Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Zu: "Unsere Familie"

    28.05.2013, Paul R. Woods
    Zur Bildunterschrift "Neanderthaler und Mensch" ist anzumerken, dass beide als zu "Homo" gehörend bezeichnet werden, beide also Menschen sind.

    Beim Anführen der Laktoseverträglichkeit wäre vielleicht Alkoholverträglichkeit oder auch Häufigkeit der verschiedenen Blutgruppen anzuführen, die ebenfalls regional sehr unterschiedlich sein können.
  • Und wenn man "Rasse" durch "Unterart" ersetzt?

    28.05.2013, Frank
    Es ist ein interessantes Thema, dass es in der Art Homo Sapiens keine Rassen geben soll. Schon klar: Man hat bei solchen Überlegungen immer das Gefühl, sich in die Nazi-Ecke zu begeben, aber für wissenschaftlich korrekt halte ich das nicht.

    Es mag sein, dass man "Rasse" kaum noch verwendet, aber es gibt ja "Unterarten" (was wohl letztlich dasselbe ist). Und ich stelle immer wieder fest, dass Biologen bei Tierarten schon bei viel geringeren Unterschieden als bei den unterschiedlichen Aussehensweisen von Menschengruppen sofort wieder neue Unterarten beschreiben und Arten in viele solche zerlegen (die man anschließend nach sich benennen kann ;-) )

    Wenn man (ab)wertende rechte Rassismus-Gedanken über Bord wirft und sagt "alle Menschen sind gleichwertig, es gibt keine besseren oder schlechteren Menschengruppen" sowie "der Mensch ist auch nur eine von vielen Tierarten", dann müsste es doch auch möglich sein zu erforschen, ob es Unterarten des Menschen gibt? So aus ganz neutraler, sachlich wissenschaftlicher Sicht? Es ist zwar im Artikel gut beschrieben worden, warum hellere und dunklere Haut sowie unterschiedliche Haare nicht zu einer solchen Unterartenabtrennung führen müssen, aber es gibt ja noch weitere deutliche Unterschiede in Aussehen und Körperbau.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo (Herr) Frank,

    in der Tat kann man, wenn man mag, ganz neutral "Rasse" auch durch "Unterart" ersetzen: Der nach vielen populationsgenetischen und molekularbiologischen Untersuchungen erreichte Stand der Wissenschaft sagt hier übereinstimmend , dass H. sapiens auch nicht in Unterarten unterteilt werden kann.

    Das Argument ist dasselbe: Innerhalb der vielfältigen Spezies Mensch gibt es überall nur fließende Übergänge. Oder, molekulargenetisch formuliert: Der größte Teil der genetischen Unterschiede beim Menschen findet sich stets innerhalb einer geografischen Population.

    Die Unterart ist (wie die Rasse) ein von willkürlichen Merkmalen abhängiges Ordnungskriterium. Man kann sie, wie Sie sagen, natürlich aus anderen als wissenschaftlichen Zwecken durchaus aufstellen (selten allerdings um seinen eigenen Namen per Nomenklatur-Vorschlag zu verewigen: Das gilt unter Forschern als stillos.)

    Und noch kurz ein Wort zu Ihrem "es gibt noch deutlichere Unterschiede in Aussehen und Körperbau" - auch solche Äußerlichkeiten wären natürlich durch vernachlässigbar wenige Genvarianten hervorgerufen. Man bräuchte eine gute Begründung (die noch nie jemand vorlegen konnte) dafür, ausgerechnet diese paar Genvarianten angesichts vieler anderer Unterschiede herauszuheben, um damit zu einer phänotypisch-rassistischen Einteilung zu gelangen.

    Mit freundlichen Grüße
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Wie man Atommüll sicher behandelt

    28.05.2013, Prof. (FH) Dr. Walter Darge, Celle

    Atommüll-Endlagerung im Leib der Erde hat eine rechtspolitische Dimension, die bisher von allen Bundestagsparteien, die darüber zu befinden haben, ausgeklammert oder in ihr Gegenteil gewendet wurde. Das Endlager in der Erde "erfüllt das weltweit anerkannte und grundlegende Nachhaltigkeits-Prinzip der Generationen-Verantwortung, nach dem die Generation, die den Nutzen hat, auch ihre Lasten tragen soll", teilt eine große Volkspartei im Gleichklang mit anderen mit. Aber, die Schaffung eines untertägigen Endlagers kann wohl drei Generationen dauern, wobei die beiden letzten nur Kosten bringen. Schlimmer noch, unser Recht und das Recht unserer Kinder und Nachfahren auf sichere körperliche Unversehrtheit werden verletzt.

    Viele Wissenschaftler rechnen damit, dass aus der Tiefe radioaktives Material nach oben kommen kann und stellen deshalb Untersuchungen an, um Wege und Geschwindigkeiten von radioaktiven Substanzen im Untergrund zu bestimmen. Wer aber hoch radioaktives und giftiges Material in die Erde bringt, wo es mit Wasser Kontakt haben wird, das auch den Brauchwasserpegel erreichen kann, darf wegen gemeingefährlicher Vergiftung angeklagt werden. Auch Volksvertreter dürfen das nicht veranlassen; denn der Vorgang kann selbst dann bestraft werden, wenn noch keine Toten und Verletzten zu beklagen sind und wenn die Tat im guten Glauben, dass sie nicht schadet, vollzogen wurde.

    Paradebeispiel eines solchen abstrakten Gefährdungsdeliktes (Bodenverunreinigung (§324a StGB); Gewässerverunreinigung (§324); Schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften (§330a)), bei der deutsche Staatsanwälte allerdings bisher leider nicht tätig wurden, ist Asse II. Vier Mrd. Euro Kosten oder mehr prognostiziert der Chef des Öko-Instituts und 100 Jahre Arbeit, um das Lager Asse II zu räumen. Wenn man ihm glauben will, sind das 100 Jahre mit 4 Fässern zu je 27 000 Euro täglich!

    Welche Gutachten aus Clausthal-Zellerfeld oder von andernorts und welche Erlasse welcher verantwortlichen Ministerialen haben Asse II ermöglicht, oder Geothermie-Löcher von Hannover (BGR) und Aachen (RWTH), um weitere Pannen bei der Verschwendung von Steuergeld zu nennen? Die Öffentlichkeit muss wegen solcher Fälle annehmen, dass es keinen Gutachter gibt, der glaubhaft garantieren kann, dass der nunmehr gefundene Ort "sicher" ist. Gleichwohl sollen Geologen bei der neuen Endlagersuche diesen sicheren Ort benennen und andere das glauben. Das Verfahren ist "Institutionelle Brunnenvergiftung" (entsprechend dem Sozialpsychologen Paul Slovic), die mit der Sentenz "Es besteht internationaler Konsens darüber, dass die sicherste Art, Atommüll zu entsorgen, die Lagerung in tiefen geologischen Formationen sei!" ideologische Inhalte lanciert und verbreitet, um die Öffentlichkeit nachhaltig zu manipulieren, was bei uns sicher der Fall ist.

    Die Eurasische und die Afrikanische Platte kollidierten mit ihrer Kontinentaldrift und bildeten Pyrenäen und Alpen und in Nordafrika den Atlas, heute die Grenze zwischen Eurasischer Platte und Afrikanischer Teilplatte. Ein weiterer Grenzbereich ist der Vesuv, der oft aktiv ist. Ein Teil der rammenden Platte schob sich unter die andere. Dadurch wurden ungeheure Spannungen in den europäischen Teil des Systems gegeben, in dem sie sich, neben der Gebirgsbildung – in nicht berechenbarer Weise als Erdbeben – entladen können. Spanien trennt sich von Europa und dreht sich leicht im Uhrzeigersinn. Der Schwarzwald treibt nach Norden und die Vogesen haben eine Südbewegung. Deshalb reißt der Oberrheingraben auf und es gibt Anzeichen dafür, z.B. Erdbeben in Krefeld/Moers, dass dieser Spalt sich auch in der Unterrheinebene fortsetzt. Weil Afrikanische und Europäische Platte sich ständig Druck- oder Zugkontakte geben können (Erdbeben am Atlas, Aktivität am Vesuv) ist die Lage nicht übersichtlich. Was kann da ein Gutachter entscheiden, und wer vertraut ihm noch und ist bereit, Steuergeld zu geben? Mit diesem Punkt würde sich aus Gründen der Glaubhaftigkeit ein tiefes Endlager erledigen.

    Ein zweites Problem für tiefe Endlager öffnet sich mit der Katastrophe von Asse II. Hier wird uns die Lehre erteilt, dass Endlager fragwürdig und manchmal kriminell sind. Was aber kann geschehen mit der Radioaktivität in einem Endlager, das viel stärkere Strahlung in sich birgt? Wie viel Personen werden jetzt oder später an Asse II krank und sterben früher?

    Ein weiteres Aus für tiefe Endlager käme, wenn man an den Grundsatz denkt, dass ein Schaden – in diesem Fall massenhafte Anhäufung von Atommüll – vom Verursacher beseitigt werden muss. Sieht die Mehrheit der Bürger und Juristen im Verscharren eine Beseitigung? Sie befürchtet wohl eher, dass Kinder und Enkel, die oben drauf leben sollen, Schwierigkeiten mit jenem Atommüll bekommen, der nach oben driftet. Bewegungen der Erde und Bewegungen in der Erde können Radioaktivität trotz aller menschlichen Gegenwehr wieder nach oben bringen.

    Viertens existiert das Recht auf körperliche Unversehrheit für uns, Kinder, Enkel und Nachfahren. Auch aus diesem Grund ist Verscharren des Atommülls absolut unzulässig. Das wird aber leider bisher noch von den Parteien als hinnehmbares Übel angestrebt, weil ihnen von den Fachleuten keine andere Möglichkeit signalisiert wurde und sie bis heute getäuscht sind!

    Die vier aufgeführten Problemkreise, nach denen sich tiefe Endlager total verbieten, werden negiert. Wir müssen staunend mit ansehen, wie nunmehr alle Bundestagsparteien im Rahmen ihrer Schwarm-Intelligenz mit dem Endlagersuchgesetz folgenden Zustand ansteuern, den es schon einmal gab: Es soll ein Endlager-Suchgremium gebildet werden, obwohl AKEnd bereits gute Arbeit geliefert hat. Jahre sind für Beratungen vorgesehen. Gutachter werden beauftragt, deren Vorschlägen dann Probeuntersuchungen folgen, begleitet von Bürgerinformation, Bürgerbefragung, Bundestags-Entscheid, Demonstrationen vor Ort, Gerichtsverfahren, Steuergeldausgabe etc.

    Wie entsteht Atommüll?

    Atommüll entsteht im Atomreaktor z.B. bei der Spaltung von Uran-236, das vorher aus Uran-235 durch Aufnahme eines Neutrons gebildet wurde. Uran-236 zerbricht nicht bevorzugt in zwei gleiche Teile, sondern kann verschiedene Spaltproduktpaare bilden. Es entstehen also viele Spaltprodukte.

    Uran-236 (spontaner Zerfall) → Barium-139 + Krypton-94 + 3 Neutronen + Energie.

    Die beiden gebildeten Elemente sind radioaktiv, haben aber kurze Halbwertszeiten (HWZ) von ca. 83 Minuten und 0,2 Sekunden. In anderen Fällen bilden sich extrem langlebige Nuklide wie Jod-129 mit ca. 15,7 Mio. Jahren und Tc-99 mit 210 000 Jahren. Diese Spaltprodukte müssen behandelt werden.

    Es entstehen auch Edelgase bei der Uranspaltung, in der obigen Formel Krypton-94. Krypton-95 mit 11 Jahren Halbwertszeit bereitet beim Öffnen der Reaktorgefäße, wie 2012 in Grohnde, Sorgen. Es entweicht in die Luft und kann von Bürgern eingeatmet werden. Es wird vermutet, dass gehäufte Leukämiefälle in der Nähe von Reaktoren durch die Wirkung von Kr-95 (M= 95 zu Sauerstoff = 32), das in die untere Atmosphäre gelangt ist, zu erklären sind.

    Neben Spaltprodukten aus Uran entstehen im Atomreaktor Transurane (Aktinide). Die hier ausgewählten Reaktionswege zeigen die Bildung von Plutonium über Neptunium als Zwischenstufe:

    Uran-235 + Neutron → Uran-236; Uran-236 + Neutron → Uran-237 (HWZ 6,8 Tage)

    Uran-237 + Neutron → Uran-238; Uran-238 + Neutron → Uran-239 (HWZ 23,5 Minuten)

    Uran-239 (spontaner Zerfall) – ß → Neptunium-239 (HWZ 2,4 Tage)

    Neptunium-239 (sp. Zerfall) – ß → Plutonium-239 (HWZ 24 000 Jahre)

    Die Aufnahme von Neutronen, beginnend beim Uran-235 und ein dadurch möglicher ß-Zerfall (Aussendung einer negativen Ladung) sind ein Prinzip der Transuranbildung. Alle Transurane sind radioaktiv und zeichnen sich z.T. durch große Halbwertszeiten aus, sind also Problemfälle für Atommüll, in dem sie reichlich erscheinen. Durch kernspaltende Transmutation müssen sie unschädlich gemacht werden und können dabei Energie für die Durchführung der Transmutation und für andere Verwendungen liefern.

    Im Atommüll haben wir es zunächst mit einigen Hundert Radionukliden (Spaltprodukte, Aktinide und radioaktive Folgeprodukte) zu tun. In der Abklingzeit von 5 Jahren verschwindet die überwiegende Mehrheit. Das sind alle, die eine HWZ kleiner als drei Monate haben. Diese Kurzlebigen sind nach fünf Jahren auf weniger als ein Millionstel verstrahlt.

    Hoffnung bringt die Theorie: Transmutation

    Weil die tiefe Endlagerung auch kriminell ist, muss man einen anderen Weg suchen! "Nichts ist praktischer als die Theorie!" hat der sorbische Chemiker Pawol Alwin Mitas formuliert, der nach dieser Leitlinie "Ammoniak aus Luft" hergestellt hat. Man sagt, er habe mehr als 20 000 Versuche dafür gemacht! Wenn man das Prinzip auf Atommüll anwendet, kommt eine erstaunliche Antwort: Es gibt keinen radioaktiven Bestandteil im Atommüll, der theoretisch nicht entstrahlt (transmutiert) werden kann! Der Gedanke, Kernreaktionen gegen Atommüll einzusetzen, zündete. Was muss mit Atommüll geschehen? Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland den Philosophen des Mülls. Bazon Brock hat frühzeitig erkannt, dass Müll in unserem Leben die zentrale Rolle einnimmt. Man muss deshalb dem Atommüll Ehre erweisen und ihn beachten, weil er uns sonst bestraft! Wir brauchen Kathedralen des Mülls! Wir brauchen Wissenschaftler, die Bedeutung stiften im Müllwerken und zeigen "wie Dinge durch Unterscheidung nach Kriterien so voneinander zu trennen sind, dass sie durch Unterscheiden wieder vergleichbar werden und damit Bedeutung erhalten!"

    Für Atommüll heißt das auf einem langen Weg: Sammeln, Lagern, Sortieren, Bewachen, Kontrollieren, Konditionieren, Transmutieren. Dazu brauchen wir ein obertägiges Lager für Atommüll – das ist die Kathedrale des Mülls – ein Team mit Nuklearfachwissen, Geräte und Verfahren zur Bearbeitung von Nuklearmüll, Transmutationsreaktoren, Prinzipien zur Durchführung, Zustimmung unserer Bürger und Geld. Wenn es nur diesen Weg gibt, muss man zumindest den Versuch unternehmen, ihn zu beschreiten, ihn aber nicht verhindern. Durch den Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie-gewinnung ist der gesamte Nuklearbereich betroffen und muss sich neu ausrichten, wenn er nicht völlig untergehen will. Eine sinnvolle aber auch mit der Politik konforme Entwicklung wäre die direkte chemisch-physikalisch-technische Behandlung aller Atommüll-Probleme, die weltweit bestehen und bisher mit der in diesem Artikel skizzierten Route nirgendwo in Angriff genommen wurden.

    Transmutation von Atommüll

    Bei einer Transmutation nimmt das Radionuklid des Atommülls z.B. Neutronen im Kern auf. Es folgt eine Kernraktion. Dabei kann:

    • ein nicht mehr radioaktives Nuklid erzeugt werden oder
    • ein Nuklid mit kleinerer Halbwertszeit gebildet werden oder
    • eine Atomspaltung stattfinden.
    Drei Beispiele zeigen das:
    1. Jod-129 + Neutron → Jod-130 (spontaner Zerfall) – ß → Xenon-130 (stabiles Edelgas)
    2. Technetium-99 + Neutron → Technetium-100
      Technetium-100 – ß → Ruthenium-100 (Ru-100 ist ein stabiles Nuklid)
    3. Plutonium-239 + Neutron (Spaltg) → Barium-144 + Strontium-94 + 2 Neutr. + Energie
    Die ß-Zerfälle bei 1) und 2) haben eine Halbwertszeit von nur 12,4 Stunden bzw. 16 Sekunden und führen nach kurzer Zeit zum stabilen Endprodukt. Die beiden Spaltprodukte in 3) sind radioaktiv, starten aber Kettenreaktionen, die bei stabilen Produkten enden.

    Es ist sicher, dass prinzipiell alle Radionuklide durch Kernreaktionen transmutiert werden können. Besonderheiten zeigen sich aber bei den physikalischen Eigenschaften der Nuklide, Kernreaktionen einzugehen. Kleine Einfangquerschnitte bedingen lange Bestrahlungszeiten, die man zur Behauptung benutzen kann, diese Transmutation funktioniere nicht. Für Cs-137 und Strontium-90 mit kleinem Einfangquerschnitt für Neutronen würde aber ein anderer Ansatz helfen: Obwohl heute fast nur Neutronen für Kernreaktionen eingesetzt werden, könnten andere Teilchen oder Strahlungen Kern-Reaktionen bei Cs-137 und Sr-90 initiieren. Alle Möglichkeiten, mit denen sie ausgelöst werden können, müssen ausgeschöpft werden, um bessere Umsätze als jene, die für Nuklide mit kleinen Einfangquerschnitten resultieren, zu erzielen.

    Der Teufel steckt im Detail

    1. Unser Atommüll soll an einem zentralen Ort versammelt werden, wo auch die Transmutationsreaktoren stehen und Gelände und Gerät für die Bearbeitung des Atommülls zur Verfügung sind. Der Transport zu diesem Lager sollte nicht mehr über die Straßen, sondern mit amerikanischen Schwerlasthubschraubern auf festgelegten und kontrollierten Routen erfolgen, um den allgemeinen Verkehr nicht zu stören und Demonstrationen zu vermeiden. Der Atommüll wird in Bunkergebäuden gelagert, die Fliegerangriffen, normalen Bomben und Raketen Stand halten. Die Lagerung muss höchsten Sicherheitskriterien genügen und mit Filter- und Schleusensystemen gewährleisten, dass keine Radioaktivität austritt. Transmutationsenergie und Strahlungswärme müssen zum Betreiben der Anlage genutzt werden. Wasser- und Abwasser müssten wie die Energieversorgung autark sein.
    2. Natürlich ist die komplexe Zusammensetzung des Atommülls ein Problem, wenn man bestimmte Nuklide für eine Kernreaktion isolieren muss. Oft ist es die Technische Anorganische Chemie, welche dafür schon Trennungsgänge an bietet. Fehlt aber noch etwas, so muss es jetzt entwickelt werden. Es ist nötig, für die bisher fertig gestellten Castorinhalte ein automatisiertes, ferngelenktes Aufarbeitungssystem zu schaffen, das dann mindestens etwa ein Drittel unseres Atommülls, aufarbeiten, trennen und sortieren kann.
    3. Es ist bedauerlich, dass unsere Nuklearwissenschaft noch nicht den chemisch-technischen Kanon des Atommülls formuliert hat, in dem mit einfachen Worten und Formeln der Verlauf einer beispielhaften Atommüll-Vernichtung vom Abklingbecken bis zur Realisierung durch Transmutation verständlich geschildert wird. Es wäre schon wichtig, dass ungelöste Probleme einem größeren Kreis von Interessenten bekannt gemacht werden, der vielleicht Vorschläge einbringen kann. So würde die Öffentlichkeit auch an diesem Punkt beteiligt, und man könnte sich in einer Diskussion darauf beziehen. Das Verständnis für Wissenschaft würde einen Sprung nach vorne machen, Fehlendes und Ungelöstes könnte ergänzt werden.
    4. Sobald es gelingt, eine gute Trennung der radioaktiven Nuklide zu erreichen, könnte man jene mit kurzen Halbwertszeiten im Ausnüchterungsbunker versiegeln und sich selbst überlassen. Nach hundert Jahren wären alle mit weniger als 5 Jahren Halbwertszeit auf ein Millionstel ausgestrahlt und entsprechend solche mit einer HWZ von 10 Jahren nach 200 Jahren Lagerung in einem anderen Bunkersystem.
    5. Abtrennungen brächten eine spürbare Reduktion des erforderlichen Lagerraums. Die Abschirmung der Strahlung bei Lagerung bis zur Transmutation würde durch eine Separation nach Strahlungsart optimiert.
    6. Heute wird von Chemikern beklagt, dass Arbeitsgänge, z.B. Isolationen und Extraktionen, zwar im Labor erfolgreich sind, aber die Umsetzung in größeren Quantitäten nicht einmal ansatzweise realisiert wurde. Das sind Aufgaben für die kommende Generation der Atommüll-Transmutateure.
    7. Bestrahlungen mit Neutronen erfassen alle im beschossenen Target vorhandenen Nuklide. Die werden dann auch transmutiert, wo möglich in eine nicht gewünschte Richtung, wenn sie z.B. störend radioaktiv werden! Es müssen also immer optimale Partner ausgesucht werden, deren Anwesenheit keinen Schaden anrichtet.
    8. Am Beispiel des Jods zeigt sich eine andere Schwierigkeit. Es ist in elementarer Form nicht zur Transmutation geeignet, weil es einen hohen Sublimations-Druck hat. Deshalb musste man Jodverbindung suchen, welche die Bestrahlungsbedingungen "aushalten". Man hat dafür z.B. Jodide getestet und als relativ bestes Natriumjodid ermittelt. Es wird weiter gefahndet, um noch günstigere Jod-Verbindungen zu finden.
    9. Keine Überraschung war es, dass sich bei der Jod-Transmutation ein Edelgas bildet, das Druck aufbaut. Bei laufendem Betrieb muss man für Entspannung sorgen, ein nukleartechnisches Problem, das häufiger zu bewältigen sein wird.
    10. Ein prinzipielles Hindernis für alle Arbeiten besteht in der hohen Radioaktivität des Atommülls. Die erzwingt – auch nach einer jahrelangen Abklingzeit – zum Schutz der Mitarbeiter die Verwendung von automatisierten und ferngelenkten Geräten. Dazu müssen neue Apparate entwickelt werden, wenn sie nicht schon in der mehr als sechzigjährigen Geschichte der Nuklearwissenschaft auf den Markt gekommen sind.
    11. Sorgen bereiten wird es, in ausreichender Anzahl gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben; denn seit den großen Gorleben-Demonstrationen ist das Interesse der jungen Leute für eine Tätigkeit im Nuklearbereich nicht besonders groß. Am besten wäre es deshalb, in einer neu zu gründenden Europa-Universität, abgekoppelt vom Sonder-Einfluss der Länder und etablierten Institute, ein transitives internationales Studium der Atommüllbearbeitung zu gründen. Hier könnten auch Mitarbeiter vom Ökoinstitut eine neue Arbeitsstelle finden.
    12. Ohne Entstrahlungsreaktoren läuft keine Transmutation. Es gibt Ansätze für zwei differierende Typen (MYRRHA bei Mol; AGATE bei der RWTH Aachen) in Planung und z.T. im Bau. Sie können nur dann ab 2020 fertig sein, wenn sie jetzt massiv gefördert werden. Apropos: Wir bekommen nur gegen Euro Mitspracherecht! Deutschland tut sich da schwer, da es bei uns das Dogma gibt: Ab jetzt ohne Reaktoren! Deshalb erhebt sich die Frage an die Parteien: Ist in einer jetzt fälligen Verfahrensdiskussion eine Sondergenehmigung für Transmutations-Maschinen möglich oder nicht?
    13. Es ist nötig, einen Ort für das anspruchsvolle Unternehmen "Aufbewahrung, Bearbeitung und Transmutation des Atommülls" zu finden. Der moralische Anspruch dafür besteht darin, dass es ein Recht von uns, den Kindern und Enkeln auf körperliche Unversehrtheit gibt und keiner – auch in den kommenden Generationen – gefährdet werden darf! Atommüll ist unter der Erdoberfläche eine ständige potentielle Gefährdung. Nur oben kann er bewacht, kontrolliert und transmutiert werden!
    14. Die weiterhin bestehende Hoffnung der Atomwirtschaft auf eine Fortsetzung des Betriebes der Atomreaktoren zur Energiegewinnung ist ein Störfaktor für die intensive Bearbeitung des Atommülls. Dieses Problem kann nur gelöst werden, indem die vorgezogene Beendigung des Betriebs aller Stromatomreaktoren erfolgt.
    15. Die Bemühungen um ein tiefes Endlager sollten eingestellt werden. Sie nehmen zu viel Mittel in Anspruch. Wenn sich nach intensiven Bemühungen um die Transmutation herausstellen sollte, dass dieser Weg nicht vollständig genügt, könnte man mit den dann stark reduzierten Atommüllresten immer noch eine andere Lösung suchen. Weltraumtransporter tragen heute schon 20 t Nutzlast ins All. Das erprobte Bauprinzip mit drei gebündelten Raketen, in der Mitte die Nutzlast, gibt aber Hoffnung auf viel größere Transportkapazitäten (100 t).

    Ausblick

    Atommüll könnte durch Transmutation nach und nach abgebaut werden, wenn die nukleare Technik entwickelt werden darf und wenn wir Fachleute dafür ausbilden. Nur der Bundestag kann den Weg dazu bereiten. Verweigert er sich, macht er sich schuldig, und es werden weitere Katastrophen, so wie Asse II, geschehen. Atommüll ist nur im zentralen obertägigen Bearbeitungslager sicher und kontrolliert. Er wird registriert, bearbeitet und transmutiert. Gefährliche Transporte von Atommüll auf unseren Straßen hören auf, ebenso die Demonstrationen dazu. Es werden Arbeitsplätze erhalten und neue stabile für einige Generationen geschaffen. Es wird möglich sein, unsere Jugend für dieses Jahrhundertwerk mit neuen Entwicklungen und schwierigen Aufgaben zu begeistern, welche die Wissenschaft voranbringen. Wir können anderen Nationen beim Atomausstieg helfen und ihnen tiefe Endlager ersparen. Das obertägige Lager erschwert keine andere Option für Atommüll, würde aber für lange Zeit Sicherheit geben. Das tiefe Endlager, Ideallösung der Atomwirtschaft und leider auch noch des Öko-Institutes, das Strahlung und Gift bis in alle Ewigkeit hin erhalten will, und Geld verschlingt, sollte es nicht geben! Transmutation kann sich selbst bezahlen und dazu einen geringen Überschuss erwirtschaften. Let’s go on!

  • Atommüll: Wir brauchen oberirdische Lager mit Transmutation!

    28.05.2013, Prof. (FH) Dr. Walter Darge, Celle

    Professor Knebel, einer der kompetentesten deutschen Reaktor-Experten, hat mit Kollegen einen informativen Artikel über Transmutation veröffentlicht. Das ist die einzige Methode, radioaktive Stoffe, also auch Atommüll, durch Kernreaktionen unschädlich zu machen. Leider wird in diesem Bericht Transmutation nicht als mögliche komplette andere Lösung (statt tiefer Endlagerung) berücksichtigt. Der Artikel enthält Aussagen, die nicht akzeptabel sind.

    "Bislang ist keine effektive Strategie bekannt, um auch die langlebigen Spaltprodukte wie Jod-129: Halbwertszeit 15,7 Millionen Jahre, und Technetium-99 (211 000 Jahre) zu transmutieren." Knebel et al., Spektrum der Wissenschaft, Feb. 2013, S. 34-41, hier Seite 41, linke Spalte.

    Hier wird der Leser falsch informiert; denn beide Nuklide haben einen günstigen Verlauf der Transmutation. Bei der Aufarbeitung des Atommülls geht Technetium-99 in die hoch radioaktive Lösung. Aus dieser kann es isoliert werden. Die Transmutation des Technetium-99 wurde bei CERN mit elementarem Technetium untersucht, das durch Reduktion des Oxids in Wasserstoffatmosphäre hergestellt werden kann. Die Bestrahlung mit Neutronen löst die Kernreaktion aus, die zum Technetium-100 führt. Dies zerfällt mit einer Halbwertszeit von ca. 16 Sekunden in stabiles Ruthenium-100. Ruthenium-100, würde im Neutronenstrom in das ebenfalls stabile Ruthenium-101 übergehen und Ruthenium-101 liefert bei Einfang eines Neutrons das stabile Ruthenium-102. Günstiger geht es gar nicht, alle Folgeprodukte sind nicht radioaktiv! Voraussetzung für einen störungsfreien Prozess vom Technetium zum reinen Ruthenium ist die vorherige Abtrennung der minoren Aktinide Americium, Curium und Berkelium, für die Verfahren bekannt sind. Die Anwesenheit dieser mAs kann während der Transmutation einen Set von Folgeprodukten erzeugen. Der Ruthenium-Preis, früher 10 000 Euro/kg, liegt derzeit bei nur 2 500 Euro/kg (Börse London). Unser Atommüll liefert nach Transmutation Ruthenium im Wert von 150 Mio. Euro.

    Chemie und Isolation des radioaktiven Jod-129 ist schon vor der Jahrtausendwende in Jülich erfolgreich angeforscht worden (Modolo). Die Betrachtung der Jod-129-Transmutation, mehrfach sogar mit Lasern demonstriert, sieht – bezüglich der möglichen Störungen durch Seitenreaktionen – so freundlich wie für Tc-99 aus. Jod-129 nimmt ein Neutron auf und wird zu Jod-130. Jod-130 zerfällt als Betastrahler mit einer Halbwertszeit von ca. einem halben Tag in das stabile Edelgas Xenon-130. Weitere Neutronenaufnahmen, die hier zum stabilen Xenon-131 und schließlich zum ebenfalls stabilen Xenon-132 führen, landen erst im nächsten Schritt beim Xenon-133, das als Betastrahler beim stabilen Cs-133 endet.

    Der Eindruck, dass Technetium-99 und Jod-129, wie auch nicht genannte andere Nuklide, vielleicht nicht transmutiert werden können, ist nicht richtig. Hier dokumentiert sich ein Beispiel von feiner Irreführung mit folgenschwerer Konsequenz. Die Politikerinnen, die sich mit dieser Materie im Rahmen der Vorbereitung des Endlagersuchgesetzes und der Atommüllproblematik insgesamt befassen mussten (Kulturhistorikerin, Architektin, Juristin, Medizinerin), waren und sind auf Experten aus dem Nuklearwesen angewiesen. Sie schließen, wie mehrfach bei Anhörungen in Berlin und bei Vorträgen andernorts festzustellen war, Transmutation als einzige technische Möglichkeit, Atommüll zu beseitigen, aus. Sie konnten sich nach der ihnen geschilderten Sachlage alle nur für tiefes Endlagern entscheiden. Andere Meinung als tiefes Endlagern wird in Deutschland unterdrückt und verschwiegen. Fakt ist aber, dass kein radioaktives Nuklid des Atommülls nicht entstrahlt werden kann. Jeder radioaktive Zerfall ist eine Transmutation, die schließlich zu einem neutralen Endprodukt führt, nur leider in manchen Fällen erst nach langer Zeit. Hier kann die Realisierung von Entstrahlungs-Transmutation bei uns durch die Entwicklung leistungsstarker Reaktoren und geeigneter nukleartechnischer Bestrahlungsanordnungen Abhilfe schaffen und die langlebigen Nuklide vernichten! Dazu müsste die durch Fehlinformation geschaffene Festlegung der Bundestagsparteien auf tiefes Endlagern entdogmatisiert und rückgängig gemacht werden.

    "Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei diesen Spaltprodukten durch Beschuss mit schnellen Neutronen zu den gewünschten Kernreaktionen kommt, ist sehr klein. Die entsprechenden Transmutationsraten würden nur bei drei bis vier Prozent liegen, so dass man die Elemente entsprechend häufig rezyklieren müsste." "Mit thermischen Neutronen stiege diese Transmutationsrate zwar." Knebel, selbe S.

    Der Autor nennt hier sein Verfahren nicht, denn entsprechend den Einfangquerschnitten für Tc-99 und J-129 und der möglichen langen Bestrahlungszeiten, müssten viel höhere Ausbeuten zu erzielen sein.

    "Doch weil die Spaltprodukte viele dieser Neutronen einfach einfangen würden, müssten die Verluste durch höhere Uran-235-Anreicherung im Brennstoff kompensiert werden. Dagegen sprechen die Bestimmungen der IAEO…" Knebel, selbe Seite

    Hier verwirrt der Autor die Leserschaft; wenn er unterstellt, dass die IAEO mit ihren Regeln den effektiven Fortschritt verhindert und Uranmeiler eingesetzt werden sollen. Fakt ist: Für die kommenden Transmutationen sollen keine Uranmeiler genutzt werden, sondern sichere Entstrahlungsreaktoren wie MYRRHA (Mol) oder AGATE (Aachen), wo "Spaltprodukte" keine Rolle spielen.

    "Festzuhalten bleibt: Auch P&T kann die Endlagerung von abgebranntem Kernbrennstoff in tiefen geologischen Formationen nicht ersetzen. Für die Prozessverluste, die unter anderem beim Partitioning anfallen, für die kurzlebigen Spaltprodukte und auch für die bereits verglasten hoch radioktiven Abfälle, die aus der Wiederaufarbeitung stammen, bleibt ein Endlager nach wie vor erforderlich." Knebel, selbe Seite.

    Nachdem der Autor hier kein einziges schlüssiges Beispiel für Spaltprodukte als endlagerbedürftig genannt hat, benutzt er diese Formulierung „Festzuhalten bleibt!“ Das ist nicht akzeptabel, da in den beiden Fällen nichts Festzuhaltendes da ist! Dann zieht er "Prozessverluste" an, ohne zu benennen, um was es sich handelt. Man kann vermuten, dass er Rückstände meint, die bei unvollständigen Extraktionen und anderen Arbeitsgängen der Vorbereitung der Transmutation tatsächlich anfallen. Solches Material muss man sammeln und einer erneuten Behandlung zuführen! Und dann kommen die "verglasten Abfälle" der Castorbehälter, die von vielen Autoren unbesehen als unbedingt endlagerpflichtig zitiert werden. Für manchen mag es ein nicht überwindbares Problem darstellen, gut verglastes Material zu zerlegen. Es ist tatsächlich nur mit großem Aufwand möglich, die verglasten Castorinhalte in einem automatisierten und ferngesteuerten Arbeitsverfahren nacheinander aufzubrechen und aufzuarbeiten. Die Realisierung dieses Programms ist möglich, aber eine Frage der dafür aufgewendeten Forschung. Castorinhalte mit vergleichbarer Trennungsproblematik für eine Automatisierung bieten als Startmaterial ein Glück im Unglück!

    "… für die kurzlebigen Spaltprodukte … bleibt ein Endlager nach wie vor erforderlich." Knebel, selbe Seite.

    Dieser Vorschlag ist neu und sollte dem Schreiber einen alternativen Nobelpreis einbringen! Das Unbewusste spielt beim Schreiben eine Rolle. Hier zeigt es dem aufmerksamen Leser, dass der Schreiber befürchtet, für das tiefe Endlager nicht genug Material zur Füllung zu haben. Fakt ist: Es wird vielleicht gar nichts da sein, wenn Nuklearchemiker und Techniker mit der Aufgabe beginnen, Atommüll zu "entstrahlen". Dafür möchte der Rezensent werben: Ein oberirdisches Lager mit Transmutation! Endlagersuchgesetze sind Geldverschwendung!

  • Ursula Wolf Ethik der Mensch-Tier-Beziehung

    26.05.2013, Almut Elster
    Jedem von uns ist, wenn er es sich richtig überlegt, klar, dass er/sie gegen Massentierhaltung sprich gegen Massentierquälerei ist. Warum bringt er/sie es dann - beim Einkaufen - nicht endlich fertig, sich entsprechend zu verhalten? Es ist doch nur der kurze Anfang, der schwer fällt, danach geht alles leicht und vor allem: Man hat sich befreit von der Schuld an diesem Massenmassaker (anders kann man es ehrlicherweise nicht nennen) an den Tieren, und nicht nur das: Man ruiniert auch nicht mehr seine eigene Gesundheit und damit auch die unserer schönen Erde. Vegetarier stehen auf derselben Seite wie die Fleischesser, sie verursachen mit ihrem gigantischen Milchproduktekonsum die elende Massentierquälerei wie die Fleischesser (um kein anderes Wort zu verwenden). Die Lösung ist heute einzig und allein: umsteigen auf die vielfältige und leichte und gesunde und immer und überall verfügbare und obendrein leckere Pflanzenkost.
    Bitte lest das Interview von Robert Cohen mit Mike Adams und seht den Film (nur 19 Min.) "Das Klagen der Kühe".

    Und noch eine Bitte, steckt diese Info danach nicht in hinterste Schublade, sondern ändert ein paar Eurer Gewohnheiten.
    Ich wünsche allen viel Erfolg damit.
  • Motivierte Evaluation

    26.05.2013, Proell
    Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema bearbeitet wird, denn auch ich habe den Eindruck, dass Gewinnmaximierung bei einigen Mediziner und Pharmazeuten ins wucherhafte getrieben wird. Bei einem kardiologischen Eingriff nach einem Herzinfarkt, setzte mir der Kardiologe Stents aus reinem Titan ein. Als ich ihn nach der Werkstoffnummer fragte, lachte er "das hat mich noch keiner gefragt". Er gab zu es nicht zu wissen. Etwas später hatte ich mit einer Allergie zu kämpfen und so bat ich auch den Kardiologen um ein Werkstoffzeugnis der Stents. Und, siehe da, 0 % Titan, ganz gewöhnlicher Chrom-/Nickelstahl, Werkstoffnummer 1.4441 - X2CrNiMo 18-15-3. Seltsames Gefühl, was ein Dr. med. sagt und was sein Lieferant schriftlich bestätigt.
  • kann ich mir nicht vorstellen

    26.05.2013, Hans Kellermann
    Wenn ich mir überlege, wieviele Windkraftwerke nötig sind, um allein ein einziges Kernkraftwerk zu ersetzen, so kann ich mir nicht vorstellen, dass die Energiewende technisch machbar ist.
  • Physisch oder physikalisch?

    24.05.2013, Gertraud Hagner-Freymark
    In seiner Rezension schreibt Roland Pilous als These 1 des Trilemmas auf S. 94:
    "Mentale und physikalische Phänomene sind strikt verschieden." Auf S. 96 hingegen schreibt er statt physikalisch den Begriff physisch: "Mentale Phänomene sind inkommensurabel zu physischen Phänomenen". Bitte erklären, denn unbelebte und belebte Welt sollte wohl nicht gleichzusetzen sein.
    Antwort der Redaktion:

    Im Buch von Frau Falkenburg heißt es an beiden Stellen "physisch". Mit physischen Phänomenen sind wohl die Natur (im weiten Sinn, also unter Einschluss der unbelebten Natur) betreffende und unmittelbare Erscheinungen gemeint. Dagegen sind die physikalischen Phänomene die Explananda (das zu Erklärende) naturwissenschaftlicher bzw. physikalischer Theorien. Als solche hängen sie insbesondere von theoretischen Konstruktionen ab (Zuschnitt auf mathematische Modellierbarkeit, Einpassung in experimentellen Aufbau, nur mit Hilfe bestimmter Technik beobachtet usw.). Ein und dasselbe Phänomen kann also sowohl das Attribut "physisch" als auch das Attribut "physikalisch" tragen, je nachdem, wie man es betrachtet. So weit ich es verstehe, will Frau Falkenburg mit diesen beiden Wörtern nicht den Unterschied zwischen belebt und unbelebt kennzeichnen.

    Roland Pilous

  • Menschenrechte sind nicht zufällig

    23.05.2013, demoslogos
    @Lutz Martin
    Das Regelung nur beschränkt gelten um Leid vorzubeugen, zu lindern oder zu beseitigen schließt aber auch nicht aus, dass sie aus ethischen Gründen formuliert wurden.
    Die uneingeschränkte Gültigkeit der Menschenrechte für Menschen lässt erkennen das sie aus ethischen Gründen formuliert wurden, warum sonst sollte jemand Rechte für Menschen formulieren die oft gar nicht in der Lage sind sie zu verstehen oder einzuklagen, weil es schon an deren Kenntniss der Menschenrechte scheitert. Eine uneingeschränkte Gültigkeit ist nur nötig, wenn man die Menschenrechte als universell ansieht.

    Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten. Diese Aussage ist nicht zynisch, wenn man betrachtet wie kurz der Zeitraum zurückliegt in den es noch als zulässig galt Menschen als Sklaven zu halten oder sie aufgrund ihrer Abstammung zu diskriminieren, sie wegen ihres Weltbildes zu verfolgen und auch zu töten. Und beachtet man auch die Anstrengungen, die für die Umsetzung nötig waren und immer noch sind, kann man erkennen das sie gesteigert wurden, nur ethische Absichten sind eine Erklärung für diese Motivation.

    "Systematisches ethisches Denken und entsprechendes Handeln muss ERLERNT werden, ..."
    Wenn ethisches Denken erlernt werden muss hat es doch eine große Ähnlichkeit mit Recht, wenn der Lernende Ethik erlernen muss, wie kann er erkennen das das ihm Beigebrachte ethisch ist, wenn er es nur über den Lehrer erfahren kann?
    Was ist denn nun Voraussetzung für Ethik, die Entwicklungsstufe oder das Wissen? Wenn es Wissen ist, dann wird diese Wissen verbreitet. Wenn es die Entwicklungsstufe ist, dann verweise ich auf den Kommentar 20.

    Die Notwendigkeit ethisches Denken zu erlernen widerspricht ihrer Position aus Kommentar 19 (vom 17.05.13), in dem sie noch Empathie als wesentliche Vorrausetzung für ethisches Handeln sehen, wie folgender Satz zeigt: "Herstellung und Konsum tierischer Produkte ist also Folge einer Erziehung, die Empathie unterdrückt, Ignoranz fördert und ethisches Denken verhindert."

    Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden, weil er sich nicht bewusst dafür entschieden hat Fleisch zu essen oder Teile von Tieren zu verarbeiten, er hatte keinen Einfluss auf die Prozesse die dazu führten.
    Viele Menschen bemühen sich mit aller Kraft ihr ethisches Verhalten zu kontrollieren, sonst würde heute keiner über Vegetarismus reden. Die Menschen machen genau das was sie fordern, sie lernen aus Fehlern, Vegetarismus breitet sich aus, Tierschutzgesetze werden verschärft.

    Alle bisherigen ethischen Leistungen als unethische und unmoralisch zu bewerten bloß weil sie nicht für alle empfindungsfähige Wesen gelten fördert die ethische Bildung der Menschen nicht.

    Das ihr Maßstab für derzeit lebenden Menschen nicht erfüllbar ist, können sie an sich selber sehen. Sie selber benutzen einen Rechner, der Erdöl und seltenen Erden beinhaltet, diese Rohstoffe werden teilweise unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut, mir ist noch kein Gerät bekannt bei dem vollständig gesichert ist das das nicht der Fall ist. Sie können also davon ausgehen das sie dazu beigetragen heben gegen Menschenrechte verstoßen zu haben. Das gilt nicht nur für ihren Rechner, sondern auch für die von spektrum.de und die ihres Providers und ihren Router. In dem sie für diese Geräte bezahlen und für die darüber erbrachte Dienstleistung belohnen sie unethisches Verhalten. Man könnte natürlich auf all diese Geräte verzichten, damit verringern sie aber ihre Reichweite und die ethische Bildung ihrer Mitmenschen dauert länger.
  • Zu Beitrag 29 (Der ökologische Vegetarier)

    23.05.2013, Angelika
    Ich muss Milla zustimmen. Ich habe mich auch darüber gewundert, dass niemand aus ökologischen Gründen Vegetarier ist.
    Dazu muss ich sagen, dass ich selbst keine Vegetarier bin, jedoch nicht so häufig Fleisch esse (ca. 4-6 Mal pro Monat).
    Wenn alle ihren Fleischkonsum (und auch den Konsum sonstiger tierischer Produkte) reduzieren würden, würde das unsere Erde sehr zu Gute kommen.
    Und vielleicht gäbe es dann sogar den Nebeneffekt, dass nicht mehr so viele Tiere benötigt werden und die Tiere, die noch gehalten werden, dann unter besseren Bedingungen leben können. Ich weiß, eine übertrieben optimistische Vorstellung, aber dennoch im Bereich des möglichen.
    Immerhin gibt es mittlerweile immer mehr Mensen und Kantinen, die einen "Veggi-Tag" einführen. (z.B. das Uniklinikum Freiburg sogar aus gesundheitlichen UND ökologischen Gründen)
  • Jagdglück an der Höhlenwand

    23.05.2013, Hans-Peter Nicolai, Schwäbisch Gmünd

    Beim Lesen des Artikels habe ich ein leichtes Unwohlsein verspürt, einerseits wegen der Verwendung des Worts "Geburt", andererseits wegen des Worts "Kreativität". Ich nehme an, dass es sich bei diesen Begriffen nicht nur um Artefakte aus der Übersetzung handelt.

    Im Zusammenhang mit einer Geburt entwickelt sich neues Leben sozusagen im Verborgenen und mit der Geburt tritt es ans Tageslicht, für alle erkennbar. Ich denke aber nicht, dass das, was im Artikel Kreativität genannt wird, eines Tages (oder zu einem von uns nachträglich zu definierenden Zeitpunkt) plötzlich sichtbar wird. Aus meiner Sicht der Evolution ist natürlich die Bereitstellung von Ressourcen (in diesem Fall besondere Strukturen des Gehirns) nötig, aber diese (unsichtbare) Veränderung hat mit Sicherheit bereits einen positiven Wert für den Träger, auch wenn er selbst und erst recht wir heute das nicht wahrnehmen. Aber die Natur entwickelt nichts umsonst und auch nicht im Vorgriff auf eine zukünftige Evolutionsstufe. So wie aus einem kleinen laufenden Saurier im Lauf der Zeiten ein fliegender Vogel wurde, ist doch der Zeitpunkt, wann es denn nun genau ein Vogel war, kaum bestimmbar. Hingegen erbrachte jedes Lebewesen im Lauf dieser Entwicklung zu jeder Zeit, egal wo es sich auf dieser (von uns nachträglich so gesehenen) Entwicklungsroute befand, einen positiven Nettoertrag a) in Form seines eigenen Überlebens und b) in Form von lebens- und fortpflanzungsfähigen Nachkommen. Insofern haben die Veränderungen im Gehirn der frühen Hominiden wohl auch immer einen positiven Beitrag zum täglichen Überleben erbracht -sonst hätte es sie (die Entwicklung und auch uns) nicht gegeben. So sammeln sich die Veränderung in infinitesimalen Schritten an, bis nachträglich jemand einen Umschlag von der Quantität in die Qualität feststellt, nachdem es im Grunde aber schon "immer schon da" war. Insofern sollte man nicht von einer Geburt sprechen, sondern von einem gleitenden Auftauchen einer Eigenschaft.

    Ich habe auch ein Unwohlsein bei der Verwendung von Begriffen wie Kreativität und Künstler (Steinzeitkünstler wird häufig gebraucht), für mich sind diese Begriffe zu sehr jetztzeitlch geprägt, ich würde in diesem Steinzeitzusammenhang eher von Könnern sprechen. Da es sich bei allen Eigenschaften innerhalb der Grenzwerte um Normalverteilungen handelt, wie man an Menschen und auch Affen immer wieder feststellen kann, können wir auch nicht davon ausgehen, dass alle Vorfhren Könner waren, es gab sicherlich auch rechte Stümper unter ihnen. Ich habe zudem den Eindruck, dass manchmal zu sehr unterschieden wird zwischen der Herstellung eines Steinwerkzeugs, der Herstellung einer Jagdwaffe, dem Schnitzen von Elfenbeinfiguren und dem Bemalen von Höhlenwänden. Aus meiner Sicht ist das aber ein und dasselbe Können, immer mit den Händen gemachtund immer wird etwas hergestellt, was vorher (so) nicht da war. In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Witz hinweisen, in dem der Künstler gefragt wird, wie er denn die herrliche Venusfigur aus einem so groben Steinklotz hat meißeln können. "Ganz einfach", so die Antwort, "man muss nur das wegschlagen, was nicht dazugehört." Im Grunde ist das aber kein Witz, sondern die Wahrheit, allerdings nur die halbe. Denn um zu wissen, "was nicht dazugehört", muss der Bildhauer schon ein Bild der Venusfigur im Kopf haben.

    Meine Schlussfolgerung aus dieser Überlegung: Natürlich können wir Menschen uns an die Vergangenheit erinnern wie auch die Affen und viele andere Tiere, aber wir können so manches besser als unsere Affenvorfahren, wir können besser sprechen, wir können sprechend Erfahrungen und Wissen weitergeben, mittels Schrift sogar an jene, die wir nie gesehen und mit denen wir nie gesprochen haben. Wir können besser Werkzeug herstellen, auch solche, die nur der Erbauung dienen wie Musikinstrumente, und wir sind zum Mond geflogen. Aber das sind aus meiner Sicht nur quantitative Unterschiede. Wir konnten diese Qualität erreichen, weil wir eins können, was meinse Wissens Affen nicht oder nur in außerordentlich begrenztem Maß können und was bei uns eben einige hunderttausend Jahre bis zur Vervollkommnung gebraucht hat: Wir können in die Zukunft denken, wir können uns in Gedanken ein Bild von morgen machen. Wir können auf den buckligen Höhlenwänden bereits sehen, wo der Bison rennt, und dann malen wir ihn da, wo er rennt, wir können dem Stück Elfenbein schon ansehen, wie die Venus aussieht, und dann befreien wir sie nur noch, wir sehen der Steinknolle schon an, wie der Faustkeil darin auf das Herausholen wartet und der hohle Knochen ist schon Flöte, lange vor dem ersten Ton. Wir können aber nicht nur denkend das "morgen" sehen, wir sehen es sogar so deutlich, als sei es schon da, und dann können wir von dem so "gewussten morgen" auch an das "übermorgen" denken.

    Ich habe noch nie davon gelesen, dass sich Affen Sorgen um den nächsten Tag machen. Aber wenn wir das "übermorgen" denken und (beinah real) sehen können, wird uns auf einmal klar, dass es vielleicht morgen - im Gegensatz zu heute - nichts zu essen geben könnte, dass es keine Jagdglück geben könnte, dass wir einen Unfall haben oder sogar sterben könnten6nbsp;- und dann malen wir eben das Jagdglück an die Höhlenwand, um es zu beschwören und zu erzwingen, dann schnitzen wir unsere Sehnsüchte und Hoffnungen in Elfenbein und wir zaubern mit Flötentönen. Und einige von uns kleiden und benehmen sich besonders und beschwören die Geister oder erbitten den Segen eines Gottes.

    Insofern möchte ich den Menschen als das Tier definieren, welches Gedachtes als Realität zu betrachten und auf der neuen gedanklichen Basis weiterzudenken vermag. Aus dieser Betrachtung ist es auch müßig, einen Zeitpunkt einer Menschwerdung bestimmen zu wollen, wir können zwar anhand der Knochenfunde zwischen Pithecinen und Hominiden unterscheiden, aber die eigentliche Menschwerdung beschreibt einen Zeitraum, eben diesen Zeitraum, den es gebraucht hat, vom "hier und jetzt" an das "morgen und danach" denken zu lernen.

  • Ethik statt Beliebigkeit und Zufall...

    23.05.2013, Lutz
    @ demoslogos:

    Wie es scheint, muss ich die LOGISCHE Struktur meiner Argumente weiter verdeutlichen:

    Dss etwas u.a. (!) dazu dient, Leid vorzubeugen, zu lindern oder zu beseitigen, heißt noch lange nicht, daß es auch zu diesem letzten Zweck entstanden oder gar Teil systematischen Vorgehens zu diesem Zwecke ist. So sind die Menschenrechte trotz ihrer unzweifelhaften Vorteile für eine Teilmenge (!) aller empfindungsfähigen Wesen je nach Begründung moralisch fehlerhaft, unmoralisch oder antimoralisch, weil sie - wie alle willkürlichen Sonderrechte - gegen das ethische Gleichheitsprinzip verstoßen. Überhaupt haben Rechte nichts mit Ethik zu tun. Sie werden mehr oder weniger willkürlich gewährt (oder auch nicht) und sind auf judikative und exekutive Strukturen zu ihrer Durchsetzung angewiesen. Ethik besitzt keine solchen Strukturen und bedarf ihrer auch nicht, weil sie als letzte Instanz der Handlungsentscheidung dem Rechtswesen übergeordnet ist.

    "Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten."

    Das ist genau der Zynismus, von dem ich am Ende meines letzten Beitrages schrieb (es sei denn, es handelt sich um Ahnungslosigkeit oder Dummheit)! Noch immer gibt es Milliarden von Menschen, die nicht genug zu essen, kein sauberes Wasser, kein wetterfestes Obdach, keine Gesundheitsversorgung, keine oder nur schlechte Bildung und keinen Zugang zu höherer Kultur haben. Immer MEHR "Nutz"tiere werden gequält und getötet, und die Naturzerstörung schreitet praktisch ungebremst voran. Die Menschheit hat ABSOLUT NICHTS, was man als ethische Kultur bezeichnen könnte, und wer das verdrängt oder beschönigt, ist seinerseits Teil dieses elementarsten aller Missstände auf der Erde.

    "Das der Veganismus offensichtlich noch keine Selbstverständlichkeit ist, sind viele Menschen möglicherweise gar nicht auf der von ihnen genannten geistigen Entwicklungsstufe."

    Ganz recht. Systematisches ethisches Denken und entsprechendes Handeln muss ERLERNT werden, aber das findet praktisch nirgendwo statt. Neben gewissen irrationalistischen Traditionen ist das sicher auch auf die teils extreme "Unbequemlichkeit" und das "subversive" Potenzial der Ethik zurückzuführen, denn sie ist strukturell anarchistisch. Sie muss Machtverhältnisse wohl berücksichtigen, weil sie nun mal Teil der Wirklichkeit sind, aber gemäß ihrem Zweck darf sie sich ihnen nicht unterordnen. So ist es auch keine Überraschung, dass insbesondere die Mächtigen dieser Welt kein Interesse an einer ethischen Entwicklung der Menschheit haben.

    "Die Unterdrückung von Empathie in der Erziehung erklärt nicht die geringe Verbreitung von Veganismus."

    Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist eine Kombination aus Unterdrückung von Empathie, vorsätzlicher Unwissenheit über die Zustände in den tierausbeutenden Betrieben und ethischem Bildungsmangel. Übrigens ist Empathie ohnehin nur von sekundärer ethischer Bedeutung, denn weder kann sie ethische Reflexion ersetzen, noch ist ihre An- oder Abwesenheit relevant für den ethischen Status einer Handlung oder Unterlassung. Empathie ist lediglich eine Emotion und als solche nur dann nützlich, wenn sie in Einklang mit dem ethisch Erforderlichen steht und moralisches Handeln erleichtert.

    "In ihrem zweiten Kommentar beschränken sie den Prozess der Verrohung auf Menschen die mit der Tötung oder Quälerei zu tun haben,"

    Jawohl! Sie alle sind Schandmale einer Gesellschaft, die duldet, was sie tun!

    "da durch die Industrialisierung viele Menschen seit einigen Generationen nichts mehr mit der Herstellung von Fleisch zu tun haben, stellt sich die Frage wie dann die Empathie unterdrückt werden konnte, wenn in der Erziehung es gar nicht mehr nötig ist Kindern etwas über Tierhaltung und Tötung beizubringen und somit auch Diskussionen über ethische Aspekte ausbleiben."

    Jeder Carnivor, Leder- oder Pelzträger erfährt irgendwann, dass die Leichenteile auf seinem Teller oder in seinem Kleiderschrank von einst empfindungsfähigen Wesen stammen, die in der Regel keines natürlichen Todes gestorben sind. Wollte er ein moralischer Mensch sein, müsste er sich spätestens von diesem Moment an den Tatsachen und ethischen Fragen der Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere und auch seinen diesbezüglichen Empfindungen stellen. Vorsätzliche Unwissenheit und selektiver Denkverzicht sind nämlich ihrerseits antimoralisch, weil sie fehlerhafte ethische Entscheidungen vorprogrammieren.

    "Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden,"

    Aber natürlich! Sie ist nur deshalb in diesem grauenvollen Zustand, weil Menschen aktiv dazu beitragen oder es nicht verhindern, denn jedes vermeidbare Leid auf der Erde steht für mindestens einen Menschen, der seine ethische Verpflichtung nicht wahrgenommen hat. Denken SIE z.B. öfter daran, wie viele empfindungsfähige Wesen leiden und sterben, obwohl Sie es verhindern könnten, ohne selbst in gleicher Weise leiden oder gar sterben zu müssen? Was tun sie dagegen? Könnten Sie mehr tun? Fragen Sie sich vor (möglichst) jeder geplanten Handlung oder Unterlassung, ob Sie damit Teil eines Problems für andere leidensfähige Wesen oder Teil einer ProblemLÖSUNG sind und korrigieren sie ggf. entsprechend? Nun stellen Sie sich vor, wie die Erde aussähe, wenn alle Menschen oder zumindest eine Mehrheit diese Gedanken als Antrieb zu systematischem (!) moralischem Verhalten nutzten: sie hätte mit der Welt in ihrem aktuellen Zustand kaum noch etwas gemeinsam. Es ist nicht damit getan, nur jede soundsovielte Handlung oder Unterlassung ethisch zu bestimmen, denn das tun selbst die übelsten Verbrecher. Wir müssen Beliebigkeit und Zufall hinter uns lassen und uns endlich mit aller Kraft darum bemühen, unser GESAMTES Verhalten ethisch zu kontrollieren. Selbst dann werden wir noch genug Fehler begehen, aber wir werden auch aus ihnen lernen können.
  • Genkopierer für 50 Dollar im Eigenbau ...

    23.05.2013, Olaf Fiebig
    Gene Machine. A pipe that copies DNA using the heat of a lightbulb. Aus der Website der Zeitschrift "Popular Science".
  • Der ökologische Vegetarier

    23.05.2013, Milla
    Ich bin schockiert, dass innerhalb der Erhebung offensichtlich keine einzige Person angegeben hat, aus ökologischen Gründen Vegetarier zu sein. Gründe, die in den oben genannten Büchern bis aufs kleinste ausgeführt sind, wie Wasserverbrauch, CO2-Emissionen usw.

    Für mich ist es, gerade was den Vegetarismus betrifft eine durch und durch scheinheilige Einstellung sich auf den Posten zu stellen man schütze die Tiere, wo in der Milch- und Eier-"produktion" doch ebenso prekäre Verhältnisse für die Tiere herrschen.

    Andersherum gesagt wäre also die einzig nachvollziehbare Einstellung sich vegan zu ernähren. Ein Großteil der Bevölkerung zu dieser Überzeugung zu bringen ist allerdings eine weit schwierigere Aufgabe. Somit bleibt jeder Vegetarier, dessen Überzeugung sich auf Mitleid den Tieren gegenüber gründet im Gewissenskonflikt, wenn er andere Tierprodukte konsumiert.

    Als überzeugendes Argument, was nicht in die Problematik rennt, dass Gewissenskonflikte entstehen bleibt also jegliches pragmatische, z.B: ökonomische oder ökologische übrig.

    Die Reduzierung des Konsums von Fleisch, Käse usw. bedeutet ein Plus in der ökologischen Bilanz.

  • Unsere Triebe

    23.05.2013, Kl.Schu
    Jagd, Sex, Fleisch essen: alles nur (!) Triebe, die uns die Natur in die Wiege gelegt hat, meint Florian Asche mit seiner Buch-Neuerscheinung: Jagen, Sex und Tiere essen (http://www.neumann-neudamm.de/neuerscheinungen/3443/jagen-sex-und-tiere-essen).
    "Zeit endlich zur Wahrheit zu stehen. Zu bedauern sind nur jene, die ihren Trieben schon entfremdet sind."