Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Gibt es denn nur noch religiösen Wahnsinn?

    31.08.2013, Gilbert Brands
    Laut eigenen Gutachten der CCS-Forscher liegt der Energiebedarf für Abscheidung, Transport und Lagerung bei 20-30%, was in etwa bedeutet, dass pro drei Kohlekraftwerken ein viertes nur für diese Technik hinzukommen müsste. Bezüglich der Speicherung sei einmal auf die Kernenergieendlager verwiesen: nach 30 Jahren Forschung steht noch nichts fest. Andere Modelle sehen das Versenken im Meer vor - obwohl das nach anderen Forschern bereits heute übersättigt ist.

    Jeder Klimaforscher pflegt in Sachen Klimawandel nur noch seine fast schon religiösen Vorstellungen, wobei alles darauf beruht, dass die simple Formel CO2 = Temperaturerhöhung richtig ist. Ist die Welt tatsächlich so einfach? Äußerst unwahrscheinlich. Aber religiösen Fanatikern war so was schon immer egal.
  • Ideenklau?

    30.08.2013, Frank Wohlgemuth, Tornesch
    Springer erwähnt in seinem Einwurf die vermeintliche Entdeckung der Werferfähigkeiten des Menschen durch ein Team um den amerikanischen Evolutionsbiologen Neil T. Roach (Nature 498, S. 483, 2013). Ich halte das für geklaut. Sehen Sie doch einmal hier hinein: http://www.werfer.de/index.html. Eduard Kirschmann hat sein Buch „Das Zeitalter der Werfer: eine neue Sicht des Menschen. Das Schimpansen-Werfer-Aasfresser-Krieger-Modell der menschlichen Evolution“ 1999 im Selbstverlag veröffentlicht, 2001 nach Kontakten mit der amerikanischen Paläoanthropologenszene auf den Wunsch von Richard W. Young ins Englische übersetzen lassen, fand aber keinen Verlag. Das ist vom verlegerischen Standpunkt für mich verständlich, weil das Buch zu viele Längen hat; außerdem präsentierte es für jemanden ohne Grundlagen für eine fundierte eigene Meinung zu sehr eine Außenseiterposition. Der Text ging aber wie gesagt in der Anthropologenszene herum und wurde auch einige Male zitiert. Insofern finde ich es äußerst verwunderlich, dass Roach und sein Team noch nichts davon gehört haben wollen. Ich habe auch nichts in ihren Quellen gefunden.

  • Anmerkung der Autorin

    29.08.2013, Juliette Irmer
    Zu den Zahlen bezüglich Statin-Einnahme und Herzinfarktprävention:
    Das Zahlenbeispiel gibt die Anzahl der notwendigen Behandlungen (engl.number needed to treat NNT) wieder. Es ist eine statistische Maßzahl, die angibt, wie viele Patienten pro Zeiteinheit mit einem Medikament behandelt werden müssen, um das gewünschte Therapieziel bei einem Patienten zu erreichen, z.B. um einen Herzinfarkt zu verhindern. D.h. die Forscher würden bei 1000 nicht behandelten Personen in 5 Jahren 18 Herzinfarkte erwarten.
    Das heißt auch 982 Personen nehmen 5 Jahre lang umsonst Statine ein.

    Allerdings bezieht sich dieses Zahlenbeispiel auf Patienten, die ein geringes Risiko haben, einen Herzinfarkt zu entwickeln. Bei Patienten, die ein höheres Risiko haben, verbessert sich das Verhältnis etwas auf 40 zu 1000 in 5 Jahren.
  • OZ

    29.08.2013, Elmar Neumann
    Hallo,

    die OZ von Hg ist 80 nicht 82.

    Gruß
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank, wir haben den Fehler ausgebessert.

    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Fleckenmusang-Scheiße und Ähnliches

    29.08.2013, Paul R. Woods
    Nun - mit ein wenig Bienenkotze (= Honig) schmeckt erhitzte Absonderung aus modifizierten Schweißdrüsen (= Milch) fast jedem besser. Oder wie wäre es mit Vogelspeichel und Seegras (= Vogelnestsuppe)?
    Und wie ist es mit all den Absonderungen durch Bakterien (Brot, Bier, Wein, Käse)?
  • Grüne Gentechnik ist alle, aber nicht grün

    28.08.2013, Robert Orso
    Sie haben den Zusatz "Gewerbliche Einschaltung" in Ihrem Artikel vergessen.

    Die Menschen sind nicht so dumm wie die Industrie sie gerne hätte. Sie entscheiden sich für oder gegen irgendetwas aus ganz spezifischen Gründen. Die hier immer angeführte Angst vor Gesundheitsschäden durch GM-Lebensmittel ist nur einer davon und bei Weitem nicht der wichtigste. Die Menschen essen auch sonst allerlei ungesunde Nahrung ganz freiwillig.
    Tatsächlich NUTZT die "grüne" Gentechnik nur ganz wenigen. Den Herstellern des selbstverständlich patentierten Saatguts und den Herstellern der Agrarchemie gegen die die neuen Pflanzen nun endlich unempfindlich sind. Und das sind "zufällig" genau die gleichen Firmen.

    Mangelernährung ist ein logistisches Problem, kein genetisches. Robuste Pflanzen, die auf schlechten Böden gedeihen, unempfindlich gegen Schädlinge sind - das sind die Anforderungen der Landwirtschaft. Die Gentechnik produziert aber nur schwächliche Pflanzen, die sich "dank" massivem Einsatz von Agrarchemie gegen pflanzliche und tierische Konkurrenz behaupten können. Diese Agrar-Wüsten lassen sich dann effizient industriell verarbeiten und die Produkte überschwemmen dann billig den Markt wo sie (mangels Erkennbarkeit) die Vielfalt der natürlich erzeugten Nahrung verdrängen.

    Die Menschen sind bereit für regionale, frische, ntürlich und nachhaltig produzierte Waren gutes Geld zu bezahlen. Noch nie mussten die Menschen prozentuell weniger von ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben als heute. Wenn sich manche Menschen ein "natürliches" Essen nicht leisten können liegt das nicht an den eklatant hohen Lebensmittelpreisen, sondern daran, dass die Einkommen schneller gesunken sind als die Preise. Nahrung ist heute so billig, dass sich die Produktion für viele Landwirte überhaupt nicht mehr lohnt. Genau diese "billigen" Industrie Lebensmittel ruinieren den Markt.

    Weil aber die Menschen bewusst auf GM-Lebensmittel verzichten wollen, auf Lebensmittel die um den halben Globus reisen müssen, auf Lebensmittel die nicht nachhaltig, artgerecht oder durch Sklavenarbeit erwirtschaftet werden, deshalb wehrt sich die Industrie so vehement gegen eine entsprechende Kennzeichnung. Dem Konsumenten eine eigene Entscheidung verweigern, und seien die Gründe dafür noch so irreal, ist Konsum Terrorismus.

    Würde sich die GenTech Industrie wirklich darum sorgen, ob die indischen Reisbauern, die afrikanischen Kartoffelbauern, die Indios auf ihren Maisfeldern auch genug hochwertige Nahrung zum Überleben produzieren können, würden sie anders handeln. Die einzige Sorge besteht nur darin, dass die hohen Entwicklungskosten für ein Produkt das niemand will, vielleicht umsonst ausgegeben wurden und der Geldregen dann vielleicht nicht einsetzt. Den Hunger in der Welt bekämpfen wollen sie? Haha! Ja genau.

    Die Industrie will doch immer den "freien Markt". Konkurrenz belebt das Geschäft. Der Markt ist heilig, er regelt alles auf wundersame Weise selbsttätig zum Wohle der Menschheit. Außer eben, die Zielgruppe will das Zeug nicht haben. Weil es aus China kommt, weil Tiere gequält wurden, weil es Chemie enthält, weil zu viel Zucker drin steckt, die Verpackung giftig ist oder eben das "Frankenfood". Da werden auf einmal die Forderungen laut, man möge das alles doch bitte dem Kunden zu seinem eigenen Wohl verheimlichen, damit er es doch kauft.

    Ich sage mal: Am Bedarf vorbei produziert. Das kommt vor. Steht dazu.
  • Keine Vollständige Darstellung

    28.08.2013, Ulrich Heemann
    Leider nennt der Autor zwar angebliche Fehlinformationen, erläutert und widerlegt sie aber nicht. Zitat:
    "Dennoch streuten Greenpeace und andere Anti-Gentech-Gruppen Fehlinformationen und schürten Hysterie, um die Einführung des Goldenen Reises auf den Philippinen, in Indien und China zu verzögern."
    Als Befürworter der Gentechnik würde ich mir eine solche günstige Gelegenheit doch nicht entgehen lassen. Zweifel sind deshalb durchaus angebracht.
    Dabei würde ich mich nicht als grundsätzlichen Gegner der Gentechnik bezeichnen und einige Befürchtungen als deutlich überspitzt einstufen. Es geht den meisten Vertretern der Gentechnik aber offensichtlich tatsächlich nur um ihren Profit. Argumente zur Umweltverträglichkeit ihrer angestrebten Techniken (z.B. hohe Herbizitverträglichkeit) missachten sie, wie es auch hier im Artikel geschieht. Eine im Interesse einer hilfreichen Gentechnik verlaufende Auseinandersetzung findet nicht statt.
  • Mehr Fingerspitzengefühl

    28.08.2013, Winfried Krech
    Ich ärgere mich immer wieder über die kleinen atheistischen Seitenhiebe des Herrn Springer, insbesondere wahrscheinlich, weil sie manche vorurteilsbebelastete Sichtweise erkennen lassen. In dem oben genannten "Einwurf" drängt sich die Frage auf, was für ein Gottesbild da eigentlich herumspuckt, wenn die "Allwissenheit" ein Problem ist. Im Begriff "Gott" ist doch Allmacht und Allwissenheit impliziert. Es wäre die Vorstellung eines Gottes etwas albern, wüßte der auch nur so viel wie Herr Springer.
    Ich will nicht behaupten, dass die neuerdings auch in Deutschland wieder brennenden Kirchen etwa von Springers Einwürfen intendiert seien, die Täter werden "Spektrum" kaum lesen. Ich würde mir aber etwas mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit und Respekt vor denen wünschen, die mit Pascal Jordan daran festhalten, dass die Naturwissenschaft nicht beweisen kann, dass es Gott nicht gibt. Was die Verächtlichmachung des Glaubens anderer bewirkt, zeigt allein das 20. Jahrhundert mit seinen Gulags und KZs ausreichend genug.
    Wenn ich mich mit religiösen Themen beschäftigen will, lese ich eine theologische Zeitschrift. Wenn ich Spektrum der Wissenschaft lese, möchte ich über die Entwicklung in den Wissenschaften informiert werden, und keine atheistische Propaganda. Respekt vor anderen Weltanschauungen ist dabei unverzichtbar.
  • Wo sind die Täler?

    28.08.2013, Ulrich Heemann
    Leider ist Ihr Artikel nur zum Staunen, nicht zum Verstehen geeignet. Selbst als Physiker kann ich mit der folgenden Information nichts anfangen:

    Die Kristalle des Diamants besitzen beispielsweise sechs solcher symmetrisch angeordneter Senken, von denen sich immer zwei direkt gegenüberliegen.

    Nun sind normalerweise alle Täler in etwa gleich stark mit Ladungsträgern besetzt. Gelänge es nun, dort gezielt Elektronen oder Löcher anzuhäufen und diese Ladungen anschließend nach Belieben zu verschieben, dann ließe sich damit ebenso eine binäre Informationsverarbeitung konstruieren – und dann elektronische Bauteile bauen und so am Ende vielleicht einen Computer.

    Schade um die Zeit des Lesens!

  • Allergien und eine differenzierte Betrachtung

    28.08.2013, Maik Moritz
    Durch den Transfer von Genen aus der Einen zur anderen Art ist eine Kennzeichnung schon für Menschen mit Allergien notwendig.
    Eine etwas differenziertere Betrachtung der komplexen Thematik wäre in dem Artikel wünschenswert gewesen.
  • GM nutzt vor allem Großkonzernen

    28.08.2013, Daniela Steinberger
    Ich schließe mich meinen Vorrednern an; der Kommentar liest sich wie eine PR-Veröffentlichung für GM-Lebensmittel.

    Er blendet völlig aus, dass GM Konzernen wie Monsanto dabei helfen, einen noch größeren Teil der Nahrungsmittelproduktion auf dieser Welt zu kontrollieren und abhängig zu machen. Gerade darum betreiben diese so intensive Lobby-Arbeit für ihre Produkte - nicht aus dem lauteren Grund, durch gesundheitsfördernde Produkte Leben retten zu wollen...

    Der Nutzen bzw. die Mehreinnahmen der Anbauer in den Entwicklungsländern wird schon dadurch begrenzt, dass diese jedes Jahr teures, markengeschütztes Saatgut von den Konzernen kaufen müssen und so abhängig gehalten werden.
  • Experiment am lebenden Objekt

    28.08.2013, Ulrich Sutter
    Ich bin auch für eine eindeutige (und vollständige, d.h. keine erlaubten Prozentgrenzen) Kennzeichnung von GM-Lebensmitteln, da meiner Meinung nach heute keiner sagen kann, welche Auswirkungen bzw. Langzeitfolgen dies auf den menschlichen Organismus haben wird. Mir fällt in diesem ZUsammenhang das Beispiel Radioaktivität ein, die nach ihrer Entdeckung auch völlig sorgenfrei verwendet/angewendet wurde, um dann nach Jahren bzw. Jahrzehnten festzustellen, dass durch die Radioaktivität das Erbgut in menschlichen Zellen verändert wurde und somit Krebs auslöste. Insofern tun mir alle (insbesondere die Amerikaner) Leid, die keine Wahl haben, GM-Lebensmittel zu meiden, denn an ihnen wird durch Monsanto & Co. ein Langzeitexperiment am lebenden Objekt mit bisher nicht absehbaren Folgen und Risiken durchgeführt.
  • Wissenschaftlicher Artikel?

    28.08.2013, Markus
    Ich lese Ihre Beiträge eigentlich immer gerne, doch dieser Beitrag scheint mir wie eine Werbeeinschaltung. Es gibt hunderte Studien für und gegen GM. Eindeutig hat die Technik viele Probleme und viele der Vorteile haben sich im nachhinein als Nachteile entpuppt. Wieso sollten wir unser Recht auf Information über das was wir essen nicht einfordern? Der Artikel impliziert das es besser ist das "dumme" Volk in Unwissenheit zu lassen damit die "intelligenten" Führer das Beste für uns wählen. Die Geschichte hat uns gelehrt das dies dem menschlichen naturell entspricht - oder war es anders herum?

    Mit GM haben wir in der Natur eine Kettenreaktion ausgelöst die wir nicht mehr stoppen können und wir sind wie kleine Kinder die mit dem Feuer spielen und naiv annehmen das sicherlich nichts passieren wird - dabei wissen wir nur einen winzig kleinen Bruchteil über dieses sehr komplexe Thema. Wir haben die Bäume von den Feldern verbannt und danach wieder Windgürtel geschaffen - wenn wir nicht einmal so einfache Dinge vorhersehen - wie können wir uns dann erwarten die folgen von GM zu verstehen? Auch impliziert dieser Artikel das wir GM brauchen um die großen "Probleme der Menschheit zu lösen", dabei brauchen wir in Wirklichkeit vielmehr eine Welt in der das Miteinander unser handeln prägt und nicht das streben nach persönlichen Interessen. Dann gebe es in Kürze für alle reichlich.
  • Photonik

    28.08.2013, Ulrich Sutter
    Zukunftsfähiger erscheint mir da eher das "Rechnen" mit Licht anstatt mit Elektronen, sprich die Photonik.
  • Für wen?

    28.08.2013, Richard Kessing
    Für wen sind das charakteristische Geschmacksnuancen mit einem besonders exquisiten Aroma?
    Zunächst koche ich da wohl doch nur Fleckenmusang- Scheiße auf. Oder?
    Dafür werden wohl die kleinen Tiere -wie Sie richtig bemerken- zunehmend missbraucht.