Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Auswirkungen auf die Kryptographie?

    29.09.2004, Dr. Willi Kafitz
    Offenbar nicht!
    Unterstützt durch einschlägige Gesetze soll sich die National Security Agency (NSA) auch vorbehalten, Publikationen zur Zahlentheorie zurückzuhalten, die Auswirkungen auf die Kryptographie haben können.
    Die NSA hatte aber offenbar nichts gegen eine Veröffentlichung.
    Trotzdem stellt sich die Frage, ob neben brute force - Angriffen nun auch ein mathematischer Weg denkbar ist, mit dem Angriffe auf RSA besser vorstellbar werden, als es die eher bescheidenen algebraischen Versuche heute darstellen.
    Immerhin sind die Primzahlen "Atome der Numerik" und mit dem Beweis von Riemanns Vermutung wird ein wichtiger Bezug in ihrem "Periodensystem" hergestellt.
    Die Zukunft von PKI mittels RSA-Algorithmen sehe ich vor Erfindung leistungsfähiger Quantencomputer aber nicht gefährdet. Und schließlich gibt es auch noch Elliptische Kurven.
  • Gebärmuttertransplantation

    29.09.2004, Jenny Kehl
    Hallo,
    Nach langem Suchen bin ich auf diese Seite gestoßen, wo einige mit demselben Problem sich austauschen.
    Aufgrund einer lebensgefährlichen Blutung ist auch mir die Gebärmutter entfernt worden.Mein Mann und ich möchten gern Kinder, leider weiß ich nicht, wohin wir uns wenden können.
    Hat vielleicht irgendjemand Adressen von Ärzten, die einem helfen können?

    Auf eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank

    Jenny
  • Inventur auch nach oben?

    29.09.2004, Rüdiger Biesold
    Die schon lange bestehenden Vermutungen bestätigen sich, einige Arten sind gar keine, sondern mehrere.
    Aber vielleicht läßt so ein Schlüssel auch mal den Schluß nach oben zu; d.h. die Zuordnung von Arten zu Familien, Ordnungen usw. Wir sind bei vielen Lebewesen von der Erkenntnis über natürliche Gruppen und den tatsächlichen Gang der Evolution noch weit entfernt; wobei klar ist, daß ein genetischer Schlüssel wegen möglicher Konvergenzen auch auf diesem Gebiet nicht die alleinige Wahrheit sein muß.
    Aber es müßte sich doch auf der genetischen Ebene klären lassen, ob z.B. die holometabolen Insekten untereinander näher verwandt sind oder ob die Holometabolie mehrfach entstanden ist; entsprechendes gilt für das Pflanzenreich. Bei Klärung dieser Zusammenhänge ließe sich die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten und von genetisch veränderten Organismen (das wird sich wohl nicht mehr aufhalten lassen) vielleicht wenigstens besser abschätzen.
  • bald flächendeckend

    29.09.2004, Rüdiger Biesold
    US-amerikanische Untersuchungen sprechen von Flugradien bei Gräserpollen von 21km.
    Dieses als Ausgangspunkt genommen heißt dann, daß es ca. 2.800 gleichmäßig über die Bundesrepublik verteilte Felder braucht, um die gesamte Republik zu verseuchen; für Sachsen-Anhalt braucht es 180.
    Dann untersucht mal schön zum dritten und vierten Male, bis.........
  • Fanatischer Leserbriefschreiber

    29.09.2004, Dr. Bernhard Saal
    Vielleicht sollte Herr Biesold mal den Originalartikel lesen, bevor er zum pauschalen Rundumschlag ausholt. Aber es ist ja den meisten fanatischen Gentechnik-Gegnern zu viel, wissenschaftliche Ergebnisse sachlich zu analysieren und zu beurteilen. Das Straussgras, aber auch etwa unser heimischer Roggen, verbreitet den Pollen halt mal über den Wind. Und da dieser Pollen sehr leicht ist, im Gegensatz zu Mais, wird er eben sehr weit getragen. Das ist keine neue berauschende Tatsache! Die Risiken müssen deshalb Einzelfall-spezifisch abgeschätzt werden.
  • Wer schützt uns vor den Folgen

    28.09.2004, Rüdiger Biesold
    Dieser Minister hat einen merkwürdigen Hang als Überzeugungstäter; er sucht sich gerade immer das Passende aus. Mögliche nicht so günstige Folgen werden ignoriert oder weggewischt; aber es bleibt immer die Perspektive für die, die ohnehin schon auf der Sonnenseite sind. Merkwürdigerweise trifft sich das meist mit der Sicht der Opposition; der Betrachter darf sich dann fragen, was daran sozial und/oder christlich sein soll. (Besonders bei der Stammzellforschung darf man da nachfragen.)
    Da die Möglichkeiten der Ergebnisse von Stammzellforschung eben nicht nur positive Seiten haben und man sich fragen muß, wer uns davor schützt, stellt sich die Frage eben auch für solche Politiker, die das unterstützen. Angesichts einer großen Koalition existieren da nicht einmal Alternativen. Da das auf vielen Feldern so ist, gibt es wohl verbreitet Gründe für die Wahlenthaltung des halben Volkes; vielleicht zeitigen die Ergebnisse von Stammzellforschung ja ein besseres Volk für schlechte Politiker!
  • Beispiel für das Schicksal der Erde, wenn...

    23.09.2004, Rüdiger Biesold
    Die Osterinsel bietet wegen ihrer Lage tatsächlich ungünstige Voraussetzungen für die Massenvermehrung des Menschen. Aber sie ist ein elementares Beispiel für das Schicksal unseres Planeten, wenn wir weiter Raubbau an der Natur und Mißbrauch an seinen Rohstoffen treiben und das mit ungezügelter Massenvermehrung des Menschen kombinieren. Bisher hat es noch kein einziges Volk wirklich geschafft, mit den Ressourcen wirklich sorgsam umzugehen. Tatsächlich hat in einigen (insbesondere äqatornahen) Gebieten die Natur selbst genügend Widerstandskraft und verhinderte aus sich selbst heraus die Massenvermehrung des Menschen; daß Indianer und andere sorgsamer mit der Natur umgingen ist ein romantisches Gerücht und unzulässige "Karl-May-Verklärung".
    Gegen die Folgen solchen Tuns werden auch gentechnische Fragwürdigkeiten nicht helfen, es werden nur Osterinseln und Maya-Städte noch katastrophaler auftreten, schon allein weil sich Wasser nicht beliebig vermehren läßt!
  • Büchse der Pandora

    22.09.2004, Dr. Peter Ziegler
    Wenn nur ein einziger Pollen einer genmanipulierten Pflanze (womöglich noch mit Antibiotikaresistenz als Marker) unkontrolliert - und das ist sicher zu erwarten - nicht gen-manipulierte Pflanzen bestäubt, ist etwas geschehen, was niemand mehr widerrufen kann. Wir haben es doch schon mit nicht gentechnisch veränderten Lebewesen erlebt, was passiert, wenn sie freigesetzt werden: Karnickel in Australien, Herkules-Bärenklau in unseren Gegend u.s.w. Welcher Aufwand ist nötig, um diese Lebewesen zu bekämpfen? Wie will man da erst gegen "entwichene" Gene vorgehen???
  • Rückfall ins Mittelalter

    21.09.2004, Erik Geibel
    Die Doppelmoral des Zeitgeistes ist erschütternd: Wir genießen einerseits viele Segnungen von Wissenschaft und Technologie, andererseits sinkt unsere Bereitschaft, für den Fortschritt (für viele Zeitgenossen ja schon ein negativ besetzter Begriff) auch nur theorethische Risiken einzugehen. Es ist naiv anzunehmen, Technikfolgenabschätzung könne absolute Sicherheit bieten. Wer neue Technologien nur bei rechtlich abgesicherten Garantien wünscht, der will die Quadratur des Kreises. Ich rede hier nicht der Gentechnikindustrie das Wort. Ich selbst halte viel won ökologischer Landwirtschaft, doch ist sie nur ein Modell für die Regionen mit der Gnade der klimatischen und pedologischen Gunst. Die allzu oft moralisch selbstgefälligen Protagonisten von Bio und Co zeugen mit der Ablehnung von grüner Gentechnik auch von einer gewissen Ignornanz gegenüber der schwierigen Ernährungsicherung in tropischen Regionen. Es geht bei dem neuen Gentechnikgesetz nicht um das Verursacherprinzip, sondern um die juristische Verbrämung einer ideologischen Politik. Die Risiken der Agro-Gentechnik sind so ungewiss wie ihre Verheißungen. Daran lässt sich nur durch staatlich streng kontrollierte Grundlagenforschung etwas ändern. Wer bereits diese ablehnt, hat die Aufklärung verschlafen.
  • Ein Beleg gegen elitäre Fanatiker

    21.09.2004, Rüdiger Biesold
    Und die hehren deutschen zuständigen wissenschaftlichen Institutionen wollen auch das nicht gewußt haben? Sie ignorieren solche Ergebnisse bewußt! Das heißt doch wohl, daß drei Bauern mit gentechnischem Produktanbau (einer am nördl. Stadtrand von Mannheim, einer in Groß-Gerau und einer am südl. Stadtrand von Frankfurt/M) genügen, um die ganze Fläche dazwischen zu verseuchen. Gut daß in der Nähe von Groß-Gerau eine Anstalt für geistig behinderte Menschen liegt; ich empfehle Sitzverlegung für die wissenschaftlichen Institutionen - der Volksmund nennt sowas immer noch Irrenanstalt (Das soll keine Diskriminierung sein, aber in diesem Zusammenhang paßt der Ausdruck!). Mit Verlaub, so irre kann doch keiner sein, solche Folgen bewußt in Kauf nehmen zu wollen! Sämtliche in Deutschland angebauten Getreide sind Gräser und einige davon neigen heftig zu fruchtbarer Bastardisierung. Die langfristigen Ergebnisse und möglichen weiteren Veränderungen sind überhaupt nicht abschätzbar; nur die Verbreitung ist exponentiell.
  • Risiko für wen?

    21.09.2004, Jutta Paulus
    Es mag durchaus zutreffen, dass durch die Haftungsregelung des neuen Gentechnikgesetzes die Forscher unkalkulierbare finanzielle Risiken eingehen müssten, um einen Freilandversuch durchzuführen.
    Aber was bitte ist die Alternative? Soll "die Gesellschaft" das Risiko übernehmen? Gentechnik ist nun mal leider nicht rückholbar, und wenn eine heute noch nicht abschätzbare Gefährdung für Mensch und Natur besteht, ist es m.E. nur gerechtfertigt, das Verursacherprinzip von Vorneherein anzuwenden!
    Siehe zu diesem Thema den (stilistisch nicht überwältigenden, aber inhaltlich lesenswerten) Roman "Wenzels Pilz", in dem die Folgen unverantwortlich freigesetzter gentechnisch veränderter Organismen satirisch dargestellt werden.
  • elitäre Fanatiker

    21.09.2004, Rüdiger Biesold
    Was bitte unterscheidet einen Pollen aus "wissenschaftlichen Versuchen" von einem Pollen eines Bauern? Halten sich die Herrschaften Wissenschaftler für so überragend intelligent, dass sie damit ihren Pollen kontaminieren, auf dass dieser weiß, dass er nichts anderes zu kontaminieren habe? So machte natürlich die Unterscheidung von wissenschaftlichem Versuchspollen und dummen Bauernprodukten Sinn!
    Natürlich ist es dem Pollen völlig egal, aus welchem Anbau er stammt, und natürlich ist die Verbreitung nicht aufzuhalten. Die langfristigen Folgen dieser Kunstprodukte sind nur für elitäre Fanatiker zum Nutzen des eigenen Geldbeutels zu ignorieren.
    Vielleicht sollte man im Gesetz doch unterscheiden und die "wissenschaftlichen Versuche" mit der mehrfachen Schadenssumme haftbar machen, denn die Verursacher wissen, was sie tun, ignorieren und beschönigen die Folgen. Immerhin, mit den letzten beiden Haltungen treffen sie im Bundestag und Bundesrat wenigstens eine Menge Geistesverwandte.
  • Absurd

    18.09.2004, Prof. Dr. H.Boeger
    Das Ergebnis klingt etwas absurd. Ich bin aber seit einiger Zeit der Meinung, dass etwas mit der gängigen Theorie der mitochondrialen DNA nicht stimmen kann.
  • Ursache und Wirkung

    18.09.2004, Rüdiger Biesold
    Hier wurde wohl wieder einmal Ursache und Wirkung verwechselt. Schon allein der Umstand, dass der fragliche Erreger bei 50% der Kranken zu finden ist, sollte hinreichend sein, dies nicht als Ursache anzunehmen. Wohl zutreffender ist die Annahme, dass ein bereits vorhandener Morbus Crohn bzw. die Veranlagung dazu die Ausbreitung dieses Erregers begünstigen kann.
    Es ist nachgewiesen, dass bei Morbus Crohn einige Gen-Defekte eine Rolle spielen; die Krankheit gehorcht damit dem Muster der Autoimmun-Krankheiten. Die Ursache sind multi-genetische Defekte; diese können sekundär andere Krankheiten begünstigen. Je nach Konfiguration der Defekte "braucht" es Auslöser für den von außen merkbaren Verlauf der Krankheit; das können Infektionen sein, aber es werden noch eine Reihe anderer Möglichkeiten von starken Hormonspiegelschwankungen bis psychosomatischen Effekten (die allerdings meist auch über das Hormonsystem wirken) diskutiert.
    Die tatsächlich beteiligten Gene und deren Defektkonfiguration ist noch längst nicht geklärt. Mit den Erbgängen tut man sich ebnfalls schwer. Dies ist kein Wunder, Menschenversuche verbieten sich; wegen der Multifaktor-Variante und der völlig ungeklärten dominanz/rezessiv oder gleichberechtigten (sprich: in der Folge Halbwirksamkeit, Mendels rosa Petunie aus weiß und rot) Verhältnisse von kranken und gesunden Genen untereinander stochert die Wissenschaft immer noch mit der Stange im Nebel.
    Die unterschiedliche Benennung der einzelnen Autoimmun-Erkrankungen hat zudem die Forschung aufgesplittert, es wird also zuviel Geld für jeweilige Administrationen, Krieg gegeneinander samt Imponiergehabe ausgegeben. Zusammenfassung zum Wohle der Kranken wäre dringend notwendig. Allein wenn die eingesparten Administrations-Gelder für gründliche Anamnese der Erkrankten ausgegeben würde, wäre das ein Fortschritt; eine ganze Reihe Ärzte (besonders die mit höheren akademischen Weihen) müsste nur lernen zuzuhören, statt dem Patienten die eigene vorgefaßte Hypothese ins Ohr zu blasen und dann von diesem als Bestätigung widerkäuen zu lassen.
    Ich weiß in diesen Punkten sehr speziell, wovon ich spreche. Ich habe seit mehr als 40 Jahren anamnetische Gespräche mit Mitpatienten (m/w) geführt und häufig genug ärztliche Ignoranz an eben diesen Mitpatienten erlebt. Seit Neuestem muss man sogar Zahlungen für wegen jahrelanger Behandlung auftretender befürchteter Folgen leisten, weil sich der Arzt weigert diese Untersuchung gegen Kassengebühr zu machen und lieber selbst höher direkt abkassiert.
  • Riemann Hy

    17.09.2004, Thomas Dietrich
    Dear Sirs,

    I think I can offer a proof of the Riemann Hypothesis. It's 4 or 5 pages handwriting. But by now, I could not find anybody who does a cross-reading of this. Before I go into open air with this paper, I want to have it checked by a math person. Is there anybody in the whole wide world intrested in?

    Regards Thomas