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Lexikon der Biologie

Krebs

ESSAY

Herbert Neumann · Sabine Klonk

Krebs

Krebs ist eine allgemeine Sammelbezeichnung für bösartige Geschwülste (maligne Neoplasie, maligner Tumor) bzw. abnorme Wucherungen bei Menschen und Tieren sowie bei Pflanzen (Pflanzentumoren, Obstbaumkrebs, Agrobacterium), deren schrankenloses Wachsen fortschreitende Zerstörungen von Geweben und Organen verursacht. Die Bezeichnung „Krebs" stammt von Hippokrates und leitet sich wahrscheinlich von bizarren Formen oberflächlicher Tumoren ab.
Das bösartige (maligne) Wachstum ist gekennzeichnet durch eine unkontrollierte, einer falschen Regulation unterworfene, überschießende Gewebsvermehrung von entarteten (transformierten) Zellen (Zelltransformation), die gesundes Gewebe verdrängt (Verlust der Proliferationskontrolle). Das bösartig veränderte Gewebe ist „entdifferenziert" und kann die gewebsspezifischen Fähigkeiten des gesunden Ursprungsgewebes nicht mehr wahrnehmen. Durch die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasierung) werden auch vom Ursprungsherd weit entfernte Gewebe betroffen und zerstört.

Entstehung einer Krebserkrankung

Krebs kann aus jeder sich teilenden Zelle hervorgehen, wobei vermutet wird, daß die Zellen eines jeden malignen Tumors von einer einzigen transformierten Zelle abstammen (monoklonale Entstehung), von der aus sich der Tumor entwickelt ( vgl. Abb. ). Der Prozeß der Krebsentstehung verläuft über mehrere Stufen, wobei bei der Risikoabschätzung, z.B. eines chemischen Agens ( vgl. Tab. 1 ), nicht einfach die Erfassung der gefundenen Mutationen ausreicht, da die Fähigkeit der Zelle, DNA-Schäden zu reparieren (DNA-Reparatur), nicht unberücksichtigt bleiben darf. Die Umwandlung einer gesunden Zelle in eine Krebszelle kann aus zunächst nicht bösartigen Veränderungen (Präneoplasien) hervorgehen. Dabei unterscheidet man zwischen der Initiation, d.h. dem Kontakt der gesunden Zelle mit einem krebserregenden (cancerogenen) Stoff, der zu irreversiblen molekularen Veränderungen in der Zelle führt, und der Promotion, dem malignen Wachstum der entarteten Zellen entweder durch wiederholten Kontakt mit dem Karcinogen oder durch sog. Promotoren (Tumorpromotoren allein sind nicht in der Lage, Tumoren zu induzieren; sie leiten nur die Teilung und Differenzierung der Zelle ein).
Bei der Umwandlung normaler Zellen in Tumorzellen ändern sich die Aktivitäten einer ganzen Anzahl verschiedener Gene und Proteine. Experimentell konnte gezeigt werden, daß minimal 3 Veränderungen in bestimmten Genen notwendig sind, um eine normale Körperzelle in eine unkontrolliert wachsende Krebszelle zu verwandeln. Mitentscheidend scheint die Aktivität des Enzyms Telomerase zu sein, das die natürliche Verkürzung der Chromosomen bei der Zellteilung (Cytokinese) verhindert und so weiteres Wachstum und Zellteilungen möglich macht (Apoptose, Altern). In gesunden Zellen fehlt dieses Enzym; die Zellen verfallen in eine Art Ruhezustand, der offensichtlich auch vor Krebs schützt. Im Experiment führte das Einbringen zweier Onkogene (ras-Onkogen, Großes-T-Onkogen; Onkogene, Ras-Proteine) in Kombination mit dem Telomerase-Gen zur Bildung ungehemmt wachsender Krebszellen. Im komplexen Prozeß der Genregulation spielt die DNA-Methylierung eine wichtige Rolle: nicht benötigte Gene werden durch Methylierung inaktiviert. Untersuchungen zufolge sind in Krebszellen Methylierungen häufiger als in normalen Zellen. Möglicherweise sind hier Gene, die an der Kontrolle der Zellteilung beteiligt sind, fälschlicherweise inaktiviert, was zum ungehemmten Wachstum führen könnte. Je nach Krebstyp ( vgl. Tab. 2 ) findet man unterschiedliche Muster der Methylierung. Neue Erkenntnisse über die molekularen Veränderungen innerhalb einer Krebszelle erhofft man sich aus Vergleichen mit Embryonalzellen: es werden immer mehr Gene gefunden, die bei der Krebsentstehung und der Embryonalentwicklung eine Rolle spielen. Auffallend ist die hohe genetische Labilität der Tumoren bzw. ihrer Zellen. Während des Tumorwachstums entstehen durch Genotypveränderungen immer neue Zelltypen, die zum Teil zugrunde gehen, zum Teil aber auch Wachstumsvorteile aufweisen. Im Endeffekt entstehen durch diese Vielfalt Überlebensvorteile, insbesondere in Hinblick auf die Entwicklung von Chemotherapeutikaresistenzen (s.u.).
Während der Promotion, also des Wachstums, kommt es zu weiteren Mutationen und Differenzierungen, so daß im Tumor eine heterogene Zellpopulation entsteht. Die entarteten Zellen können sich je nach dem Typ des Primärtumors über den Blut- (Blutgefäßsystem) oder Lymphweg (Lymphgefäßsystem) im Körper ausbreiten, sich an anderen Orten ansiedeln und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden (Verlust der Positionskontrolle). – Das feingewebliche Bild von Tumorzellen ist u.a. gekennzeichnet durch vermehrte atypische Mitosen, chromatindichte Kerne, Aufhebung der organtypischen Zellformation und unregelmäßige polymorphe Formen. Der Chromosomensatz ist oft aneuploid (Aneuploidie) und weist Aberrationen (Chromosomenaberrationen) auf.
Die Ursachen des Krebses sind letztlich noch nicht aufgeklärt. Aufgrund biochemischer, genetischer, zellbiologischer und tierexperimenteller Befunde sowie nach statistischen Analysen über das Auftreten von Krebs wurde eine Vielzahl von Theorien aufgestellt ( vgl. Infobox 1 ).

Symptome

Die Tumoren entwickeln sich oft zunächst schmerzlos und führen dann zu Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Leistungsknick, Gewichtsabnahme, Fieber, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, nächtliches Schwitzen, Heiserkeit, Husten, Hämaturie, unregelmäßige Blutungen und Unterleibsschmerzen bei Frauen. Infolge der Raumforderung und Verdrängung von gesundem Gewebe durch den Tumor zeigen sich diagnoseweisende Veränderungen, z.B. Bluthusten, Atemnot und Thoraxschmerzen beim Lungenkarzinom, Ikterus bei Verschluß der Gallenwege durch einen Tumor, Blutbeimengungen im Stuhl bei Dickdarmtumoren (Dickdarm), blutiger Urin bei Nierentumoren (Niere). Am Ort des Tumors kommt es zur Gewebsschwellung. Je nach Tumortyp können sich Tumorzellen in anderen Organen ansiedeln, wobei die meisten Tumoren ein spezifisches Metastasierungsmuster zeigen. Der Tod tritt ein durch Versagen des am meisten geschädigten Organs, z.B. Leber, Lunge, Knochenmark, Gehirn, oder durch allgemeine Auszehrung (Kachexie).

Diagnostik

Die klinische Diagnostik von Tumoren ist erschwert durch die Tatsache, daß das Krebswachstum lange Zeit symptomlos verläuft. Mit den zur Zeit verfügbaren bildgebenden Verfahren ist ein Tumor bis zur Hirsekorngröße nachweisbar. So lassen sich z.B. durch Kernspintomographie (NMR) Raumforderungen im Millimeterbereich nachweisen. Bei Tumoren mit hoher Metastasierungstendenz ist der Krebs oft bereits nicht mehr heilbar. Die Diagnose wird durch Materialgewinnung aus dem Tumor (Biopsie) und feingewebliche Untersuchung gestellt. Häufig ist die Herkunft des Primärtumors unbekannt. Mit Hilfe der Immunfluoreszenz-Technik (Immunfluoreszenz) gegen Elemente des Zellskeletts (10-nm-Filamente; intermediäre Filamente) oder durch Nachweis von gewebsspezifischen Antigenen an der Zelloberfläche läßt sich die Herkunft von Metastasen klären. Zusätzlich werden zur Suche und Festlegung des Ausbreitungsgrads Röntgenuntersuchungen (Röntgenstrahlen), Computertomographie (Thorax, Darm, Nieren, Gehirn), Ultraschall, Isotopen-Verfahren (Knochen- und Leberszintigramm, Schilddrüsenszintigramm; Isotope, Szintigraphie, Immunszintigraphie) eingesetzt. Beim Brustkrebs werden Mammographie (Röntgenstrahlen-Diagnostik) und Ultraschall-Diagnostik hinzugezogen. Diagnoseweisende Blutwertveränderungen sind z.B. die Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (Blutsenkung), Anämie, Dysproteinämie. Ein erhöhter Zuckerverbrauch (Glucoseumsatz) weist generell auf die Existenz eins Tumors hin. Je nach Organbefall lassen organspezifische Serumparameter (Serumelektrophorese, Serumproteine) Rückschlüsse zu, z.B. bei der Leber GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), alkalische Phosphatase (auch bei Knochentumoren), saure Phosphatase bei Prostatakrebs. Bei einigen Tumorarten können sog. Tumormarker nachgewiesen werden, deren Bestimmung in Blut oder Gewebe zur Diagnostik oder Verlaufskontrolle des Therapieeffekts herangezogen werden kann (tumorassoziierte Antigene). Ein Beispiel ist das carcinoembryonale Antigen (CEA), dessen Vorkommen im Embryonalstadium normal und das beim Erwachsenen nur noch in minimalen Mengen nachweisbar ist. Im Verlauf gewisser Krebserkrankungen, z.B. beim Dickdarmkrebs, steigen die CEA-Werte im Blut extrem an. Dies kann als Ausdruck einer ontogenetischen Regression der Tumorzelle gewertet werden. Ein weiterer Tumormarker ist das Alpha-Fetoprotein, das bei embryonalen Hodentumoren (Hoden) und bei Leberkrebs nachweisbar ist, sowie das β-HCG (Choriongonadotropin), das Schwangerschaftshormon, das beim Mann normalerweise nicht nachweisbar ist, bei Hodentumoren jedoch auftreten kann. Auch Mucine, die bei einigen Tumoren – z.B. bei Eierstock- und Brustkrebs – nach einem spezifischen Muster vermehrt produziert werden, können als Tumormarker herangezogen werden. Einige Tumoren können im Lauf der Entartung biologisch aktive Substanzen sezernieren, die typische Symptome hervorrufen (paraneoplastische Syndrome), z.B. vermehrte Blutbildung durch erhöhte Erythropoetin-Produktion von Nierentumorzellen, vermehrte ACTH- (adrenocorticotropes Hormon) und Insulin-Bildung (Insulin) durch Bronchialkrebs, verstärkte Neigung zu Thrombosen durch inadäquate Produktion von Gerinnungsfaktoren bei Pankreaskrebs. Beim Mammakarzinom findet man in 80% der Fälle ein parathormonähnliches Hormon, das eine hohe Homologie zum physiologischen Parathormon aufweist und ein reines Produkt des Mammakarzinoms darstellt.
Die Früherkennung von Tumoren mittels Suchtests, die den Nachweis von Erkrankungen vor dem Auftreten erster Symptome ermöglichen, rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Hierbei werden einerseits Verfahren zu Gentests auf Krebsrisiken entwickelt (z.B. Nachweis der p53-Genom-Varianten mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung), zum anderen aber auch patientenfreundliche Krebsdiagnoseverfahren. Zum Beispiel lassen sich verschiedene Tumoren anhand spezifischer Mutationen des mitochondrialen Genoms (Chondrom, Mitochondrien) nachweisen, wobei Zellreste aus Körperflüssigkeiten, wie Urin (Harn) und Speichel, genug Ausgangsmaterial für die Analyse liefern, so daß dem Patienten ein belastender chirurgischer Eingriff erspart bleibt. Während bisher vor allem morphologische, klinische und biochemische Parameter Verwendung fanden, rücken die zellbiologischen und molekulargenetischen Eigenschaften auch bei der Therapie zunehmend in den Vordergrund. Jede Tumorart weist ein charakteristisches Expressionsprofil (Muster der Genaktivität; Genaktivierung) auf, mit dessen Hilfe z.B. Typen von Lymphdrüsentumoren oder Leukämien gefunden wurden. Die genaue Typisierung eines Tumors gilt als Voraussetzung für die bestmögliche Therapie, denn anhand des Expressionsmusters kann man die für eine bestimmte Krebsart relevanten Veränderungen identifizieren und gezielt medikamentös behandeln (in klinischen Studien). So wurde z.B. in malignen Zellen das EAG-Protein (ein Kaliumkanal-Protein) nachgewiesen, das normalerweise nur im Gehirn exprimiert wird und den Fluß von Kalium-Ionen durch die Membran von Nervenzellen steuert. Der Nachweis von EAG in Geweben außerhalb des Gehirns macht dieses Protein als Tumormarker interessant. Eine gezielte Blockade der EAG-Expression bewirkt eine Reduktion der Teilungsrate der Tumorzellen. was auf einen therapeutischen Nutzen hoffen läßt.

Therapie

Die Therapie von Tumoren erfolgt meist durch Zusammenarbeit von Chirurgen, Strahlen- und Chemotherapeuten ( vgl. Infobox 3 ).
a) Operative Therapie: Bei lokal begrenzten Prozessen wird versucht, die Tumormasse radikal zu operieren (z.B. Dickdarm) bzw. das befallene Organ als Ganzes zu entfernen (z.B. Nieren, Brust) bzw. zu amputieren (z.B. bei Knochenkrebs einer Extremität).
b) Strahlentherapie: Nicht operable Tumoren, die lokal begrenzt sind, werden überwiegend mit Kobaltstrahlen (Isotope [Tab.]) oder Neutronenstrahlen behandelt, z.B. bei Lungenkrebs (Schwerionenforschung). Mittels moderner computergesteuerter Bestrahlungsgeräte kann eine Verabreichung der Gesamt-Strahlendosis (Strahlenbelastung) in kleineren Portionen und geringen Intervallen erfolgen. Eine genauere Fokussierung auf den Tumor ermöglicht eine Erhöhung der Strahlendosis. Die Verwendung neuer Strahlenarten (Hadronen, Ionen, Protonen) erhöht die biologische Wirksamkeit bzw. die Zielsteuerung. Oft erfolgt eine Nachbestrahlung nach Operationen mit dem Ziel, ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern, z.B. nach Brustamputationen. Haupteinsatzfelder der Strahlentherapie sind die Lungen- und Lymphknotentumoren sowie die Kehlkopftumoren. Eine Sonderform der Strahlentherapie ist die lokale Gewebsspickung der Prostata durch I-125-haltige Stifte mit dem Ziel, nur am Tumor ohne Schädigung des gesunden Gewebes zu bestrahlen. Ein ähnliches Prinzip verfolgt die lokale Spickung von Hirntumoren mit I-125 durch gezielte stereotaktische Lokalisierung, um eine Schädigung des gesunden Hirngewebes zu vermeiden. Eine spezielle Form stellt die Radioiodtherapie des Schilddrüsenkrebses dar; das Prinzip besteht in der Anwendung eines radioaktiven Iod-Isotops (Iod), das selektiv in die Schilddrüse „eingebaut" wird. In der Erprobungsphase befinden sich neue Verfahren der Bestrahlung von Hirn- und Rückenmarkstumoren mittels Kohlenstoff-Ionen, die in der Tiefe des Gewebes bzw. Tumors den größten schädigenden Effekt zeigen; Nebenwirkungen an der Oberfläche, wie Haarausfall und Hautrötungen, bleiben hier aus.
c) Die Chemotherapie arbeitet mit Cytostatika. Dabei handelt es sich im allgemeinen um eine Systemtherapie, die häufig mit anderen Therapieformen kombiniert wird (oft nach Operationen durchgeführt, um nicht erkennbare Metastasen zu erfassen und unschädlich zu machen; adjuvante Chemotherapie). Cytostatika sind meist nur eine begrenzte Zeit einsetzbar, da die meisten antineoplastischen Substanzen wegen ihrer proliferationshemmenden Eigenschaften (Proliferation) auch eine immunsuppressive Wirkung (Immunsuppression) zeigen. Mit der Chemotherapie lassen sich viele Tumorerkrankungen zumindest zeitweise gut beherrschen. Ein großes Problem stellt, neben der primären Resistenz der Tumorzellen gegen Cytostatika, auch die sekundäre Resistenzentwicklung der Tumorzellen im Rahmen von Chemotherapien dar. Aufgrund der biologischen Labilität können Tumorzellen im Laufe ihres Wachstums und im Laufe der Therapie Resistenzen gegen Chemotherapeutika entwickeln, so z.B. durch Expression einer Membranpumpe (P-75-Protein) – ein im Tierreich weitverbreitetes Protein, das in der Lage ist, große Moleküle aus der Zelle nach außen zu transportieren und somit großmolekulare Cytostatika aus der Zelle „hinauszuwerfen". Ein weiterer Mechanismus der Resistenzentwicklung ist die Amplifikation des Gens für Dihydrofolsäure-Reductase, die zur Resistenz der Zelle gegen das Cytostatikum Methotrexat (Amethopterin) führt ( vgl. Infobox 2 ).
d) Die Immun-Krebstherapie zielt auf die spezifische oder unspezifische Stimulation des Immunsystems (Tumorvakzine, Tumor-Nekrosis-Faktor).
e) Hormontherapie: Tumoren, die in Prostata, Mamma (Brust) und Endometrium (Gebärmutter) entstehen, können in ihrem Wachstum durch die Zufuhr von Hormonen (additive Therapie) oder durch Hormonentzug (operative Entfernung der entsprechenden endokrinen Drüsen; ablative Therapie) beeinflußt werden. Gute Erfolge bei der Bekämpfung des Brustkrebses wurden mit dem Östrogen-Rezeptor-Blocker Tamoxifen erzielt. Zur Behandlung von Leukämien und Mammakarzinomen hat sich eine Kombination von Glucocorticoiden und Chemotherapeutika bewährt. Glucocorticoide hemmen in Lymph- und Muskelgewebe die Glucoseaufnahme und Glykolyse sowie die Synthese von Nucleinsäuren und Proteinen.
f) Knochenmarktransplantation: Bei Leukämien kann, wenn ein HLA-kompatibler Spender (HLA-System) vorhanden ist, eine sog. heterologe Knochenmarktransplantation (Transplantation) vorgenommen werden. Da die Chemotherapie in ihrer Wirkung durch ihre Knochenmarktoxizität limitiert ist, versucht man dieses Problem mit der sog. autologen Knochenmarktransplantation zu umgehen: Dem Patienten wird vor der Chemotherapie Knochenmark entnommen und eingefroren; die Cytostatika werden dann extrem hoch dosiert. Wenn die zu erwartende totale Knochenmarkschädigung eintritt, wird dem Patienten das asservierte Mark reinfundiert. Dieses Verfahren kann bei Tumoren versucht werden, die prinzipiell chemosensibel sind, deren Heilung jedoch normalerweise an der Limitierung der Dosis scheitert. Dabei werden oft einzelne Tumorzellen, die unerkannt im Knochenmark liegen, mit retransfundiert und verursachen so ein Wiederauftreten der Krankheit. Dieses Problem versucht man durch selektive Elimination der Tumorzellen zu lösen. Hierzu werden gegen Tumorzellen gerichtete monoklonale Antikörper, die mit einem toxischen Molekül (z.B. Ricin) konjugiert sind (Immuntoxin), in vitro dem Knochenmark zugegeben. Durch die spezifische Bindung werden die Tumorzellen selektiv zerstört, so daß gereinigtes Knochenmark reinfundiert werden kann. Dieses sehr aufwendige Verfahren ist technisch noch nicht befriedigend gelöst. Versuche mit immunstimulierenden Stoffen (Immunstimulantien, Immunmodulation), wie BCG-Impfstoff, Thymusextrakten usw., haben bisher keinen überzeugenden Erfolg gezeigt.
g) Molekulare Behandlungsstrategien: Die in den letzten Jahren entdeckten typischen Abnormitäten in Genetik, Stoffwechsel und Signalaustausch von Krebszellen eignen sich für neue Behandlungsstrategien. So werden Versuche zur Hemmung der Metastasenbildung mit Hemmstoffen der Matrixmetalloproteasen und Kollagenasen durchgeführt. Vielversprechend sind die Ansätze, Tumoren „auszuhungern", indem man das Wachstum der Blutgefäße (Angiogenese) in den Tumoren mittels Angioinhibinen (z.B. Angiostatin) und damit die notwendige Versorgung unterbindet. Interessanterweise wird Thalidomid, das unter dem Namen Contergan® zu schweren embryonalen Entwicklungsstörungen (Dysmelie-Syndrom, Chiralität) geführt hat, inzwischen vielversprechend als Antiangiogenese-Medikament z.B. bei der Behandlung des Plasmocytoms (Makroglobulinämie) eingesetzt. Sauerstoffmangel spielt beim Krebswachstum eine entscheidende Rolle. Unter Sauerstoffmangel wird das Gen zur Bildung von HIF-1 aktiviert, einem Steuerungsmolekül, das u.a. Gene für Gefäßwachstumsfaktoren anregt. Bei Weichteilsarkomen konnte die Blutzufuhr wirkungsvoll mit dem Tumor-Nekrosis-Faktor α1a unterbunden werden. Weitere Experimente zielen darauf ab, mittels Antikörpern gegen die Wachstumsfaktoren VEGF und FGF (fibroblast growth factor) das Gefäßwachstum zu unterbinden. Telomerase-Inhibitoren sollen die natürliche Alterung der Zellen (Apoptose) wieder einleiten. In der Entwicklung sind außerdem Gentherapien zur Wiederherstellung gestörter DNA-Reparaturmechanismen für „normale" Suppressorgenfunktionen (betrifft z.B. die Gene APC [Adenomatosis Polyposis coli], DCC, RB [Antionkogen], p53 [p53-Protein]; Tumorsuppressorgene) sowie Inhibierung von Onkogen-bedingter übermäßiger Aktivität des Ras-Proteins oder von Proteinkinasen (z.B. src-Kinasen, Cyclin-abhängige Proteinkinasen, Raf) durch spezifische Inhibitoren (z.B. Farnesyl-Transferase-Inhibitoren, Tyrosin-Kinase-Inhibitoren, Serin/Threonin-Kinase-Inhibitoren).
h) Weitere Therapieansätze: Seit einiger Zeit werden in der Krebstherapie Versuche mit Interferonen und Interleukinen (Lymphokine; Immun-Krebstherapie) durchgeführt. Tumorzellen können mit Hilfe von spezifischen Antikörpern gezielt zerstört werden. Beim Mammakarzinom werden z.B. Antikörper gegen den HER2-Rezeptor verwendet. Maligne Lymphome, die das CD20-Antigen (CD-Marker) exprimieren, können ebenfalls erfolgreich mit Antikörpern (Rituximab) behandelt werden. Hier kann eine Verbesserung der Prognose von bis zu 30% erreicht werden. Eine weitere Entwicklung stellt die Radioimmunotherapie dar, wobei ein tumorspezifischer Antikörper (Tositumomab) mit einem Iod-131-Isotop, einem Beta- und Gammastrahler (Radioiod), verbunden wird. Lokal ist so eine 10mal höhere Strahlendosis (als konventionell erreichbar) möglich. Ebenfalls im Stadium der experimentellen Prüfung befindet sich die Kombination von Strahlen und Cytostatika mit Hyperthermie, der die Beobachtung zugrundeliegt, daß erhöhte Temperaturen die Wirkungen von Strahlen und Cytostatika selektiv auf den Tumor verstärken können. Neue Chancen bietet auch das in der Erprobung befindliche Verfahren der Magnetflüssigkeits-Hyperthermie, bei dem Nanopartikel aus Eisenoxid gezielt in die Geschwulst eingebracht und mittels Magnetfeld erwärmt werden. Die Krebszellen bekommen quasi „hohes Fieber", sterben ab und werden vom Körper selbst beseitigt. Das neue Konzept der Tumoroxygenierung basiert auf der Beobachtung, daß Tumoren, die gut mit Sauerstoff versorgt werden, mittels Strahlentherapie besonders wirksam bekämpft werden können. Mit Hilfe von gentechnisch hergestelltem Erythropoetin (EPO) wird versucht, die Sauerstoffversorgung der Patienten zu verbessern, was zum einen die Lebensqualität der Patienten steigert und sie die Krebstherapie besser verkraften läßt, zum anderen aber auch den direkten Heilungserfolg durch kombinierte Strahlen- und Chemotherapie verbessert.
Die konventionelle Krebstherapie kann nicht immer die vom Patienten erhofften Erfolge aufweisen, so daß heute viele der Betroffenen zusätzlich nach alternativen Behandlungsmethoden suchen. Die Beurteilung dieser Verfahren – mehrere Hundert sind es mittlerweile – bezüglich ihrer Verträglichkeit und Wirksamkeit fällt nicht immer leicht, da entsprechende Studien fehlen. Heftig umstritten ist z.B. die Wirksamkeit der aktiv-spezifischen Immuntherapie (ASI), bei der der Körper nach einer Operation mit aus eigenem Tumor gewonnenem Impfstoff konfrontiert wird und das Immunsystem verbleibende Tumorzellen selber erkennen und beseitigen soll. Ein weiteres kontrovers diskutiertes Therapiekonzept stammt von M. von Ardenne (1907–1997), dessen Krebs-Mehrschritt-Therapie versucht, unterschiedliche Stoffwechseleigenschaften von Tumor- und Normalzellen auszunützen: O. Warburg postulierte, daß Tumorzellen keinen oxidativen Stoffwechsel besitzen, sondern ihren Energiebedarf nur aus der Glykolyse decken. Warburg vertrat die These, daß diese Entgleisung des Stoffwechsels die Ursache des Krebswachstums sei. (Heute weiß man, daß die aerobe Glykolyse lediglich eine Folge der vielen Veränderungen des Erbmaterials ist, die sich während des Tumorwachstums anhäufen.) M. von Ardenne versuchte, durch ein vermehrtes Glucoseangebot die Lactatbildung im Tumor zu steigern mit dem Ziel, das Tumorwachstum durch Übersäuerung zu hemmen. Diese Therapie wird mit Hyperthermie kombiniert (Krebs-Mehrschritt-Therapie). Auch über die Wirksamkeit der diversen Mistelpräparate (Mistelextrakt) zur Krebsbekämpfung gibt es bislang keinen Konsens. – Das Wissen um die molekularen Veränderungen bei der Krebsentstehung nimmt rasch zu, doch bis zur Umsetzung in wirkungsvolle Therapieformen ist es oft ein weiter Weg.

Krebshäufigkeit

Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 4000 Menschen pro 1 Millionen Einwohner an Krebs, darunter etwa 50 Kinder. Die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, ist individuell sehr verschieden; Erbfaktoren, Umwelteinflüsse sowie Lebensgewohnheiten spielen bei der Krebsentstehung eine Rolle. Die Häufigkeit und die Verteilung der einzelnen Krebserkrankungen ist geschlechtsspezifisch ( vgl. Infobox 3 , vgl. Tab. 3 ). Nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems liegt Krebs – überwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters – an 2. Stelle der Todesursachen in der Bundesrepublik Deutschland. Die allgemeine Einschätzung, Tod durch Krebs nehme zu, trifft für einige Krebsarten sicherlich zu (z.B. Zunahme der Melanome, hervorgerufen durch intensives „Sonnenbaden"), aber die verbesserten Möglichkeiten der medizinischen Diagnostik sowie die allgemein höhere Lebenserwartung führen ebenfalls zu einer Zunahme der gemeldeten Krebserkrankungen. Mit dem Ziel, Daten über das Auftreten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen in räumlich definierten Bevölkerungsgruppen zu erheben und diese zu analysieren, werden in Deutschland länderbezogene, jeweils bevölkerungsbezogene (epidemiologische) Krebsregister eingerichtet. Die „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland" sowie die im Robert-Koch-Institut angesiedelte Dachdokumentation „Krebs" arbeiten zusammen, um eine weitgehende, methodische Einheitlichkeit (trotz unterschiedlicher landesgesetzlicher Regelungen) durch inhaltliche Standards zu erlangen, die eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse der Krebsregister gewährleisten kann.

Schwerpunkte der Krebsforschung

Die Krebsforschung wird weltweit interdisziplinär mit enormem finanziellem Aufwand betrieben. Schwerpunkte sind: die Tumorvirologie (Tumorviren), die Tumorimmunologie, die chemische Karzinogenese, die Pathophysiologie der Metastasierung, die Tumorzellregulation (Signalübertragung und -verarbeitung in bzw. zwischen Tumorzellen), die Differenzierung von Tumorzellen im Krebsgewebe, die Krebsdiagnostik, die Genomforschung (Genom, Genomanalyse, Genomik), die Entwicklung neuer krebshemmender Medikamente, die Mechanismen der Resistenzentwicklung von Tumorzellen gegenüber Medikamenten, die Krebsrisikofaktoren und Krebsprävention und vieles andere. Im klinischen Bereich wird versucht, durch überregionale Studien die Chemotherapie zu verbessern und Kombinationsmodalitäten mit Strahlentherapie und Chemotherapie zu überprüfen. Der Kampf gegen den Krebs steht vor allem auf den 3 Säulen Vorbeugung, Früherkennung sowie Qualitätssicherung der Therapie und Pflege zur Steigerung der Lebensqualität ( vgl. Infobox 4 ) der Betroffenen. – Zur Molekularbiologie des Krebses: Onkogene. Infektionskrankheiten.

Lit.: Erbar, P.: Onkologie. Einführung in Pathophysiologie, Klinik und Therapie maligner Tumoren. Stuttgart 32000. Gutjahr, P.: Krebs bei Kindern und Jugendlichen. Köln 41999. Roth, L., Rupp, G.: Krebserzeugende Stoffe. (Loseblattwerk). Aachen 2000. Stamatiadis-Smidt, H. (Hrsg.): Thema Krebs: Fragen und Antworten. Berlin, Heidelberg 21998. Wagener, C.: Molekulare Onkologie: Entstehung und Progression maligner Tumoren. Stuttgart 21999. Krebs – Forschung, Diagnostik, Therapie. Reihe: Verständliche Forschung. Heidelberg 1992. Krebs – Tumoren, Zellen, Gene. Reihe: Verständliche Forschung. Heidelberg 1990. Spektrum der Wissenschaft. Spezial: Krebsmedizin (Sondernummer 1/96). Heidelberg 1996.



Krebs
Tumorzellen (Fibroblasten) in einer rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme; die ursprünglich abgeflachten Fibroblasten runden sich im Zuge der Entartung ab und lösen sich aus dem Zellverband.

Krebs

3: Häufige Krebserkrankungen
Die Daten beziehen sich auf Deutschland.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
Neuerkrankungen*: Männer: 28.200/Jahr (17% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 66,8 Jahre); Frauen: 8900/Jahr (5% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 67,3 Jahre). Symptome: allgemeine Symptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Fieber, Husten, blutiger Auswurf, Atemnot, Brust- und Schulterschmerzen, Schwellungen an Gesicht und Hals, wiederholte Lungenentzündung und Bronchitis, diverse Beschwerden durch Metastasierung. Therapie: a) kleinzellig: Chemotherapie, fallweise kombiniert mit Strahlentherapie und Laserbehandlung (Lasermedizin); b) nicht kleinzellig: chirurgische Entfernung des befallenen Teils der Lunge mit anschließender Chemo- und Strahlenbehandlung; im Spätstadium steht Behandlung der Begleiterscheinungen und Schmerzen im Vordergrund. Neue Behandlungsansätze: Cytokine; gentherapeutische Ansätze (Gentherapie, Immun-Krebstherapie) zur Inaktivierung von Onkogenen und Wiederherstellung der Aktivität des Tumorsuppressorgens p53; neue Wirkstoffe zur Hemmung der Matrixmetalloproteasen, die für den Ausbruch von Tumorzellen aus dem Ursprungsgewebe und damit für die Metastasenbildung mitverantwortlich sind. Risikofaktoren: Rauchen, Passivrauchen, berufliche Exposition gegenüber verschiedenen kanzerogenen Stoffen (z.B. Asbest, Chrom), Radonbelastung, Strahlenbelastung. Vorbeugung: Konsequente Meidung der Risikofaktoren. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer 9%, Frauen 17%; prognostisch ungünstige Krebsform.

Darmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom)
Neuerkrankungen*: Männer 24.000/Jahr (14,6% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 68,1 Jahre); Frauen 28.000/Jahr (15,9% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 72,3 Jahre). Symptome: Blut im Stuhl, Unwohlsein im Bauch, Gewichtsverlust, Änderung der Stuhlgewohnheiten. Therapie: operatives Entfernen des Tumors; Wiederherstellung der Darmwegsamkeit, Strahlen- und/oder Chemotherapie. Neue Behandlungsansätze: Einsatz von Immuntoxinen sowie Schließmuskel-erhaltende Operationsverfahren. Risikofaktoren: häufiger Konsum von sog. rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm); fettreiche Ernährung; Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Polyposis coli). Vorbeugung: Genuß von ballaststoffreicher Nahrung (Ballaststoffe, Ernährung); Hämoccult-Test zum Nachweis von Blut im Stuhl, Darmspiegelung.
Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer 48%, Frauen 51%.

Brustkrebs (Mammakarzinom)
Neuerkrankungen*: Frauen 46.000/Jahr, davon 17.000 im Alter unter 60 Jahre (26% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 63,5 Jahre). Symptome: schmerzloser Knoten in der Brustdrüse; Unverschieblichkeit der Haut über einer Verhärtung oder des Drüsengewebes auf dem Brustmuskel; Veränderung von Form, Farbe, Struktur von Brust oder Brustwarze; Absonderungen aus der Brustwarze, auffällige Empfindlichkeit, ekzemartige Hautveränderungen. Therapie: operative Tumorentfernung in Kombination mit Chemo- und Strahlentherapie; Hormonblockade (hohe Anzahl von Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren [Östrogene, Progesteron] auf den Tumorzellen). Neue Behandlungsansätze: Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Wiederherstellung des geschädigten Knochenmarks; Immun-Krebstherapie; Gentherapie (Hemmung der Aktivität des mutierten HER-2/neu-Gens durch Einschleusung des Gens E1A); Tamoxifen (Anti-Östrogen), Raloxifen. Risikofaktoren: „höheres Alter“; reproduktive Faktoren (frühe erste Menstruation, spätes Ausbleiben der Menstruation, Kinderlosigkeit oder erstes Kind nach dem 30. Lebensjahr); ionisierende Strahlen; höherer Östrogenspiegel; erblich bedingte Mutation der Gene BRCA1 oder BRCA2 (Brustkrebs in der Familie bei Mutter oder Schwester); regionale Unterschiede. Vorbeugung: Selbstuntersuchung, Früherkennungsuntersuchung (u.a. Mammographie). Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 73%.

Prostatakrebs
Neuerkrankungen*: 28.000/Jahr (17% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 72,3 Jahre). Symptome: schwacher, unterbrochener oder schwer kontrollierbarer Harnstrahl, häufiger Harndrang, unwillkürlicher Harnabgang, Schmerzen in Rücken, Unterleib oder beim Wasserlassen. Therapie: operative Entfernung der Prostata, Bestrahlung, Hormonbehandlung (Androgenblockade), Chemotherapie. Neue Behandlungsansätze: Präzisionsstrahlentherapie in Kombination mit Hormonbehandlung. Risikofaktoren: höheres Alter, hormonelle Einflüsse, hoher Fettverzehr, möglicherweise virale Genese. Vorbeugung: Früherkennungsuntersuchung. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 70%.

Blasenkrebs
Neuerkrankungen*: Männer 10.300/Jahr (6,2% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 69,1 Jahre); Frauen 4700/Jahr (2,7% aller bösartigen Neuerkrankungen; mittleres Erkrankungsalter 73,4 Jahre). Symptome: schmerzlose Blutbeimengung im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang. Therapie: operative Tumorentfernung (bei oberflächlichen Tumoren im Rahmen einer Blasenspiegelung); eventuell Harnblasenentfernung (Ersatzblase aus Darmteilen); Behandlung mit Laserstrahlen, Chemotherapie. Neue Behandlungsansätze: blasenerhaltende Operation in Kombination mit Chemotherapie; Behandlung mit Interferon oder Interleukin-2; photodynamische Therapie (Kombination von Laserlicht und Photosensibilisator, der im Tumor angereichert und durch das Laserlicht in ein Zellgift [Cytotoxine] umgewandelt wird). Risikofaktoren: Kanzerogene wie Nicotin, Anilinfarben und Nitrosamine; chronische Infektionen, Blasensteine. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer 78%; Frauen 63%.

Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom)
Neuerkrankungen*: 5800/Jahr (3,3% aller bösartigen Neuerkrankungen; stark altersabhängig [25% bei 25–30jährigen Frauen, 5% bei über 65jährigen Frauen]); mittleres Erkrankungsalter 55,1 Jahre). Symptome: manchmal unregelmäßige Zwischenblutungen und Kontaktblutungen (durch Berührung des Muttermunds ausgelöste Blutung aus der Vagina, z.B. nach Geschlechtsverkehr), Ausfluß. Therapie: Operation zum Teil in Kombination mit Bestrahlung; Elimination der Krebs-Vorläuferzellen durch Kryotherapie, Elektrokoagulation oder Konisation (kegelförmige Ausschneidung). Risikofaktoren: Infektion mit humanpathogenen Papillomviren (HPV), insbesondere Typ 16 und 18; viele Sexualpartner (erhöhtes Risiko der Virusübertragung), Rauchen. Vorbeugung: Früherkennungsuntersuchung (Abstrich vom Gebärmutterhals); gute Prognose, da im allgemeinen langsam metastasierend. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 64%

Bauchspeicheldrüsenkrebs (meist Pankreaskarzinom)
Neuerkrankungen*: Männer 4700/Jahr (2,8% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 67,7 Jahre); Frauen: 5400/Jahr (3,1% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 74,6 Jahre). Symptome: allgemeine Symptome wie Gewichtsverlust, Blutarmut, Völlegefühl, Verdauungsstörungen; kaum spezifisch, bis die Krankheit weit fortgeschritten ist. Therapie: unterschiedliche operative Eingriffe, je nach Lage des Tumors; Bestrahlung, Chemotherapie oder Nervenblockade zur Linderung der Schmerzen. Neue Behandlungsansätze: neue Chemotherapeutika; Medikamente, welche die Strahlenempfindlichkeit des Tumors erhöhen; chirurgische Techniken zur Verbesserung der Lebensqualität. Risikofaktoren: höheres Alter, chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Diabetes, Leberzirrhose, Rauchen, erhöhter Konsum von Fisch und Fleisch, Alkohol. Vorbeugung: Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer: 6%, Frauen: 3%; prognostisch sehr ungünstige Krebsform.

Leukämie
Neuerkrankungen*: Männer 4400/Jahr (2,6% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 60,7 Jahre); Frauen 4500/Jahr (2,6% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 64,6 Jahre); etwa 570 Kinder unter 15 Jahren. Formen: akute lymphatische Leukämie (ALL; bei Kindern am häufigsten); akute myeloische Leukämie (AML); chronisch-myeloische Leukämie (CML); chronisch-lymphatische Leukämie (CLL). Symptome: Müdigkeit, Blässe, Gewichtsverlust, Lustlosigkeit, häufige Infektionen, leichte Verletzbarkeit der Haut, Blutungsneigung (z.B. Nasenbluten), Vergrößerung von Milz und Leber. Therapie: je nach Typ Chemotherapie, Bestrahlung von Gehirn und Rückenmark, Knochenmark-Transplantation. Risikofaktoren: genetische Abweichungen, Belastung durch ionisierende Strahlen oder Chemikalien (z.B. Benzol), Infektion mit dem Virus HTLV-1 (HTLV). Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 42% (variiert je nach Erkrankungstyp erheblich).

Non-Hodgkin-Lymphom
Gruppe bösartiger Erkrankungen, die von Lymphocyten (Lymphom) unterschiedlicher Reifestadien ausgehen. Neuerkrankungen*: Männer 5400/Jahr (3,3% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 60 Jahre); Frauen 5200/Jahr (3% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 65,6 Jahre). Symptome: Lymphknotenschwellung, Juckreiz, Fieber, Nachtschweiß, Anämie, Gewichtsverlust, Infekthäufigkeit. Therapie: je nach Typ (man unterscheidet ca. 10 verschiedene Erkrankungen) Chemotherapie, Strahlentherapie; nach Rückfällen Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Knochenmarktransplantation. Neue Behandlungsansätze: monoklonale Antikörper gegen Lymphomzellen; Verfahren, welche die Sicherheit und Wirksamkeit der Knochenmarktransplantation steigern. Risikofaktoren: virale Infektion (möglicherweise Epstein-Barr-Virus), Exposition gegenüber Schwermetallen, Lösungsmitteln und Herbiziden; geschwächtes Immunsystem, z.B. durch Infektion mit HIV oder HTLV-1 oder nach Organtransplantation (wegen der immunsuppressiven Medikamente). Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer 52%, Frauen 56%.

Nierenkrebs (Nierenkarzinom, Wilms-Tumor beim Kind)
Neuerkrankungen*: Männer 6900/Jahr (4,2% aller bösartigen Neubildungen); Frauen 5200/Jahr (3,3% aller bösartigen Neubildungen); „Altersgipfel“ zwischen 40. und 65. Lebensjahr. Symptome: allgemeine Symptome wie Fieber, Leistungsabfall, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme; Blut im Urin, Knoten in der Nierenregion, Druck oder Schmerz in Flanke oder Rücken, unterschiedliche Beschwerden durch Metastasen. Therapie: Entfernung der betroffenen Niere, Bestrahlung und Verschluß der tumorversorgenden Blutgefäße. Neue Behandlungsansätze: Immunbotenstoffe (Interferon, Interleukin 2, eventuell zusammen mit Immunzellen). Risikofaktoren: Übergewicht, Kontakt mit Asbest, Nitrosaminen, Blei und Aflatoxinen, Rauchen. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 30–45%; Spontanremissionen (Rückbildung ohne Therapie) möglich.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
Neuerkrankungen*: 8200/Jahr (4,7% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 66,3 Jahre). Symptome: eher symptomarm; rasche Zunahme des Leibesumfangs, Vaginalblutungen (selten), Magen-, Darm- oder Harnblasenbeschwerden. Therapie: Entfernung der Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter; Bestrahlung, Chemotherapie. Neue Behandlungsansätze: Chemotherapeutika, die direkt in die Bauchhöhle gegeben werden; neue Wirkstoffe zur Hemmung der Matrixmetalloproteasen, die für den Ausbruch von Tumorzellen aus dem Ursprungsgewebe und damit für die Metastasenbildung mitverantwortlich sind. Risikofaktoren: höheres Alter, Kinderlosigkeit, familiäre Häufung (erblich bedingte Mutation in BRCA1, möglicherweise auch BRCA2). Vorbeugung: Früherkennungsuntersuchung; möglicherweise Gabe von Progesteron, das den programmierten Zelltod (Apoptose) genetisch veränderter und damit prä-canceröser Zellen auslöst. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 35%.

Malignes Melanom der Haut
Neuerkrankungen*: Männer 3100/Jahr (1,9% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 56 Jahre); Frauen 3800/Jahr (2,2% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 56 Jahre); bereits ab dem 20. Lebensjahr relevante Erkrankungsrate. Symptome: Veränderungen in Größe, Farbe, Struktur oder Form eines Leberflecks oder eines anderen dunkel pigmentierten Bereichs der Haut, spontane Blutung aus einem Muttermal (20–25% der Melanome entstehen auf dem Boden eines Muttermals); Veränderungen in Knoten oder Verdickungen der Haut, Asymmetrie des Herdes, Begrenzung unscharf oder unregelmäßig, unterschiedliche Farbnuancen, Durchmesser der Hautveränderung größer als 5 mm, Erhabenheit. Therapie: operative Entfernung, Strahlentherapie, Chemotherapie. Neue Behandlungsansätze: Immun-Krebstherapie (mit Interleukin 2 oder Interferon), Krebs-Impfung mit Melanom-Antigen (Tumorvakzine); bei Melanom an Extremität Perfusion mit TNFα in Verbindung mit Überwärmung; Entwicklung neuer Sonnenschutzmittel, die Milchsäurebakterien (Lactobacillus bifidus und Lactobacillus gasseri; Lactobacillaceae) mit besonders wirksamen Reparaturmechanismen für Schädigungen des Erbguts durch UV-Strahlung enthalten. Risikofaktoren: große Anzahl von Pigmentmalen, heller Hauttyp mit Neigung zu Sonnenbrand und Sommersprossen, familiäre Häufigkeit; intensive Sonnenexposition, insbesondere in der Kindheit. Vorbeugung: Selbstbeobachtung, jährliche Kontrolle durch Hautarzt; Vermeidung von Sonnenbränden durch ausreichenden Lichtschutz. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: Männer 69% , Frauen: 80%; bei bereits eingetretener Metastasierung auf dem Lymph- und/oder Blutweg unter 10%.

Gebärmutterkörperkrebs (Uteruskarzinom)
Neuerkrankungen*: Frauen 10.000/Jahr (6% aller bösartigen Neubildungen; mittleres Erkrankungsalter 67,9 Jahre). Symptome: Zwischenblutungen bei Frauen im gebärfähigen Alter, Blutungen bei Frauen nach den Wechseljahren (Klimakterium); Ausfluß, Schmerzen. Therapie: operative Entfernung der Gebärmutter mit Eierstöcken (Ovar) und Eileitern (Ovidukt), dem oberen Teil der Scheide (Vagina) sowie eventuell betroffener Lymphknoten; Strahlentherapie, Hormontherapie. Risikofaktoren: Ungleichgewicht der Geschlechtshormone (Überwiegen der Östrogene), Übergewicht, Bluthochdruck, mehrere Uterusmyome. Vorbeugung: Früherkennungsuntersuchung. Relative 5-Jahres-Überlebensrate**: 70%.


*Neuerkrankungen: Die Zahl der Neuerkrankungen ist eine geschätzte Zahl auf der Basis der in der Vergangenheit beobachteten Häufigkeiten. Die Schätzung bezieht sich auf das Jahr 1997 und wurde unter Berücksichtigung des Trends für die Neuerkrankungen des Saarlands in den einzelnen Altersgruppen sowie der Mortalität im Saarland und in Deutschland insgesamt vorgenommen.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland (Hg.): Krebs in Deutschland. Häufigkeiten und Trends. Saarbrücken 21999.

**Relative 5-Jahres-Überlebensrate: Bei der Berechnung der relativen Überlebensrate werden die beobachteteinÜberlebensraten der Krebspatienten ins Verhältnis gesetzt zu den aus Sterbetafeln geschätzten Überlebensraten der Allgemeinbevölkerung entsprechender Alters- und Geschlechtsstruktur. Sie geben den prozentualen Anteil der Patienten an, die 5 Jahre nach der Diagnosestellung nicht an ihrer Krebserkrankung gestorben sind. Die Überlebenszeiten unterscheiden sich je nach Stadium der Krebserkrankung bei der Diagnosestellung, was hier nicht berücksichtigt wurde.

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