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Forschungsquartett: Mit menschlicher Laborhaut gegen Tierversuche

In Würzburg züchtet das Startup TigerShark Science menschliche Hautmodelle, die realistischer sein sollen als bisherige Industriestandards. Diese Technologie könnte Tierversuche in der medizinischen Forschung reduzieren und die Übertragbarkeit von Daten auf den Menschen verbessern. Darum geht es in der Folge des Podcasts »Forschungsquartett«.
Nein, liebe Kinder, Labormäuse werden real nicht so gehalten.

Tierversuche sind in der medizinischen Forschung oft noch der Standard, doch sie stoßen an biologische Grenzen. Mäuse haben Fell und eine deutlich dünnere Haut als Menschen, was die Übertragbarkeit von Studienergebnissen erschwert. Das Würzburger Startup TigerShark Science setzt genau hier an und entwickelt künstliche menschliche Haut, die als präzise Alternative dienen soll.

Detailliertes Modell

Im Labor nutzen die Forschenden menschliche Stammzellen, um die komplexen Strukturen unseres größten Organs nachzubauen. Während herkömmliche Modelle meist nur die oberste Hautschicht abbilden, gehen die Würzburger Wissenschaftler um Amelie Reigl einen entscheidenden Schritt weiter: Ihre Modelle umfassen demnach alle drei Hautschichten und verfügen sogar über Haare. Diese Detailtiefe ist wichtig, damit die verschiedenen Zelltypen wie in einem echten Körper miteinander kommunizieren können.

»Je komplexer es wird, umso realistischer können wir unsere Hautmodelle dann auch für die Medikamentenentwicklung bereitstellen.«Amelie Reigl, Wissenschaftlerin, Gründerin von TigerShark Science und Wissenschaftskommunikatorin

Schon jetzt wird die künstliche Haut in der Kosmetik- und Pharmaindustrie eingesetzt, um Nebenwirkungen nachzuweisen, die in einfacheren Modellen oft unsichtbar bleiben.

Haut mit Krebszellen geplant

Trotz dieser Erfolge bleibt die vollständige Ersetzung von Tierversuchen eine Herausforderung, da aktuelle Modelle noch keine Blutgefäße oder Immunzellen enthalten. Die Forschung arbeitet jedoch bereits intensiv an der Integration dieser Komponenten sowie an speziellen Krankheitsmodellen für Hautkrebs oder die Wundheilung.

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