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Plastikverschmutzung: Das ist weltweit der häufigste Müll am Strand

Sonne, Strand und – Plastiktüten. Das ist ein gängiges Bild an den Küsten der Welt. Nun wurde ermittelt, welche Gegenstände den Abfall dominieren.
Verschmutzter Strand bei Sonnenuntergang mit Plastikmüll und Abfällen, die den Sand bedecken. Im Hintergrund sind Wellen und eine bewölkte Abenddämmerung zu sehen. Das Bild hebt die Umweltverschmutzung und die Notwendigkeit von Meeresschutzmaßnahmen hervor.
Viele Strände werden mittlerweile von Abfall dominiert, wenn sie nicht für Touristen gereinigt werden.

Woran erkennt man einen vom Massentourismus noch nicht entdeckten Strand? An den Unmengen an Unrat, der am Ufer liegt: Was klingt wie ein schlechter Witz, ist traurige Realität, denn wo sich viele Urlauber tummeln, lassen Hotelbetreiber oder Kommunen regelmäßig den störenden Müll einsammeln. In einer globalen Studie hat ein Team um Max Kelly von der University of Plymouth umfassend quantifiziert, welcher Kunststoffabfall am häufigsten an die Küsten der Welt geschwemmt wird: Verpackungen von Essen und Getränken gehören in fast allen untersuchten Ländern zu den drei am stärksten vertretenen Müllkategorien – gefolgt von Plastiktüten und Zigarettenstummeln, die ebenfalls zu den Kunststoffen zählen.

Jedes Jahr gelangen schätzungsweise 20 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle in die Umwelt, ein großer Teil davon ins Meer und nicht wenig anschließend wieder an die Uferlinien der Erde. Tendenz: steigend. Um herauszufinden, wie sich diese Abfälle in den verschiedenen Kategorien verteilen, werteten Kelly und Co 5300 einzelne Untersuchungen aus, die alle sieben Kontinente, neun Ozeansysteme, 13 Nebenmeere und 112 Staaten umfassten. Diese Studien hatten jeweils die verschiedenen Kunststoffabfälle gruppiert und mengenmäßig eingeteilt, sodass Kelly und sein Team eine globale statistische Analyse durchführen konnten.

In 93 Prozent aller Staaten gehörten Plastikflaschen (inklusive ihrer Deckel) oder Lebensmittelverpackungen zu den drei häufigsten Müllbestandteilen, gefolgt von Plastiktüten und Zigarettenresten, die in knapp 40 Prozent der Länder zu den wichtigsten Abfällen gehörten. Es handelt sich also um schnelllebige Produkte, die nur einmal genutzt werden und danach direkt in der Umwelt landen. Selbst in der Antarktis werden Plastikflaschen oder Burger-Schachteln aus Kunststoff angeschwemmt.

Geisternetze und andere Abfälle der Fischerei spielen auch eine wichtige Rolle, allerdings mit regionalen Schwerpunkten: Besonders davon betroffen sind Nationen mit starken Fischfangflotten oder reichhaltigen Fischgründen, die von diesen Trawlern angefahren werden. Darunter befinden sich mit der Antarktis oder Grönland auch Gebiete, die nicht oder dünn besiedelt sind. In wenigen Ländern gehören Hygieneprodukte oder sogar Bekleidung zu den drei wichtigsten Abfallkategorien, etwa Peru für Kleidung oder Spanien für Hygieneprodukte.

Dass es auch besser werden kann, zeigt übrigens Australien: Rund um die großen Metropolen des Landes ging die Umweltverschmutzung mit Kunststoffabfällen seit 2014 um fast 40 Prozent zurück. Und die Zahl der Strände, an denen kein Müll liegt, nahm gleichzeitig ebenfalls zu.

  • Quellen
Kelly, M. et al., One Earth 10.1016/j.oneear.2026.101712, 2026

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