Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Droht uns Gefahr von Robotern?

    21.04.2016, Karl Hostettler, Aadorf (Schweiz)
    Droht uns Gefahr vor Robotern?

    Es kann sehr schwierig sein, mit einem eingefleischten Informatiker über das reale Problem intelligenter Roboter und dessen Bedeutung zu diskutieren. Wenn alles von einer großen Gefahr spricht, die uns von superklugen Robotern drohen könnte, dann wird dies wohl auch eine große Gefahr sein. Schließlich: Wenn die Bibel sagt, die Sonne drehe sich um die Erde, und alle an biblische Wahrheit glauben, dass dreht sich auch die Sonne um die Erde, und Galilei, der etwas anderes sagt, gehört als Frevler auf den Scheiterhaufen! Leider sind auch wir heutigen Menschen, die Informatiker eingeschlossen, noch immer dieselben Wesen wie vor 500 Jahren.

    Bei allen Überlegungen über mögliche Gefahren, die von Robotern ausgehen könnten, wird eines nicht beachtet. Wir vergessen uns selbst. Bevor wir uns mit allfälligen Gefahren befassen, die von menschenähnlichen Robotern ausgehen könnten, müssen wir uns mit unserem eigenen Wesen befassen. Warum tun wir selbst dies oder das? Dass wir uns keine solchen Fragen stellen, darüber schüttle ich den Kopf. Denn die Antwort ist sehr leicht zu finden. Wir Menschen sind empfindende Wesen. Unsere Empfindungen geben uns Interessen vor. Sie sagen, was wir tun wollen.

    Können Roboter für Menschen eine Gefahr sein? Der Artikel sagt es klar: Natürlich können sie. Sie können wirkungsvoll gegen Feinde eingesetzt werden. Kann ein übelwollender Mensch Roboter missbrauchen, um andere zu schädigen? Das geschieht schon heute. Die Amerikaner tun es gegen die Taliban, und für die Taliban sind die Amerikaner übelwollende Menschen. Ist es auch denkbar, dass wegen eines Programmierfehlers ein Roboter durchdreht und tut, was er nicht sollte? Auch das kann ich nicht ausschließen.

    Einfache empirische Tatsachen zeigen es uns. Wir Menschen haben Interessen. Sie gründen auf unserem Erleben. Erleben ist nichts Neutrales. Wir können uns freuen, und wir können leiden. Sich freuen ist gut. Leiden ist schlecht. Das gilt, ob wir es wünschen oder nicht. Vielleicht werden wir eines Tages wissen, wie Gehirnvorgänge beschaffen sind, die mit Leid oder Freude verbunden sind. Vielleicht werden wir eines Tages Roboter schaffen können, die ebenfalls empfinden. Nur: Woran werden sie Freude empfinden, woran Leid? Die Natur lässt uns Freude an Handlungen fühlen, die unsere Lebenstüchtigkeit – jedenfalls unter den Bedingungen, unter denen wir entstanden sind – fördern, Leid unter Bedingungen, die ihr schaden. Wir haben echte Interessen, und sie helfen mit bei der Steuerung unseres Verhaltens. Wir streiten und helfen, weil wir es gerne tun! Und nun: Woran sollte der Roboter Interesse haben, was sollte in ihm angenehme, was unangenehme Empfindungen auslösen? Soll es für ihn angenehm sein, die Menschen unterjochen zu wollen? Gäbe es einen Verrückten, der dies möchte? Wenn schon, würden wir Roboter nicht eher so programmieren, dass sie uns Menschen in Treue helfen wollen? Natürlich kann ich Roboter, die uns feindlich gesinnt sind, nicht ausschließen. Ich kann nicht beweisen, dass nie ein Verrückter etwas Verrücktes unternimmt oder dass ein unvorhergesehener Fehler in einem Programm so etwas bewirkt. Aber müssen wir wirklich damit rechnen? Immerhin haben wir selbst es in der Hand, wie Roboter sein werden. Vor Robotern als Feinden habe ich wirklich keine Angst. Viel anderes fürchte ich unendlich mal mehr.

    Übrigens: Grundlage unserer Würde ist in jedem Falle das Erleben. Ich bin überzeugt, dass auch Tiere empfinden. Daher teile ich auch Tieren eine Würde zu, nicht ganz die gleiche wie uns selbst. Aber einem empfindungslosen Roboter? Was er auch immer zu denken in der Lage ist: Solange er nicht empfindet, kann man ihm auch keine Würde zuteilen. Man darf ihn versklaven.
  • Vielleicht geht's ja mit einem Doctor?

    20.04.2016, M.Ecker
    Dr. B. McBoatface könnte doch ein Kompromiss sein... ;)
  • Beweise

    20.04.2016, Jay Martin
    Gerade in diesem Wissenschaftsbereich - die Anthropologie und natürlich auch die Archäologie - sind wirkliche Beweise oftmals dünn gesät. Vieles ist immer Interpretationssache. Man arbeitet damit, wie plausibel etwas erscheint...oder eben nicht. Und oftmals werden plausibel klingende Interpretationen als Beweise vorgelegt und fast ebenso häufig - und das muss man bisweilen auch kritisieren - kritiklos durchgewunken.

    Dahingehend möchte ich zu gerne wissen, wie hoch der Prozentsatz von fehlerhaftem Wissen ist, was wir als gesichert bewiesen annehmen und in den Schulen/Unis gelehrt bekommen.

    Die Kritik hinsichtlich des möglichen rituellen Verhaltens des Homo naledi halte ich daher für absolut berechtigt. Es gibt sicherlich auch andere Gründe für die Knochenfunde in der Höhle, Gründe, die auch Anspruch auf Plausibilität haben.

    Das Auffinden der Überreste und die Deutung eines Beerdigungsritus kommen einfach viel zu schnell, als dass man davon ausgehen kann, dass hier wirklich bis zum Schluss seriös gearbeitet wurde.

    Und gerade das ist auch ein ganz großes Dilemma, in der die Wissenschaft oftmals steckt: Es müssen Ergebnisse und manchmal gar "Sensationen" geliefert werden, damit die weitere Forschung auch finanziell gesichert ist. Und das geht dann leider oftmals zu Lasten der Exaktheit. Wenn nicht gar der Wahrheit!
  • Risiko

    20.04.2016, Tom
    Die Atomindustrie hatte IMMER mit einem GAU alle rund 10.000 Jahre argumentiert. Bei etwa 400 Atomkraftwerken sind das also statistisch alle 25 Jahre.
  • Ab in den Wald

    20.04.2016, H2A
    Aha. Herr Winterhoff hat wieder ein Buch über erziehungsunfähige und -unwillige Eltern und über die böse digitale Welt rausgehauen. Hey, war das nicht schon im letzten Jahr? Und warum haben wir davon nichts mitbekommen? Hat ihn eigentlich keiner in eine Talkshow eingeladen, damit er sein Buch vermarkten kann um den nach "Tyrannen"-Themen dürstenden Lesern wieder Stoff zu geben? Meine Theorie: Die Botschaft "Kauft mein Buch und verschenkt es an eure erziehungsunfähigen (respektive: nicht erwachsen werden wollenden) Kinder" mag vor zehn Jahren vielleicht für ein Umdenken bei besorgten Großeltern gesorgt haben. Im Jahr 2016 kommt derartige Besserwisserliteratur nicht an, auch wenn man - wie Herr Winterhoff - durchaus die Spielregeln der Medien kennt.
    Mein persönlicher Rat (freilich ohne das Buch gelesen zu haben) an Eltern und Großeltern: Sich einfach nochmal den wirklich lesenswerten Text aus der "Zeit" von Martin Spiewak "Wir sind keine Sorgenkinder" zu Gemüte führen - den gibt es im bösen Internet - und danach in den Wald gehen. Empfiehlt ja auch der Experte.
  • Juda und Israel in Spektrum Spezial

    20.04.2016, Alfred Storz, Kirchheim unter Teck

    Es wimmelt nur so von Gottheiten und der allmächtige Jahwe hatte auch eine Fruchtbarkeitsmitstreiterin zur Frau – sehr beachtenswert!
    Immer wieder geht es um die Levante, das palästinensische Bergland, Ackerbau und Viehzucht. Dabei sollen doch laut altem Testament der Bibel die Könige SALOMO und DAVID in prunkvollen Herrschaftshäusern regiert haben. Wenn dem auch nur annähernd so gewesen sein soll, dann wäre der Prunk nur durch Beutezüge erklärbar, durch Überfälle auf Handelskarawanen der Küstenstraße, was dann auch die „Rache“ der ägyptischen Pharaonen nach sich zog. Jedenfalls gilt als gesichert, dass die aus Tonbechern trinkenden Herrscher der frühisraelitischen Stämme kulturell nicht auf dem Stand der Metallproduktion waren.
    Was mir des Weiteren im gesamten Heft negativ auffällt, ist das Fehlen einer bibelkritischen Einschätzung was die Schilderung der damaligen Begebenheiten anbelangt. Der Begriff der „deuteronomistischen Redaktion“, ein manipulatives Zurechtrücken der Fakten viele Jahrhunderte später, wird in keinem Artikel des Sonderhefts erwähnt. Zwar werden die archäologischen Erkenntnisse und analytischen Ausführungen von Herrn Finkelstein, dem Chef Ausgräber der Universität Tel Aviv, wenigstens kurz angedeutet, aber in ihrer Brisanz finden sie nirgendwo Gehör! Es gibt zum Beispiel keinen einzigen außerbiblischen Beleg für Exodus und Wanderung der Israeliten! Kein keramischer Fund, keine Stele oder historisch originäre Überlieferung, keine Grabungsschicht kann bezeugen, dass immer nur die Philister mit Waffengewalt in Gebiete der Judäer vorgedrungen sind und damit die alleinigen Bösewichte waren. Das sind alles willkürliche posttemporale Setzungen! Der Räuberhauptmann „König“ David (mit wie vielen Frauen verheiratet?) war jedenfalls als kaltblütiger Krieger auch nicht zimperlich! Eben ein moralisch höchst fragwürdiger „Volksvereiner“. Und da kommen wir zur eigentlichen Krux vieler im Heft vorgestellten historischen Betrachtungsweisen: Es wird gemordet und gebrandschatzt auf allen Seiten und warum wird dann das Vorgehen der ägyptischen Pharaonen und der babylonischen Herrscher mit einem anderen Maß beurteilt als die Kriegshandlungen der (ebenfalls erfundenen zwölf Stämme) Israels? König Josia zum Beispiel ließ alle Kulte außer dem Jahwes „ausrotten“! Man kann sich lebhaft vorstellen, was dies bedeutet hat! Diese religiöse Gängelung und Gleichschaltung muss jedem äußerst befremdlich erscheinen – und das gilt bis in unsere heutige Welt! Wenn Israel in Jerusalem palästinensische Wohnhäuser abreißen lassen will, um an derselben Stelle ein siebenstöckiges Museum als Prachtbau für seine religiöse Weltanschauung zu errichten, dann kann eine solche Maßnahme den Frieden in der Welt nicht fördern! Diese Arroganz einer Nation mit vermeintlicher Vorrangstellung und der Hang zum Gigantismus sollten einmal näher unter die Lupe genommen werden. Fakt ist jedenfalls, dass das heutige Israel aus einer nomadischen Vielvölkergemeinschaft entsprungen ist! Von einer göttlichen Berufung keine Spur!
  • Leichte Gravitationswellen im Raum

    20.04.2016, Prof. Dr. Walter Langel, Greifswald
    In dem Beitrag zu Gravitationswellen wird schön rekapituliert, was in der Tagespresse zu finden war, aber entscheidende Verständnisfragen bleiben offen.
    Das Michelson-Interferometer (mit dem man ursprünglich den Äther finden wollte, in dem sich die Lichtwellen fortbewegen sollten wie Schall in der Luft) wird erklärt, ohne aber auf die entscheidende Frage einzugehen, wie man dort eine Längenänderung von 10-21 sauber von thermischer Fluktuation zu trennen glaubt.
    Weitere Frage an die Astronomen: Falls das Verschmelzen großer Schwarzer Löcher ein Jahrtausendereignis ist, ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Wellen genau dann eintreffen, wenn der Detektor angeschaltet wird, ist es ein Tagesereignis, sollten sich ähnliche dauernd wieder beobachten lassen?
    Es ist gute Praxis in der Wissenschaft, die Achsen einer Grafik zu beschriften, und sollte auch in "Spektrum der Wissenschaft" üblich sein. Dann könnten nämlich die Zeitachsen der Messung und Simulation mit dem angegebenen Frequenzbereich (60-250 Hz) verglichen werden.
  • Haptik

    20.04.2016, Patrick Langer
    Es ist beeindruckend was Computer generieren können, um es dann später als eine Art Kunst auszudrucken.

    Allerdings fehlt irgendwie die Haptik, die meist durch von meisterhafter Hand gezogenen Pinselstriche, Leben in Bilder schafft und somit bleibt es doch nur eine von einem Computer generrierte günstige Kopie.

    Trotzdem interessant

  • Enterprise

    19.04.2016, Thomas Maurer
    Wie wärs mit Enterprise? Hat Stil und verpflichtet...
  • HMS Bumfreeze

    19.04.2016, Wilhelm Rankenfuß
    Zeigt auch wie weit abgehoben die Verantwortlichen vom digitalen Alltag nichtmoderierter Foren, Kommentarspalten & cetera sind.

    NERC, Wingham, sollten für "Boaty MacBoatface" durchaus dankbar sein und das Schiffli in Demut so taufen.
  • Ist kein Wunder

    19.04.2016, Gottfried Heumesser
    Jeder Segelflieger weiß, dass es im Frühling / Frühsommer thermisch besser geht als im Herbst. Der aufgeheizte Boden und die kältere Luft ergeben eine viel bessere Thermik. Ab Mitte August kann man das thermische Segelfliegen auf der Nordhalbkugel weitestgehend vergessen, warme Luft über auskühlendem Boden ergibt stabiles Wetter, ideal zum Wandern. Allerdings ist die Thermik Tageszeitabhängig. Funktioniert gut vom späten Vormittag bis gegend Abend, aber nicht in der Nacht. Ist also gut geeignet große Höhen zu erreichen.

    Außerdem können in dieser Höhe Windscherungen sogenannte Scherungswellen verursachen, entlang derer man über große Strecken dauernd Aufwind hat. Und das funktioniert unabhängig von Tages- und Jahreszeit. Dazu müsste man natürlich genauere meteorologische Daten haben, die wohl über der Sahara kaum erhältlich sind. Aber es hat ja auch einmal ein Jumbo-Jet über dem Atlantik in 11000 m Höhe eine Wildgans "aufgeschnupft", was weder Vogel noch Triebwerk vertragen haben.

    Jedenfalls sollten sich Ornithologen auch mit Meteorologie und Luftströmungen befassen. Mit einer Wissenschaft alleine kommt man heute selten recht weit.
  • Kein Quatsch

    19.04.2016, freak2003
    Lieber Primgenüssler, die Definition einer Primzahl ist zunächst einmal unabhängig von dem verwendeten Zahlensystem. Von daher sind Eigenschaften der Primzahlen in den verschiedenen Zahlensystemen schon interessant. Besonderes die Frage, welche Eigenschaften sind gleich und welche unterschiedlich?

    Die Aussage was nun das natürliche Zahlensystem ist, ist auch nicht so ganz klar. Sowohl in der Geschichte, als auch in der Gegenwart, wurden verschiedene Zahlensysteme verwendet. Ihr Computer verwendet auf der Maschinenebene das Dualsystem und in der Datenverarbeitung ist das Sedezimalsystem wichtig. Es ist vielmehr so, dass man für die zu lösende Aufgabe das geeignete Zahlensystem wählt. Manchmal ist es sinnvoll das Sedezimalsystem zu nehmen, da man für die gleich Zahl weniger Ziffern als im Dezimalsystem oder im Dualsystem braucht.

    Auch die angesprochenen Wahrscheinlichkeiten bieten doch Raum für Fragen. Gibt es eine Systematik beim Auftreten solcher gleichen letzten Ziffern der Primzahlen? Wenn ja, gelten diese für beliebige Zahlensysteme? Bleibt dieses Verhalten für größere Zahlenbereiche gleich?
  • Äußerst schade

    19.04.2016, Adalberg Bergdorfer
    Äußerst schade von Fr. Engelhardt, dass nur ein einziges Beispiel an skurrilen Tierarten vorgestellt wird (Giraffenhalskäfer). Da hätte man sich als Leser über zwei, drei weitere Beispiele sehr gefreut.
  • Name

    19.04.2016, Carl
    'Name of Vessel' ist doch völlig in Ordnung
  • Falls es jemanden interessiert ...

    18.04.2016, ecka
    ... hier (http://www.ecka.de/tschernobyl.htm) kann man nachhören, welche Nachrichten ab dem 28. April 1986 in Radio und TV erschienen. Es handelt sich ausschließlich um Originaldokumente, die zeigen, wie die Katastrophe hierzulande aufgenommen wurde und wie sich die Diskussion darum bis zum 6. Mai entwickelte.
    Abgesehen davon würde mich interessieren, wie die aktuelle Gefahrenlage weltweit eingeschätzt wird angesichts der 439 Reaktoren im Betrieb, 64 Reaktoren im Bau und 159 in Planung (https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_nach_L%C3%A4ndern) auch und besonders im Hinblick auf die jeweilige Dauer der aktuell im Betrieb befindlichen Kraftwerke.