Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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  • NGC 1514 - ein Planetarischer Nebel mit "falschem" Zentralstern

    16.11.2015, Christian Weis, Lindenau
    Sehr geehrter Herr Schröder,

    vielen Dank für die interessanten Objekte, welche Sie jeden Monat in Sterne und Weltraum vorstellen. Es sind solche Geschichten, wie diejenige um den "falschen" Zentralstern in Ihrem Artikel "NGC 1514 - ein Planetarischer Nebel mit "falschem" Zentralstern" in der Novemberausgabe 2015, welche Ihre Artikel für mich besonders lesenswert machen. Gerne beobachte ich "Ihre" Objekte auch selbst nach.
    Eine kleine Anmerkung möchte ich mir bei o.g. Artikel dennoch erlauben: Im Sternbild Stier gibt es noch einige weitere Planetarische Nebel. NGC 1514 ist also nicht das "einzige Objekt dieser Art im Stier", sondern lediglich der einzige Planetarische Nebel, der über eine NGC-Nummer verfügt. Mir sind noch folgende weitere Planetarische Nebel im Taurus bekannt: Baade 1, Henize 3-29, Kohoutek 3-70, Minkowski 1-5 und Purgathofer 1.
    Es gibt jedoch auch einige Sternbilder, die tatsächlich nur über einen Planetarischen Nebel verfügen. Das sind Caelum, Corvus, Fornax, Grus, Leo, Libra, Microscopium und Pisces.
    Die von mir hierfür verwendete Quelle ist eine umfangreiche Liste, welche von Kent Wallace herausgegeben und von Doug Snyder modifiziert wurde (Revision 6, August 2003). Leider ist diese Liste derzeit online nicht mehr verfügbar.

    Freundliche Grüße,
    Christian Weis
  • Sind Gravitationswellen wie Wasserwellen ?

    15.11.2015, Hans-Jürgen Schreyer, Kehlbach
    Wasserwellen kennt jeder und Schallwellen sind auch gut vorstellbar. In den Bewegungen der Membranen großer Lautsprecher kann man sie sogar indirekt beobachten. Für elektromagnetische Wellen haben wir im sichtbaren Licht auch ein Sinnesorgan, die Augen. In einem Oszilloskop sehen sie auch wie Wasserwellen aus.
    Kann man sich Gravitationswellen auch so vorstellen ?
    Antwort der Redaktion:
    Die kurze Antwort lautet: Ja und nein. Diese verlangt aber offensichtlich nach einer etwas ausführlicheren Erläuterung. Ich will es versuchen.

    Wenn man den Satz gelten lässt, dass elektromagnetische Wellen (genauer: ihre Feldstärke als Funktion des Ortes) in einem Oszilloskop aussehen wie Wasserwellen, dann ja. Gravitationswellen stellen wie jede andere Welle eine periodische oder auch nicht-periodische Variation einer physikalischen Größe im Raum dar, die sich selbstständig im Raum ausbreitet.

    Bei Wasserwellen zum Beispiel ist diese physikalischen Größe die unterschiedliche Höhe der Wasseroberfläche (relativ zu einer gedachten waagrechten Bezugsebene). Bei elektromagnetischen Wellen ist diese physikalischen Größe die elektrische und magnetische Feldstärke an jedem Punkt des dreidimenisonalen Raums, den die Welle durcheilt. Bei Gravitationswellen ist diese physikalischen Größe eine Verbiegung des Raums selbst, den diese Welle durcheilt.

    Die Krümmung, Dehnung oder Stauchung des vierdimensionalen Raums, der durch eine Gravitationswelle verbogen wird, kann im Prinzip ebenso wie die elektrische Feldstärke einer Radiowelle als Kurvenlinie auf einem Oszilloskop angezeigt werden - jedenfalls sobald man Gravitationswellen tatsächlich irgendwann einmal messen kann.

    Damit hören die Ähnlichkeiten und die Vorstellbarkeit allerdings auch schon auf. Die Unterschiede sind größer als die Gemeinsamkeiten: Die sichtbare Wasserwelle ist ein eindimensionales Phänomen (Höhe der Oberfläche) auf einem zweidimensionalen Raum (Fläche des jeweiligen Teichs, Flusses oder Ozeans). Die elektromagnetische Welle ist ein sechsdimensionales Phänomen im dreidimensionalen Raum. Und die Gravitationswelle schließlich ist ein 16-dimensionales Phänomen in der vierdimensionalen "Raumzeit" der Allgemeinen Relativitätstheorie. Bei der elektromagnetischen Welle besteht die oszillierende physikalische Größe nämlich aus je drei Komponenten der elektrischen und der magnetischen Feldstärke, und bei der Gravitationswelle aus den 16 Komponenten des sogenannten Metrik-Tensors, der die Struktur der Raumzeit beschreibt.

    Während eine Wasserwelle nur in einer Richtung schwingen kann (nämlich senkrecht, auf und ab), kann eine in einer bestimmten Richtung laufende Radio- oder Lichtwelle in zwei senkrecht zur Laufrichtung stehenden Orientierungen schwingen. Diese beiden sogenannten Polarisationen einer Lichtquelle kann man sich noch ganz gut vorstellen. Bei einer Gravitationswelle gibt es ebenfalls zwei mögliche Polarisationen - aber die sind ganz anders geartet und deutlich schwerer zu verstehen.

    Fazit: Schwierige Fragen erzeugen mitunter auch schwierige Antworten.

    U. Bastian
  • Herzlichen Dank 2015 !

    15.11.2015, Hans-Jürgen Schreyer, Kehlbach
    Auch dieses Jahr war es wieder ein Genuss, Sterne und Weltraum zu lesen. Viele unterschiedliche interessante Themen, tolle Bilder und sehr gute Informationen prägten wieder diese Fachzeitschrift. Herzlichen Dank dafür dem Verlag, dem Chefredakteur Dr. Uwe Reichert, seinem professionellen Team und allen Mitarbeitern, die für Sterne und Weltraum geschrieben und gearbeitet haben!
  • La Palma - Auf dem Roque de los Muchachos

    09.11.2015, Volker Hoff, Brühl
    Eine Reise nach La Palma ist faszinierend! Hier mein Reisebericht La Palma – Teil 4: Auf dem Roque de los Muchachos:
    http://volkerhoff.com/reisebericht-la-palma-teil-4-auf-dem-roque-de-los-muchachos/
  • Schade...SETI ist ohnehin vergeudetes Geld

    08.11.2015, Achim Morina
    Der Philosoph Terrence McKenna hat hierzu angemerkt: "Erwartungsvoll nach einem Radiosignal einer außerirdischen Quelle zu suchen ist wahrscheinlich eine genauso kulturgebundene Vermutung, wie die Galaxie nach einem guten italienischen Restaurant zu durchsuchen." (McKenna 1991)

    Zumal die Menschen sich selbst auf Außerirdische projizieren! Denn die Menschen können sich nichts anderes als sich selbst vorstellen, und genau deshalb auch dürfen ETs nicht weiter fortgeschritten sein. Alles ein hohl-aufgeblasener Anthropozentismus! Die von seiten SETI glauben ernsthaft, Außerirdische wären auf dem gleichen Stand wie wir - ja sehen noch genauso aus wie wir- , und hätten es darüber hinaus noch nötig, uns - die primitiven Menschen zu kontaktieren! So ein Quatsch. Für mich ist das alles nichts weiter als ein gerade grotesker Anthropozentrismus! Sie suhlen sich darin einzigartig zu sein … wenn sich das mal nicht rächt.
  • Folgerungen....

    07.11.2015, ricardicus
    Wenn auch angesichts des immer noch ziemlich unverständlichen Schweigens all der Aliens ;-)) die Vermutung einer Megazivilisation um KIC 8462852 an den Haaren herbeigezogen erscheint, so sind das m.E. die Schlussfolgerungen aus den Radioteleskopmessungen nicht weniger.
    Also, Mikrowellenemissionen von Raketentriebwerken in einer Megazivilisation? Es wäre doch wohl kaum eine Megazivilisation, wenn die da nicht das Problem des Feldantriebs gelöst hätten. Und hätte eine Megazivilisation Interesse daran, sich mit schmalbandigen EM-Signalen kenntlich zu machen? Weshalb sollten sie? Wer ein Dyson-Rad oder eine Dyson-Sphäre bauen und langfristig in einem relativ festen Sonnenabstand stabilisieren kann - nur dann macht ja der Bau überhaupt Sinn, hat so was sicher nicht nötig.
    Oder - falls sie gerade beim Bauen sind und die unregelmäßigen Sonnenbedeckungen von einem unfertigen Projekt herrühren, haben sie gewiss anderes zu tun, als sich in einer schwierigen Bau-Phase technisch (und dann wahrscheinlich auch ethisch) unreifen Nachbarn mitzuteilen.

    Man sollte in ein oder zwei oder vielleicht in zehn Jahren noch mal genau messen, ob sich die Signale dann nochmal mit dem Baufortschritt oder einer fertigen Dyson-Form modellieren lassen - das wäre vielleicht aussagekräftiger...

    Falls Leben ein universelles Prinzip ist, dann ist Bewusstsein das wahrscheinlich auch - natürlich kann ich mir beides nicht völlig getrennt denken (wie denn auch?) Das Fehlen von EM-Emissonen würde dann lediglich auf andere und uns bislang unbekannte Kommunikationstechniken hindeuten. Wäre interessant zu hören, was die Fachleute in 50 oder 100 Jahren dazu sagen - falls wir bis dahin nicht an unserer eigenen Angst gescheitert sind und die Menschheit "suicidiert" haben …
  • Übersetzungsfehler?

    06.11.2015, Björn Feuerbacher
    Herr Lingenhöhl schreibt: "...Schmalbandübertragungen im Bereich von einem Hertz, die außerirdische Zivilisationen nutzen könnten, um ihre Existenz zu verschleiern..."

    Im (verlinkten) Originalartikel steht aber: "...societies wishing to betray their presence..."
    "betray" heißt "verraten" - also genau das Gegenteil von "verschleiern".

    (Und die Überschrift des Artikels finde ich auch nicht gerade gelungen - zwei Wochen lange Beobachtungen in wenigen Spektralbereichen sind wohl kaum ausreichend, um da definitive Aussagen treffen zu können.)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Feuerbacher,

    vielen Dank - das hatte ich tatsächlich anders intepretiert (betray = betrügen = verschleiern)

    Ich habe das ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Fotos von der Oberfläche der Venus?

    05.11.2015, Simon Deutschl
    Im Artikel steht geschrieben, dass "es nur den sowjetischen Raumsonden der Venera-Serie in den 1970er und 1980er Jahren" gelang, Fotos von der Oberfläche der Venus zurück zur Erde zu funken. Sind diese Fotos irgendwo online zu finden?
    Antwort der Redaktion:
    Eine gute Quelle für Bilder der sowjetischen Venera-Raumsonden sind die Seiten des Amateur-Bildverarbeiters Ted Stryk. Er hat sich die Mühe gemacht, die alten Bilddaten aus Sowjetzeiten mit den modernsten Methoden der Bildverarbeitung zu behandeln und konnte so das Optimum aus den Aufnahmen herausholen. Sie finden seine Werke unter: www.strykfoto.org
  • Frage zur Animation

    29.10.2015, Danny Siegert
    Bei welchem der Objekte in der Animation handelt es sich um "WT1190F"?
    Antwort der Redaktion:
    Es handelt sich um das punktförmige, in der Animation nach rechts laufende Objekt. Die strichförmigen Objekte sind Sterne. Die Einzelbilder sind "auf den Asteroiden nachgeführt", weshalb dieser jeweils nicht in einen Strich auseinandergezogen wird. Aber die Gesamtanimation ist gemäß der Sternstrichlein aufeinandergelegt worden, so dass der Asteroid sich zwischen den stationären Sternen bewegt.
  • Sternschnuppe?

    27.10.2015, Hans Hopf
    Hallo,

    ich sehe auf dem Foto nur eine Flugzeug-Spur, aber keine Sternschnuppe.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Hopf hat Recht; das ist eindeutig ein Flugzeug.
    U. Bastian
  • Endlich

    25.10.2015, Ronny Witzgall
    Mit den Absichten, gefällt mir seine Einstellung. Endlich ein Mensch, der nicht in nationales Denken zurück fällt. Wichtig ist doch einzig, dass hier die Menschheit einen Schritt voran kommt. Und wenn das einmal noch andere begriffen haben, dann habe ich auch wieder Hoffnung...
  • Kugel...

    22.10.2015, Wolfgang Waas
    Inwiefern ist denn eine Kugel eine 'unregelmäßige Form'?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Waas,

    das ist in der Tat etwas missverständlich: Die Meteoriteneinschläge hatten Pluto deformiert, weil er aber noch aufgeheizt war, konnte er diese Dellen wieder "ausbügeln". Deshalb hat er unregelmäßige Form NICHT beibehalten. Ich habe noch ein 2. "nicht" eingefügt, um dies zu verdeutlichen.

    Vielen Dank
    Daniel Lingenhöhl
  • Planetendiskussion

    18.10.2015, Hans-Jürgen Leidt, Essen
    Ist es wirklich so wichtig, ob Pluto ein "Planet" ist? Reicht es nicht völlig, dass er "ist"? Schon länger ist eigentlich jedem Wissenschaftler klar, dass all die Hierarchien, Klassen und Kategorien den Menschen vor 2000 Jahren durchaus hilfreich waren, ihre Umwelt zu verstehen, inzwischen aber relativ überholt sind. Das Universum denkt nicht in Demarkationen, und wir sollten inzwischen den Punkt erreicht haben, wo wir sie auch nicht mehr brauchen.
  • Luftdruck?

    17.10.2015, T Zimmermann, Cedar Rapids
    Der Begriff Luftdruck ist im Falle Plutos etwas irreführend, oder irre ich mich da?
    Antwort der Redaktion:
    Atmosphärendruck wäre in der Tat der genauere Ausdruck, da das dünne Gas der Pluto-Atmosphäre keine der irdischen Luft ähnliche Zusammensetzung aufweist.
    U.B.
  • IC 1396

    16.10.2015, Franz Josef Kühmichel
    Bei der Bildübertragung ist mit ein Fehler unterlaufen. Das Bild ist eine Einzelaufnahme (kein Mosaik) deshalb berichtige ich für dieses Bild die Belichtungszeit HA/OIII/SII 135/90/105 min.