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Obduktion von Walkadaver: Buckelwal hatte doch kein Netz im Magen

Vor drei Wochen wurde Deutschlands berühmtester Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt angespült. Nun haben Forscher den Kadaver zerlegt. Woran er genau starb, ist noch unklar. Was derzeit bekannt ist.
Ein toter Wal liegt an einem sandigen Strand, umgeben von Absperrband. Drei Personen in Schutzkleidung untersuchen den Wal. Im Vordergrund befinden sich Ausrüstungsgegenstände wie eine rote Kiste und ein schwarzer Behälter. Die Szene deutet auf eine wissenschaftliche Untersuchung oder Bergung hin. Im Hintergrund sind Dünen und Vegetation zu sehen.
Am 4. Juni 2026 haben dänische Fachleute den als »Timmy« bekannten Buckelwal am Strand der dänischen Insel Anholt untersucht und zerteilt.

Wochenlang machte der als »Timmy« bekannte Buckelwal Schlagzeilen, nun sind von dem Tier nur noch Überreste übrig. Die mit Spannung erwartete Obduktion des Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt ist am späten Donnerstagabend beendet worden. Klar ist: Der Wal ist wie vermutet ein Weibchen. Und: Eine klare Todesursache ließ sich zunächst nicht feststellen.

Auf der Urlaubsinsel, vor der der tote Wal vor gut drei Wochen angespült wurde, steht noch der letzte Schritt an: der Abtransport der Überreste. Die Abholung der Container mit den Walresten soll jedoch erst in den kommenden Tagen folgen.

Keine Netze in Maul oder Magen

Am Donnerstagnachmittag begannen die Experten in Schutzanzügen mit der Obduktion. Zunächst haben sie den gelb-bräunlichen Kadaver begutachtet und vermessen. Anschließend schnitten sie ihn mit einem länglichen Messer auf, um Luft aus dem stark aufgeblähten Tier abzulassen. Danach öffneten sie den Wal und zerteilten ihn. Rund um das Tier lagen zeitweise Organe und Eingeweide.

Eine klare Todesursache des Buckelwals konnte das Expertenteam bei den Untersuchungen zunächst nicht feststellen, wie unter anderem die dänische Biologin Charlotte Bie Thøstesen, die bei der Obduktion dabei war, spätabends vor Reportern erklärte. Das sei jedoch nicht ungewöhnlich, sagte auch Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen. Es sei oft sehr schwer, bei Kadavern wie diesem eine klare Todesursache festzustellen.

Eine Verletzung sei nicht zu erkennen gewesen, was jedoch auch an der Verwesung liege. Zwar seien Parasiten festgestellt worden, für den Tod seien diese jedoch nicht verantwortlich.

Klar ist nun auch, dass das Tier ein Weibchen ist. Der Uterus wurde demnach entdeckt. Schwanger sei der Wal in den letzten Monaten allerdings nicht gewesen, hieß es. Bei einem Blick ins Maul und in den Magen des Buckelwals seien zudem keine Netze oder andere Gegenstände festgestellt worden, erklärte Jensen.

Ergebnisse der Obduktion erst in den kommenden Monaten zu erwarten

Das Team entnahm wie geplant Proben, etwa von den Nieren und der Leber, und untersuchte das Innere des Wals, das bei dem seit Wochen verwesenden Tier bereits stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wie Bilder zeigten. »Wir haben Gewebeproben entnommen, und die werden nun analysiert«, sagte Jensen. Ergebnisse werden jedoch erst in den kommenden Monaten erwartet.

Am späten Abend |

Nach der Obduktion des Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt wurden die Kadaverteile abtransportiert.

Ein Bagger hievte im Laufe der Obduktion nach und nach die Teile des Kadavers in vorbereitete Container. Für das Team ist die Arbeit damit erledigt, die Experten verlassen die Insel am Freitagmorgen. In der Dunkelheit wurden nach der Obduktion die letzten Reste des Wals weggeräumt.

Für das erfahrene Team sei ein solches Verfahren eine Standardprozedur, aber sehr wertvoll, sagte Biologin Thøstesen bereits am Nachmittag. Bei Buckelwalen handelt es sich demnach um Tiere, die nur schwer in ihrem natürlichen Lebensraum im Meer erforscht werden können. »Wenn wir hier also in Dänemark gestrandete Wale finden, nutzen wir sie, um Erkenntnisse über die wild lebenden Tiere zu gewinnen«, so Thøstesen.

Was passiert mit den Überresten?

Die Reste des Kadavers warten indessen auf ihre Abholung. Die Container sollen voraussichtlich Anfang kommender Woche abtransportiert werden, wie Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung sagte. Ein Abtransport am Wochenende habe aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten der zuständigen Unternehmen wenig Sinn, hieß es.

Um die Verwertung von Walkadavern kümmert sich in der Regel eine Firma wie Daka Dänemark. In einer Fabrik würden Überreste von Walen in ihre Bestandteile zerlegt, erklärte ein Sprecher zuletzt. Bislang habe das Unternehmen aber noch keinen Auftrag für die Verwertung des Kadavers erhalten, hieß es am Mittwoch.

Alles wird allerdings nicht entsorgt: Manche Knochen des Tieres kommen laut Thøstesen zumindest teilweise in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dazu gehören etwa Flossen- oder Beckenknochen. (dpa/kas)

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