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Neurodegenerative Krankheiten: Huntingtin stört Energieproduktion von Hirnzellen

Wissenschaftler vom Massachusetts General Hospital in Boston haben einen möglichen Mechanismus entdeckt, mit dem das Protein Huntingtin bei der Erbkrankheit Chorea Huntington die Energieproduktion in Hirnzellen verringert. Dieser Vorgang ist einer der Gründe für das Absterben der Zellen, das bei den Betroffenen zu Hirnschäden führt.

Wie die Forscher um Dimitri Krainc nun herausgefunden haben, lagert sich das modifizierte Huntingtin bei Mäusen an das Gen eines Hauptregulators im Energiestoffwechsel an. Dadurch kann die Boten-RNA für den Faktor PGC-1-alpha nicht mehr abgeschrieben und das Protein nicht mehr gebildet werden. PGC-1-alpha sorgt unter anderem dafür, dass die Zellen ihre "Energiefabriken", die Mitochondrien, bauen.

Bei Huntington-Patienten gerät die Energieproduktion oft schon Jahre, bevor sichtbare Symptome der Krankheit auftreten, aus dem Gleichgewicht. Die Wissenschaftler vermuten, dass dabei auch beim Menschen PGC-1-alpha eine Rolle spielt. Deshalb wollen sie nun nach einer Substanz suchen, welche die Blockade des Regulationsfaktors aufhebt und die Hirnzellen so schon früh im Krankheitsverlauf schützt.

Die neurodegenerative Erbkrankheit Chorea Huntington beruht auf einer Mutation im Chromosom 4. Diese Veränderung im Erbgut führt dazu, dass das Protein Huntingtin zu viel von der Aminosäure Glutamin enthält. Die tödlich verlaufende Krankheit äußert sich erst im Erwachsenenalter und gilt bislang als unheilbar. Die betroffenen Menschen verlieren nach und nach die Kontrolle über ihren Körper und Geist: Über Jahre nehmen unwillkürliche Bewegungen zu, die Persönlichkeit verändert sich grundlegend, oft werden die Patienten aggressiv. Am Ende sind sie weder physisch noch psychisch Herr über sich selbst.

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