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Regenwälder: Artenvielfalt unabhängig von Alterstruktur

Die hohe Biodiversität tropischer Regenwälder hängt womöglich wesentlich weniger mit einer vielfältigen Alterstruktur der Bestände zusammen als bislang angenommen.

In einem weltweiten Vergleich von äquatorialen Urwäldern wiesen gerade jene Testflächen die größte Baumartenvielfalt auf, deren Altersstruktur im Ganzen die geringsten Unterschiede aufwiesen. Damit wäre laut Richard Condit vom amerikanischen Smithsonian Tropical Research Institute und seinen Kollegen die Theorie hinfällig, nach der gerade das Nebeneinander verschiedenster schnell und langsam wachsender Pflanzen unterschiedlichsten Alters die Artenzahl maßgeblich mitbestimmt.

Auch wenn demografische Abweichungen die Koexistenz verschiedener Arten unterstützen können, so erklären sie die von den Wissenschaftlern beobachteten Unterschiede zwischen der niedrigsten und der höchsten Artenzahl der Testgebiete in keinster Weise. Die Gegenüberstellung von Orten wie Mudumalai in Indien mit nur 73 Baumarten oder dem malaysischen Sarawak mit mehr als 1160 Spezies auf jeweils fünfzig Hektar etwa zeigte, dass gerade in den diversen Standorten die jeweilige jährliche Sterblichkeit aller Sämlinge am geringsten ist. Folglich kommt es hier zu einem eher regelhaften Aufwuchs einheitlicher Altersstufen, deren Diversität durch andere Faktoren gesteuert wird.

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