb. ). In Seen verdunstet ebenfalls ein Teil des Wassers, der durch Fließgewässer eingebracht wird. Der W. stellt einen riesigen Destillationsprozess aus Verdunstung und nachfolgender Kondensation dar, der das Wasser von allen Inhaltsstoffen befreit. Dieser natürliche Prozess wird jedoch durch die Belastung der Niederschläge mit Luftschadstoffen in seiner Wirkung beeinträchtigt (saurer Regen).



Wasserkreislauf: Schema des globalen Wasserkreislaufs unter Berücksichtigung der Wassernutzung durch den Menschen. Je nach Sonneneinstrahlung, Wind, Oberflächenstruktur der Erde und Jahreszeiten unterscheidet sich die Intensität der einzelnen Vorgänge des Kreislaufes in unterschiedlichen Regionen der Erde. Der Mensch entnimmt aus Grund- und Oberflächengewässern Trink- und Brauchwasser und führt das Abwasser mehr oder weniger gereinigt dem Kreislauf wieder zu

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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