Direkt zum Inhalt

NASA-Mission Artemis II: Entscheidende Beschleunigung zum Mond absolviert

Am 3. April 2026 gegen 01:49 Uhr MESZ startete ein entscheidendes Manöver der Reise zum Mond im Rahmen von Artemis II. Die vierköpfige Crew absolvierte den Translunareinschuss, ein kritisches Beschleunigungsmanöver, um den Mond in einem weiten Orbit zu umrunden.
Ein Raumfahrzeug im Vordergrund links, mit mehreren Düsen sichtbar, schwebt im Weltraum. Rechts im Bild ist eine teilweise beleuchtete Erde zu sehen, die als Sichel erscheint. Der Hintergrund ist schwarz, was den Weltraum darstellt.
Diese beeindruckende Ansicht zeigt unsere Erde als teilweise bestrahlte Sichel. Links ist die Raumkapsel Orion zu erkennen.

(Diese Meldung wurde am 3. April 2026 um 9:15 Uhr aktualisiert.)

Die Crew der NASA-Mission Artemis II befindet sich seit gut 24 Stunden auf ihrer Reise zum Mond. Kurz nach dem Start gab es kleine Komplikationen mit der Kommunikationsverbindung und mit der Bordtoilette, die inzwischen behoben sind.

Nach einer zweifachen Umrundung der Erde musste fast sechs Minuten lang das Triebwerk des Raumschiffs Orion gezündet werden, um auf einen höheren Orbit Richtung Mond angehoben zu werden. Dieses entscheidende Manöver namens Translunareinschuss (englisch: trans lunar injection, TLI) ist am Freitag, den 3. April 2026 gegen 01:49 Uhr unserer Zeit gelungen. Der Geschwindigkeitszuwachs ist groß und beträgt ungefähr 1440 Kilometer pro Stunde.

Zum Start des TLI-Manövers befand sich die Raumfähre in nur 185 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche. Physikalisch wird die Bewegungsenergie aus der Beschleunigung in potenzielle Energie umgewandelt, das heißt, die Geschwindigkeit der Kapsel nimmt nach dem Beschleunigungsmanöver wieder stetig ab, während sich Orion innerhalb weniger Stunden auf etwa 100 000 Kilometer von der Erde entfernt.

Die vier Astronauten im Inneren der kleinen Raumkapsel – Kommandant Reid Wiseman (USA), Pilot Victor Glover (USA) sowie die Missionsspezialisten Christina Koch (USA) und Jeremy Hansen (Kanada) – befinden sich damit weiterhin auf Kurs. Die NASA veröffentlichte ein Foto, das sie im Inneren der kleinen Kapsel zeigt. Sie nutzten ein Schwungrad (englisch: flywheel), um sich sportlich zu betätigen. In einer ersten Videoverbindung stellte sich die Crew den Fragen von Reporterinnen und Reportern.

Crew im Raumschiff | Die vier Astronauten von Artemis II sind wohlauf und stellten sich in einer ersten Kommunikationsverbindung den Reporterfragen.

Ziel der Mission ist es, den Mond einmal zu umrunden, ohne auf ihm zu landen. Die Testmission Artemis II soll eine Mondlandung der NASA nach mehr als 50 Jahren vorbereiten. Zehn Tage nach dem Start am 2. April 2026 europäischer Zeit soll die Crew planmäßig zur Erde zurückkehren.

Der Translunareinschuss ist die Voraussetzung dafür, dass die Astronauten von Artemis II einen neuen Rekord aufstellen können: Sie werden am fernsten Punkt beim Umrunden des Erdtrabanten weiter von der Erde entfernt sein, als es jemals für Menschen der Fall war. Der Abstand zu unserem Heimatplaneten wird dann rund 400 000 Kilometer betragen.

Die Reiseroute von Artemis II | Entlang dieser Trajektorie bewegt sich die Crew der aktuell stattfindenden NASA-Mission. In der Nacht zum 3. April 2026 erfolgte ein kritisches Beschleunigungsmanöver, um die vier Astronauten aus dem niedrigen Erdorbit hinauszubefördern und auf Kurs zum Mond zu bringen (Punkt 9 in der Grafik).

Als nächstes Highlight ist mit neuen Bildern zu rechnen, welche die Astronauten während ihrer Reise aufnehmen. Am Ostermontag ist eine sechsstündige Beobachtung der Mondoberfläche geplant. Die Crew wird unter anderem die dunkle Seite des Mondes zu Gesicht bekommen. Sie ist stets von der Erde abgewandt, enthält viel mehr Krater als die uns zugewandte Mondvorderseite und wurde jüngst von robotischen Missionen auf der Mondoberfläche untersucht.

WEITERLESEN MIT »SPEKTRUM +«

Im Abo erhalten Sie exklusiven Zugang zu allen Premiumartikeln von »spektrum.de« sowie »Spektrum - Die Woche« als PDF- und App-Ausgabe. Testen Sie 30 Tage uneingeschränkten Zugang zu »Spektrum+« gratis:

Jetzt testen

(Sie müssen Javascript erlauben, um nach der Anmeldung auf diesen Artikel zugreifen zu können)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.