Meteore im Juni 2026: Juni-Bootiden bieten Überraschungspotenzial

Der Sommermonat beginnt mit geringer Meteoraktivität, die Fallraten bleiben kaum über dem Hintergrund. Aufgrund der kurzen Nächte bleibt zudem nur ein kleines Zeitfenster für Beobachtungen; dafür bietet sich besonders die erste Monatshälfte bis zum Maximum der Juni-Bootiden an.
Von Beginn des Monats bis etwa zum 24. Juni ist mit den Tages-Arietiden ein durchaus interessanter Meteorstrom aktiv. Der in den vergangenen Jahren angegebene Zeitraum ist allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Sein Maximum fällt auf den 7. Juni. Wie der Name schon andeutet, steht der Radiant der Tages-Arietiden in Sonnennähe. Das hat zur Folge, dass sich dieser bei einsetzender Dämmerung nur knapp über den Horizont hebt. Zusätzlich schränkt der abnehmende Mond die Beobachtungsmöglichkeiten stark ein. Die Archivdaten der zurückliegenden Jahre zeigen zwar eine erkennbare Aktivität im obigen Zeitraum, jedoch keinen klaren Verlauf, wie man es von anderen Meteorströmen kennt.
Die Juni-Bootiden erreichen ihr Maximum am 22. Juni gegen 03:00 Uhr MESZ und sind grundsätzlich gut zu beobachten. Ihr Radiant befindet sich bei einer Deklination von etwa 48 Grad und ist damit in unseren Breiten zirkumpolar; er sinkt deshalb nicht unter den Horizont. Infolge der Dämmerung ist der für die Beobachtung nutzbare Zeitraum allerdings verkürzt. Der zunehmende Mond steht am 21. Juni in seinem ersten Viertel und schafft erschwerte Sichtbedingungen; es empfiehlt sich daher, bevorzugt die zweite Nachthälfte zu wählen. Durch die geringe Eintrittsgeschwindigkeit der Staub- und Trümmerteilchen treten mitunter auffallend langsame Sternschnuppen auf. Dabei kam es in der Vergangenheit durchaus immer mal wieder zu größeren Ausbrüchen: Im Zeitraum zwischen den Jahren 1998 und 2004 konnten zeitweise stündliche Fallraten von bis zu 100 Meteoren pro Stunde registriert werden. Auch in den Jahren 1916, 1921 und 1927 sind erhöhte Fallraten zweifelsfrei dokumentiert. Bei Strömen mit kurzer Aktivitätsdauer während der gesamten Sichtbarkeitsperiode sollten aus diesem Grund möglichst kontinuierliche Beobachtungen durchgeführt werden, sofern es die Bedingungen zulassen.
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