Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Ausblendung

    14.10.2015, ricardicus
    Der Hang der meisten Menschen unangenehme Wahrheiten zu verschweigen oder sogar ganz aus der eigenen Wahrnehmung auszublenden, ist für sehr viel Elend verantwortlich. An dieser Stelle ist er - falls Hr. Anderson's Vorwürfe sachlich zutreffen - aber schlicht desaströs und zwar nicht nur in Hinsicht auf den Anspruch und den Ruf der wissenschaftlichen Methode, sondern möglicherweise sogar in Hinsicht auf das Überleben der gesamten Biosphäre auf dem Planeten.... sollten wir nicht umdenken? Ist das Artensterben kein Alarmzeichen erster Klasse? Können wir uns Machtgerangel und Verteilungskämpfe mit all ihren verzögernden und leugnenden Auswirkungen noch leisten? Wäre es nicht an der Zeit den Blick auf das Ganze weiter zu entwickeln und für alle Wesen auf dem Planeten, die, wie wir wissen, aufeinander angewiesen sind, wahrheitsgemäß zu sorgen?

    Das ist doch eigentlich angesichts der Zeichen am Horizont eine unaufschiebbare Aufgabe, die übrigens offensichtlich über die Aufgabenbereiche der Nationalstaaten weit hinaus reicht.
    Man stelle sich vor, eine Flottille schwerbewaffneter, eroberungsgeiler Alienschiffe würde auftauchen, wie schnell wir dann einen Weltstaat hätten, der vielleicht als einzige Alternative die Chance zum Überleben der Menschheit bieten würde. Aber bei den selbst fabrizierten globalen Existenzbedrohungen schauen wir weg, leugnen die eigenen klaren Erkenntnisse, machen kleinkarierte Interessenpolitik? Haben wir dann Besseres verdient als unseren Untergang? -

    Wir haben das Potiential uns einen Ruck zu geben und den Blick zu weiten..... die Alternative ist sehr düster!
  • Vielleicht ueberdramatisiert

    14.10.2015, Alexander Kastaniotis
    Ich denke, die Argumente der Warner sind wenig stichhaltig. Im Gegensatz zu den durch ständige Inzucht genetisch homogenen Fliegen- oder Mausstämmen findet in der Realität andauernd eine Neudurchmischung des Kerngenoms statt, was augenscheinlich zumindest keine dramatische Wirkung hat. Dass es unterschiedliche körperliche Leistungsfähigkeiten bei Menschen gibt, mag auf nicht optimale Kombinationen von Mitochondrien- und Kerngenomen liegen, aber das scheint sich doch im tolerierbaren Rahmen zu halten. Im Vergleich zu den Auswirkungen, die ein mutiertes Mitochondriengenom auf den Organismus hat, wäre eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit - verglichen zu durschnittlicher Leistungsfähigkeit - wahrscheinlich vorzuziehen.
    Um mögliche Probleme zu minimieren, könnte man aber Spenderzytoplama verwenden, dessen Mitochondrien demselben Haplotyp wie die Mitochondrien der Mutter angehören.
    Letztendlich wird ein Spendermitochondrien-Ansatz anfangs ein Risiko beinhalten - da wir tatsächlich sehr viel immer noch nicht wissen. Aber das war bei kuenstlicher Befruchtung, Herztransplantationen oder der Anwendung von Antibiotika etc. zu beginn auch nicht anders.
  • Organzucht??!

    14.10.2015, Angela Franke
    Meine Güte, endet diese widerliche Tierausbeutung nie?
    Es sind Tiere, lebende, fühlende Wesen, keine Ersatzteillager!
    Diese technokratische Sprache ist entlarvend.

    Muss alles gemacht werden, was man machen kann?
    Erst werden Menschen durch diese Lebensweise krank gemacht, auch durch den Verbrauch von Milliarden Tieren und dann müssen wieder Tiere herhalten, um eben diese Menschen zu retten.
    Ich finde nicht, dass Menschen diese uneingeschränkte Verfügungsgewalt über Mitgeschöpfe haben dürfen, dass man für das eigene Wohl unzählige Andere leiden lassen und töten darf.
    Zum Leben gehört auch die Akzeptanz eines schicksalhaften Geschehens.

  • Autotuning vs. Klima

    14.10.2015, Herbert A. Eberth
    Ist ja witzig: Sie produzieren Ihre eigenen Widersprüche, indem Sie einem Beitrag über die Klimawarnungen Andersons eine Werbung für Auto-Tuning bestellen.
    Antwort der Redaktion:
    Das liegt leider außerhalb unserer Kontrolle, aber es entbehrt in der Tat nicht einer gewissen Ironie...
  • Gibt es vielleicht einen Interessenkonflikt?

    14.10.2015, Peter Weppen
    Kritische Leser sollten wissen, dass Jeffrey Gore nach Angaben in Dokumenten der Mississipi State University Empfänger von Fördergeld der Agrochemie-Firma Monsanto ist. Unter den wichtigsten Produkten dieses Unternehmens findet sich auch Glyphosat. Das förderliche Zusammentreffen von wisenschaftlichem Befund und der Fördergeldquelle mag rein zufällig sein.
  • Irreführender Titel

    14.10.2015, Jan-Hendrik Sibberns
    Da mein gestiger Kommentar wohl zu zynisch war, kommentiere ich hiermit gerne in einer hoffentlich respektvolleren Form. In Deutschland gibt es 258 zugelassene PSM-Wirkstoffe (Quelle UBA) in der leider nur teilweise vorgestellten Studie werden lediglich 42 Wirkstoffe untersucht - Die Überschrift müsste korrekter Weise also "Die meisten in der vollgenden Teildarstellung einer Studie über die Auswirkungen von Pestiziden in der Landwirtschaft schadet Bienen" - Leider scheint es dem Verfasser nicht klar zu sein, dass die genannten Hauptverursacher in Deutschland eine Kennung als Bienengefährlich haben und somit nicht in blühenden Beständen eingesetzt werden dürfen. Ferner gibt es viele bekannte Formulierungshilfstoffe wie z.B. Azole, die eigentliche bienenungefährliche Pestizde bienengefährlich machen. Ferner scheint dem Verfasser nicht klar zu sein, dass z.B. synthetische Phyretoide besonders von Ökobetrieben im Rapsanbau eingesetzt werden dürfen, da die Phyretoide die einzige Wirkstoffklasse darstellen, die den Schaderreger nicht tötet sondern lähm. Daher ist der Artikel in seiner Darstellung meines Erachtens wenig wissenschaftlich gehalten, da 1. zu viele Fakten verborgen bleiben und 2. bekannte Tatsachen nicht mit den Eu-weit geltenden Rechtsvorschriften in Zusammenhang gebracht werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jan-Hendrik Sibberns
  • hätte man ja nicht gedacht

    13.10.2015, Jan-Hendrik Sibberns
    Die 3 Hauptwirkstoffarten gegen Insekten, die als Bienengefährlich eingestuft sind und deshalb nicht in blühenden Beständen angewandt werden dürfen, sind tatsächlich Bienengefährlich - ich kanns kaum glauben - Bitte berichten sie demnächst über Reissäcke die in China umfallen
  • Toter Bartliest!

    13.10.2015, Wulf Weber
    Sie hätten ruhig erwähnen können, dass die US-Forscher auch diesen Vogel "gesammelt" - sprich: zu Forschungszwecken getötet - haben, obwohl sie die Population nicht einschätzen, sondern nur vermuten können...
  • Zur Begrifflichkeit: "Schrapnell"

    13.10.2015, Moralinsaurer
    Auch wenn es nur der sachlichen und sprachlichen Korrektheit dient: Schrapnell-Geschosse waren zuletzt im 1. Weltkrieg up to date - machen Sie sich bitte mal kundig.
    Was hier offenkundig passierte, war die Explosion einer Sprenggranate, und die erzeugt Splitter, nicht "Schrapnells".
  • unrealistisch

    13.10.2015, MS
    Wenn ich Bienen mit Insektiziden besprühe (die meisten beschriebenen Stoffe gehören in diese Pflanzenschutzmittelkategorie), dann muss ich doch erwarten, dass die Bienen sterben, den sie sind Insekten. In der landwirtschaftlichen Praxis passiert das so aber nicht, da die Mittel nur angewendet werden dürfen, wenn keine Bienen da sind. Zum Beispiel unter der Erde (Beizung), oder zu Jahreszeiten bzw. Tagenzeiten in denen Bienen nicht fliegen oder auf Flächen, in denen sich keine Biene verirrt, weil es dort keine blühenden Pflanzen gibt. Die Auflagen im Pflanzenschutzmitteleinsatz durch Profis (Landwirte) sind so hoch, dass das Risiko für die Bienen sehr gering ist. Problematischer sind die vielen Hobbyanwender, die in Mittel im Baumarkt kaufen und dann unkontrolliert damit hantieren (übrigens auch Glyphosat).
  • Lianen vs. Bäume

    13.10.2015, Paul R. Woods
    Von Februar 1982 bis August 1984 war ich im bäuerlichen Kautschukprogramm in West Sumatra tätig.
    Bei der Auswahl von Flächen, die mit Kautschuk bepflanzt werden sollten, wurden bereits gerodete Flächen (Brandrodungsflächen des Wanderfeldbaus (= "shifting cultivation")) und/oder Sekundärwald (der dann gerodet wurde) vom Projekt ausgewählt.
    Dabei waren Lianen (u.a. Rattan) das wichtigste Indiz. Aber auch alte Kautschuk-Bäume und Bananen waren wichtige Zeigerpflanzen, die aber gegenüber den Lianen weitaus weniger wichtig waren. Es ist also der bereits gelichtete oder flächenmäßig reduzierte Wald, der von Lianen weiter geschädigt wird.
    Hingegen hat der Primärwald zumeist etwas von einer gotischen Kathedrale, wie ich im Norden von Kalimantan Timur (indon. Ost Borneo) sehen konnte, mit wenig Unterwuchs und vor allem keine Lianen.
  • Genau genommen

    12.10.2015, Jan Rothkegel
    Der Artikel ist sehr interessant. Wenn man genauer darüber nachdenkt, entpuppt sich die Strategie als "elementar", sobald man sich das Problem auf der Zunge zergehen lässt. Das erste Immobilienangebot liegt nicht in der Zielspanne? Ja selbstverständlich ist es dann ratsam, auf das zweite Angebot zu warten... Dem geneigten Leser kann ich zur Vertiefung diese Quelle empfehlen: http://was-die-welt-im-innersten-zusammenhaelt.de/2015/09/20/das-zwei-zettel-spiel/
  • Tststs...

    12.10.2015, bossel
    "muss vor ungefähr 3500 Jahren eine große Völkerwanderung aus Europa nach Afrika stattgefunden haben"
    Im Originaltext steht nichts dergleichen, sondern:
    "the genomes suggest a major migration into Africa by farmers from the Middle East, possibly about 3500 years ago"
    &
    "European farmers and living Africans inherited this DNA from the same source—a population in the Middle East, perhaps Anatolia or Mesopotamia"

    Mal abgesehen davon ist der Wortlaut auch im Original etwas seltsam, da dort immer nur von Afrika die Rede ist. Europide Populationen gab es in Nordafrika aber auch schon, bevor Mota lebte. Die alten Ägypter sind da wohl das beste Beispiel. Mit Afrika ist hier dann wohl nur Schwarzafrika (Afrika südlich der Sahara, engl. Sub-Saharan Africa). Was übrigens dadurch bestätigt wird, daß das englische Middle East normalerweise Ägypten umfasst.

    Manica hat dies wohl auch an anderer Stelle entsprechend erklärt. Falls ich das richtig sehe, spekuliert er, daß es Entwicklungen im Ägyptischen Reich waren, die zu den Wanderungsbewegungen Richtung Schwarzafrika führten.
  • Polarfüchse in der Subantarktis?!?

    11.10.2015, Yadgar
    In der Subantarktis? Wirklich? Also z. B. auf Südgeorgien, den Kerguelen-Inseln, den Crozet- und Prinz-Edward-Inseln, auf Macquarie? Das glaube ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen sehe! Zweifellos könnten Polarfüchse in der Lage auf den genannten Inseln gut überleben - aber wie sollten sie dorthin gekommen sein? Mir sind lediglich verwilderte Hauskatzen als vom Menschen eingeschleppte Neozoen auf subantarktischen Inseln bekannt (die man in den letzten 20 Jahren zwecks Erhaltung der einheimischen Seevogel-Fauna mit großem Aufwand versucht, auszurotten)...
    Antwort der Redaktion:
    da hat sich ein "ant" versehentlich eingeschmuggelt - er lebt tatsächlich nur in der Subarktis!

    Ich habe den Fehler ausgebessert. Vielen Dank
  • N-Acetylcystein ist nicht nur ein Antioxidans

    11.10.2015, Stengel
    N-Acetylcystein ist von einer Aminosäure abgeleitet und ein Arzneimittel, das schleimlösend in den Atemwegen wirkt. Von seiner Wirkung (und der eines weiteren nicht näher bezeichneten Stoffs) Rückschlüsse auf Antioxidantien im allgemeinen zu ziehen, ist (noch) nicht gut begründet.