Direkt zum Inhalt

Vogelgrippe: Erster Vogelgrippe-Fall bei Eisbär in Europa nachgewiesen

Zum ersten Mal haben Experten das Vogelgrippevirus bei einem Eisbären in Europa entdeckt – auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen. Der Fund sei Ausdruck einer größeren Entwicklung, heißt es aus Fachkreisen.
Ein Eisbär steht auf einer schneebedeckten Fläche in einer arktischen Landschaft. Der Hintergrund zeigt verschwommene Felsen und Schnee. Der Bär blickt direkt in die Kamera, während er auf allen Vieren steht. Die Szene vermittelt eine ruhige, kalte Umgebung.
Ein Polarbär (Ursus maritimus) stapft auf Spitzbergen durch den Schnee.

Norwegen hat den ersten Fall von Vogelgrippe bei einem Eisbären in Europa gemeldet. Das Virus sei bei einem verstorbenen, einjährigen Männchen auf der Inselgruppe Spitzbergen nachgewiesen worden, meldete das norwegische Veterinärinstitut. Auch bei einem toten Walross sei das Virus bereits gefunden worden.

»Die Funde sind Teil einer Entwicklung, bei der das Vogelgrippevirus vermehrt bei Säugetieren in Europa nachgewiesen wird«, sagte Ragnhild Tønnessen vom Veterinärinstitut laut der Mitteilung. Der Erreger habe sich demnach in den zurückliegenden Jahren in neue Gebiete ausgebreitet, unter anderem in die Arktis, wo er Auswirkungen auf gefährdete Populationen und Ökosysteme haben könne.

Vogelgrippe bereits bei zahlreichen Säugetieren nachgewiesen

Bei Eisbären war das Vogelgrippevirus erstmals im Jahr 2023 nachgewiesen worden – damals bei einem jungen Männchen in Alaska. Das nun in Spitzbergen gefundene Tier war laut dem norwegischen Veterinärinstitut mit dem Subtyp H5N5 des Erregers infiziert. Dieser Typus hatte in Spitzbergen zuvor schon nachweislich Vögel, Polarfüchse und ein Walross angesteckt.

Das Vogelgrippevirus hat bereits zahlreiche Säugerarten in Europa befallen. Neben Kühen und Katzen betraf das verschiedene Raubtierarten, von Nerz, Luchs und Bär bis hin zu Seehunden und Kegelrobben. Auch ein Schaf in Großbritannien erkrankte an Geflügelinfluenza. Eine Ansteckung des Menschen mit dem Virus ist zwar möglich, aber selten. (dpa/fs)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.