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Neuroplastizität: Yoga formt auch das Gehirn

Yoga wirkt auf vielfältige Weise auf das Gehirn – vor allem auf jene Areale, die für die Emotionsregulation, die Körperwahrnehmung und das Lernen wichtig sind.
Eine Person praktiziert Yoga in der Kindhaltung auf einer lila Matte im Freien. Sie trägt ein schwarzes Sportoutfit und hat ein Armband aus Holzperlen am Handgelenk. Der Hintergrund zeigt einen Wald mit unscharfen Bäumen, was eine ruhige und natürliche Umgebung vermittelt.
Ein effektives und beliebtes Training für Körper und Geist.

Yoga formt den Körper – und das Gehirn. Dafür sprechen die Ergebnisse, die ein Team um den Psychologen Samuel Arias-Sánchez von der Universität in Sevilla präsentiert. Für seine im April 2026 im Journal »Frontiers in Neuroscience« erschienene Überblicksarbeit analysierte es 23 internationale bildgebende Studien mit gesunden Teilnehmern. Manche Untersuchungen hatten die Gehirne von Yogaanfängern und -experten verglichen, andere hatten mit bildgebenden Verfahren erfasst, wie sich ein Training auf die Hirnaktivität oder Hirnstruktur von Personen auswirkt.

Die Auswirkungen von Yoga auf das Gehirn variierten je nach Vorerfahrung und Alter der Teilnehmenden, nach Yogarichtung sowie nach Dauer und Intensität des Trainings. In Studien mit Menschen, die Yoga seit vielen Jahren regelmäßig praktizierten, fanden sich Veränderungen in der Struktur und Funktionsweise des Gehirns, vor allem im sogenannten Ruhezustandsnetzwerk (Default Mode Network). Dieses ist immer dann aktiv, wenn man gerade nichts tut.

Die Yogaerfahrenen wiesen zudem eine stärkere Zusammenarbeit von bestimmten Hirnregionen in neuronalen Netzen auf als Kontrollpersonen sowie mehr graue Substanz – die überwiegend aus Nervenzellkörpern besteht – in Regionen wie der Inselrinde und dem Hippocampus. Diese Regionen sind unter anderem für die Verarbeitung und Regulation von Körperprozessen und Emotionen sowie für das Gedächtnis entscheidend.

Maßnahmen mit Yogaanfängern, die von wenigen Tagen bis mehrere Wochen reichten, führten häufig zu vorübergehenden Veränderungen im Gehirn. Beobachtet wurden neben einer Verringerung von Ängsten und unangenehmen Gefühlen zum Beispiel eine reduzierte Reaktivität der Amygdala – einer Hirnregion, die bei Angst und Furcht eine entscheidende Rolle spielt.

Insgesamt zeigten sich in den untersuchten Studien bei Menschen, die Yoga praktizierten, am häufigsten Veränderungen im Default Mode Network sowie in Hirnstrukturen, die für Emotionen und ihre Regulation wichtig sind, für höhere kognitive Prozesse wie Planen und Problemlösen, für Lernen sowie für die Interozeption – also die Verarbeitung von Signalen aus dem Körperinneren.

Das steht im Einklang mit anderen Befunden, die dafür sprechen, dass Yoga nicht nur ein effektives und beliebtes Ganzkörpertraining ist, sondern auch positive Effekte auf die Psyche hat. So zeigt zum Beispiel eine im Februar 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit von 30 Studien mit insgesamt mehr als 2000 Personen, bei denen Yoga als Intervention mit einer Kontrollgruppe verglichen wurde: Die Technik hilft dabei, Stress zu reduzieren sowie Ängste und depressive Symptome zu lindern. Yoga stärkt also offenbar tatsächlich Körper und Geist.

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  • Quellen

Stoelers L, et al., Frontiers in Neuroscience 10.3389/fnins.2026.1718808, 2026

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