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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 106

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Falsche Herangehensweise

    22.10.2017, Timo
    Wir Menschen sind es, die reduziert werden muessten und nicht der Wechsel von Chemikalien zu Unkraut per Hand zupfen. Welcher Buerger z. B. in Deutschland hat einen Garten? Welcher Buerger koennte somit die Hainbuche als Hecke waehlen und welcher Buerger hat ueberhaupt die Chance eine sogenannte Wilde Wiese anzupflanzen? Ich glaube ueber 90% der Buerger in Deutschland koennen das nicht. Somit zielt der Bericht auf Leser ab, die kaum vorhanden sind. Eine andere Herangehensweise waere dabei viel nuetzlicher! Warum werden Haeuslebauer bundesweit nicht dazu verpflichtet ein Flachdach anstatt ein Giebeldach auf ihren neu erbauten Haeusern zu setzen und dort zumindest Wiese oder sogar eine Wilde Wiese anzupflanzen? Damit wuerde genauso viel Platz der Natur zurueckgegeben, wie das Haus verbraucht. Mit dieser Idee spricht man eine Vielzahl von Buergern an, die somit ganz aktiv etwas fuer die Umwelt tun koennen. Stichwort waere hier auch nicht Umweltschutz, sondern Umweltaufbau!
  • UV-Strahlung; Ozonloch.

    22.10.2017, PresidentZwo
    Eine artübergreifende gleichzeitige genetische Mutation!! Du liebe Zeit, was soll das denn? Nein, es ist natürlich die harte UV-Exposition durch das Ozonloch. Der Kiwi kann das UV Spektrum nicht abdecken. dadurch werden die Vögel jetzt blind.
  • Feedbackloops

    22.10.2017, Jens Roeth
    Worauf im Artikel leider nicht eingegangen wird (wahrscheinlich würde es auch den Rahmen sprengen), sind die Feedbackloops, die uns davon abhalten, stark zu- oder abzunehmen. Das Hormon Leptin, was von Fettzellen ausgeschüttet wird (und zwar je mehr, desto voller diese sind), macht zum einen satt, zum anderen erhöht es den Grundumsatz. Wenn man nun abnimmt, wird davon weniger ausgeschüttet, und man hat mehr Hunger sowie weniger Energieverbrauch. Was auch zum Jo-Jo-Effekt führt. Da es einige Zeit dauert bis sich das Gehirn an niedrigere Level gewöhnt (Stichwort Leptinresistenz), ist man nach einer Gewichtsabnahme sehr anfällig für erhöhten Appetit und schnelle Gewichtszunahme.

    Ein Vergleich der Leptinlevel zwischen den indigenen Völkern und den Wohlstandsmenschen wäre dabei sehr interessant.
  • Reflexartige Schuldzuweisung

    22.10.2017, Gisbert
    "Und ebenfalls im Dunkeln liegt noch die Antwort auf die Fragen, ob Homotherium damals Homo sapiens gejagt hat und ob unsere Vorfahren etwas mit seinem Aussterben zu tun hatten."
    Was soll denn angesichts der damals extrem dünnen menschlichen Populationsdichte der Mensch mit dem Verschwinden dieser Großkatze zu tun haben? Damals konnte man jahrelang hoch und runter durch Europa latschen, ohne einem Menschen zu begegnen.
  • Menschen sind nicht übergewichtig, weil ihr Körper Hunger hat

    22.10.2017, Uwe Hampel, Barsinghausen
    Beiträge über das große Thema Übergewicht bringen mich immer wieder zum Schmunzeln. Schade finde ich allerdings die Verwirrung, die Sie, gerade bei den Betroffenen erzeugen, weil Sie von der eigentlichen Misere ablenken. Gene hin oder her: Übergewichtige Menschen essen nicht, weil ihr Körper Hunger hat. Sie essen, weil der Essvorgang in ihnen ein gutes Gefühl erzeugt. Gefühle erzeugen (Ess)Verhalten. Und Gedanken erzeugen Gefühle. Taucht man in die Gefühlswelt Übergewichtiger ein, findet man sehr schnell genau das, was Sigmund Freud als inneren Konflikt bezeichnet hat. Die Gefühlswelt übergewichtiger Menschen leidet unter einem Konflikt zwischen Denken und Fühlen. Und kompensiert wird dieser Konflikt durch die Nahrungsaufnahme. Warum? Weil Gehirne beim Essen das Denken einstellen und in den Fühlmodus wechseln. Die Nahrungsaufnahme erzeugt ein gutes Gefühl.

    Nun funktioniert dies leider nicht bei Nahrung, die wir als gesund und nützlich für den Körper bezeichnen. Somit wird, um ein gutes Gefühl zu erzeugen, Nahrung gewählt, die weniger vorteilhaft für den Körper ist. Und diese Nahrung erzeugt Übergewicht.
  • Energiebilanzen verwirren mich

    22.10.2017, Walther Glaubitt, Würzburg
    "Ein gesunder, erwachsener, durchschnittlich großer und normalgewichtiger US-Amerikaner benötigt täglich etwa 10 500 Kilojoule (2500 Kilokalorien), um sein Körpergewicht zu halten. Bei einer gesunden, erwachsenen und normalgewichtigen Durchschnittsamerikanerin sind es zirka 8400 Kilojoule (2000 Kilokalorien)." Nach der Grafik "Grundumsatz" setzen 30 bis 50 Jahre alte, normalgewichtige Männer aber nur 1700 Kilokalorien um. Laut Grafik "Glykämischer Index (GI)" werden nach einer Mahlzeit von 394 Kilokalorien und niedrigem GI nur noch 764 Kilokalorien während des restlichen Tages verzehrt. Das sind insgesamt nur noch 1158 Kilokalorien am Tag. Die Zahlenangaben variieren in einem Bereich von 1150 kcal und 2500 kcal. Das verstehe ich nicht und ich bitte um Erläuterung.
    Stellungnahme der Redaktion

    Sehr geehrter Herr Glaubitt,

    in der Grafik "Grundumsatz" ist der Grundumsatz von Männern und Frauen angegeben (aufgeschlüsselt nach Körpergewicht und Altersgruppe). Im Durchschnitt macht dieser etwa zwei Drittel des Gesamtenergieumsatzes aus. Das noch fehlende Drittel entfällt auf den so genannten Leistungsumsatz, also den Energieaufwand für physische Aktivität etc., der zum Grundumsatz hinzukommt. Zu den von Ihnen genannten 1700 Kilokalorien täglich müssen Sie also noch etwa 800 Kilokalorien täglich addieren und kommen dann auf rund 2500 Kilokalorien pro Tag.

    In der Grafik "Glykämischer Index" sind Werte angegeben, die bei einer Untersuchung an fettleibigen Jungen mit einem Alter von zirka 15 Jahren gewonnen wurden, also nicht an Erwachsenen. Dies erklärt, dass die dort angegebenen Werte zwischen rund 1200 und rund 1800 Kilokalorien täglich liegen und somit niedriger als bei Erwachsenen.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.

  • Grundlagenforschung?

    22.10.2017, Elmar Bodet, Solingen
    "All diese Befunde zeigen, dass Kalorie nicht gleich Kalorie ist."

    Dieser Satz steht bereits in Pollmer/Fock/Gonder/Haug 'Prost Mahlzeit' von 1994/2001! Selbstverständlich können sich ganze Wissenschaftszweige der Pflege von falschen Konzepten widmen.

    Was in dem oben stehenden Artikel sorgfältigst vermieden wurde, ist die Frage nach dem Warum der Fettleibigkeitsepidemie. Hierzu jüngst erschienen: Lustig 'The hacking of the american mind', Untertitel: The science behind the corporate takeover of our bodies and brains. Einen zusammenfassenden Beitrag dazu gibt es auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EKkUtrL6B18&t=23s
  • Künstliche Intelligenz

    22.10.2017, Roland Schröder
    Erfreulich, dass der Sammelband "Was sollen wir von künstlicher Intelligenz halten?" darauf hinweist, dass wir nicht aufhören sollten, selber zu denken. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Überlegenheit der künstlichen Intelligenz vor allem in der Schnelligkeit und der Kapazität der Systeme liegt und nicht in der Genialität oder der Kreativität.
  • Verständnisfrage

    22.10.2017, Pollo Asado
    Lieber Herr Lingenhöhl,

    so ganz verstehe ich die Herleitung ja nicht: selbst, wenn die Zapfenmuster 100% gleich sind, muss doch allein der Augenabstand für verschiedene Bilder sorgen? Außerdem: meint Symmetrie in diesem Fall Spiegelsymmetrie (die Gegenüberstellung von "d" und "b", sowie "3" und "E" legt das nahe)? Im letzteren Falle müsste ja wohl noch ein weiterer Fehler vorliegen, da "normalerweise" die binokulare Sehrinde beide gleich ausgerichteten, aber leicht um den Augenabstand verschobenen Bilder zum dreidimensionalen Gesamtbild verrechnet. Wäre eines davon "seitenverkehrt", müsste das von der Sehrinde erst "umgedreht" werden. Möglicherweise könnte das sogar funktionieren. Es gab ja schon erfolgreiche Experimente mit per Optik vertauschem Oben/Unten, an das sich das Gehirn auch gewöhnt hat.
    Die Augendominanzplastizität ist mir bisher nur bekannt im Zusammenhang mit Amblyopie, wenn nämlich in der "kritischen Phase" der Entwicklung der Sehrinde das schwächere Auge "abgeschaltet" wird - oder eben, bei künstlich induzierter erneuter "kritischen Phase" (nach Richtungskorrektur der Augen) wieder "angeschaltet", also die Dominanz eines einzelnen Auges aufgehoben werden kann. Ist es tatsächlich so, dass bei gleich funktionalen Augen beim Lesen das Bild eines der beiden ausgeblendet wird? Davon habe ich bisher nichts gelesen.

    Freundliche Grüße,
    Pollo Asado

    P.S.: folgend dem Artikeltext müsste im letzten Satz "Asymmetrie" durch "Symmetrie" ersetzt werden.
    Stellungnahme der Redaktion

    Lieber Pollo Asado,

    das ist eine gute Frage, die die Forscher selbst noch nicht beantworten können: Sie haben ja erstmal nur einen Zusammenhang zwischen der Asymmetrie/Symmetrie der Zapfen und der Ausbildung einer Dyslexie entdeckt - und wie man diese mit Lichtblitzen womöglich abmildern kann. Alles weitere müssen wohl erst neue Studien klären.

    Und danke für den Hinweis - ich bessere das aus.

    Viele Grüße
    Daniel Lingenhöhl

  • Wohl bisher unterschätzter Einfluss genetischer Faktoren

    21.10.2017, sherfolder
    Wenn die Autoren schreiben, dass bereits ein Überschuss von 50 bis 100 Kilokalorien pro Tag die Körpermasse um ein bis drei Kilogramm pro Jahr und über die Dauer eines Jahrzehnts zwischen 10 bis 30 Kilogramm erhöhen kann, was für einen Einfluss haben dann erst genetische und andere individuelle, biochemische Faktoren auf die Stoffwechselaktivität und damit auf die Gewichtskontrolle, wie es durch die Ergebnisse der Studie aus dem Jahre 1986 nahegelegt wird, bei der Unterschiede von bis zu 500 kcal (!) gefunden wurden.

    "bei den Hazda ist eben nicht (nur) der Grundumsatz gleich hoch wie bei Durchschnittsamerikanern, sondern der gesamte Energieumsatz (Grundumsatz plus Leistungsumsatz). Obwohl sich die Hazda wesentlich mehr bewegen als Durchschnittsamerikaner, setzen sie insgesamt nicht mehr Kalorien um als diese"

    Das war für mich das Überraschendste, was ich im Zusammenhang mit Ernährungsphysiologie seit Langem gelesen habe. Das wirft ja praktisch alles über den Haufen, was bisher an vermeintlich gesichertem Wissen zu diesem Thema in der medialen Öffentlichkeit zu erfahren war: dass Sport in Bezug auf Gewichtsreduktion eine eher untergeordnete bis vernachlässigbare Rolle spielt.
    Diese Nachricht muss ich jetzt erstmal verdauen …
  • Überproportionale Grösse

    21.10.2017, Anton
    Hat dieser Zahn - so wie immer abgebildet - überhaupt existiert? Wenn ja, dann ist er hinderlich statt nützlich gewesen.
    Stellungnahme der Redaktion

    ja, er existierte so, wie Fossilien zeigen. Diese langen Zähne waren allerdings auch nicht besonders bruchfest, vermutet wird daher, dass sie wie ein Dolch genutzt wurden. Die Tiere töteten nicht mit dem Biss, sondern durch Aufschlitzen...

  • Punctuated equilibria?

    21.10.2017, Carl Strutinski
    Da ich mich selbst mit dem Thema Evolution befasse, kann ich mich den in diesem kurzen Beitrag gemachten Annahmen nur anschließen. Dazu möchte ich noch einige erläuternde Bemerkungen machen. Die graduellen Verbesserungen will ich nicht in Abrede stellen, bringe sie aber immer mit sich verändernden äußeren Umständen in Verbindung. Wenn diese Umstände sich nur ganz langsam, also über geologische Zeiträume, verändern, bleiben die Arten zumindestens äußerlich unverändert. Das ist auch der Grund, weshalb es in der Geologie "Leitfossilien" gibt. Sie zeichnen sich über große Räume und Zeiten durch Formbeständigkeit aus, die es uns ermöglicht bestimmte Gesteinsformationen über weite Gebiete miteinander zu vergleichen und ihnen anhand dieser Leitfossilien dasselbe Alter zu erteilen. Es sollte hinzugefügt werden, dass es sich meist um Millionen von Jahren handelt, die in der Geologie zwar kurze Zeitspannen sind, aber biologisch betrachtet doch lange Zeiten der relativen Ruhe und Beständigkeit darstellen.
    Ändern sich nun die äußeren Umstände relativ schnell, kommen all diejenigen Gene zum Einsatz, die sich "in rudimentärer Form" schon verändert hatten, wenn denn die Veränderung der Anpassung an die neuen Umweltbedingungen dienlich ist. Daraufhin finden dann "plötzlich" (das kann aber auch Jahrtausende oder sogar länger dauern) die radikalen Veränderungen statt. In der Entwicklungslehre ist diese Auffassung, der ich mich anschließe, als "punctuated equilibria" bekannt. Sie wurde von den Amerikanern Gould und Eldredge in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgestellt, ist aber immer noch nicht allgemein akzeptiert. Die großen Massenextinktionen und anschließenden Neuentstehungen von Arten lassen sich aber sehr gut durch dieses Modell erklären.
    Ich kenne die Stammesgeschichte der Rhagovelia-Gattung nicht, also kann ich auch nicht beurteilen, weshalb sie ihre "neue" Eigenschaft entwickelt hat. Denkbar wäre eine schnelle Veränderung ihrer gewohnten Lebensumstände an Ort und Stelle oder aber die Annahme, die Gattung sei aus einem anderen Gebiet eingewandert und musste sich ohnehin an die veränderten Umweltbedingungen anpassen. Die Annahme, dass Arten sich kontinuierlich verändern, um sich immer besser an die Umwelt anzupassen, die noch Darwin vertrat, scheint den tatsächlichen Bedingungen und Beobachtungen nicht zu entsprechen.
  • Randbemerkungen zum Thema

    21.10.2017, Carl Strutinski, Saarbrücken
    Ein in vielen Hinsichten aufschlussreicher Artikel, gut mit Beobachtungen untermauert.
    Es hängt immer auch von uns selbst ab, wie leicht wir es den Herstellern von "processed food" machen, beziehungsweise wie schwer wir uns damit selbst tun. Ich habe oft den Eindruck, unsere Lebensmittelgroßkonzerne möchten am liebsten, dass uns durch Gesetz untersagt wird, noch selbst was in unseren Gärten zu produzieren oder Waldfrüchte und Pilze in Wald und Wiese zu sammeln. Das scheint schon dergestalt von unserer (Konsum)Gesellschaft verinnerlicht worden zu sein, dass viele Menschen es "uncool" finden, wenn man auf Pilzsuche geht.
    In anderer Hinsicht: dass das Gehirn so viel mehr Energie nötig hat als unsere Muskeln, klingt doch beruhigend. Sollten wir nicht vielleicht auch nach dem Motto leben: Denke dich gesund???
    Es ist mir in diesem Zusammenhang schon immer aufgefallen, wie oft mich der Hunger packt, wenn ich ein gutes Buch, ganz gleich ob schöngeistige oder wissenschaftliche Literatur, lese. Zum Unterschied von langweiligen Gesetzestexten, beispielsweise. Nun habe ich eine Erklärung dafür. Vielen Dank!
  • 14C

    21.10.2017, Gottfried Heumesser
    14C alleine scheint bei so alten Funden nicht unbedingt das Wahre zu sein, wenn etwas solange im Seewasser gelegen ist. Da wären andere Datierungsmethoden interessant. Aber da es offenbar keine Stratigrafie gibt dürfte man da im Dunklen tappen. Bis vor kurzem ging die Kalibration von 14C ja nur bis 30ka, jetzt bis 50ka. Würde den Ergebnissen daher nicht unbedingt zuviel Gewicht zumessen.
  • Einfachere Methode

    21.10.2017, Liane Mayer
    Wenn die Augen einander "in die Quere kommen", wie im Artikel beschrieben, warum dann nicht einfach ein Auge schließen und nur mit dem anderen lesen? Man kann die Augen ja auch abwechselnd zum Zug kommen lassen, nur halt nicht beide gleichzeitig. Räumliches Sehen wird beim Lesen ja ohnehin nicht gebraucht. So könnte man leicht und ohne finanziellen Aufwand feststellen, ob die Leseschwierigkeiten wirklich nur an den Augen liegen oder nicht.