Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Entlastungskammern in der Cheops-Pyramide

    15.02.2015, Manfred Eberling, Hochdorf (Schweiz)
    In der Cheops Pyramide befinden sich die Königinnen-Kammer und die Königskammer.
    Letztere hat vier sogenannte Entlastungskammern, um den enormen Druck abzufangen. (?)
    Die Königinnen-Kammer besitzt keine solchen. Dabei ist sie weiter unten in der Pyramide. Da sollte doch der Druck noch größer sein.
    Dieses Paradoxon hat mir bis jetzt noch niemand erklären können.
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
    Antwort der Redaktion:
    Die sog. Königinnen-Kammer hat eine Grundfläche von ca. 5,775 m (11 Ellen) x 5,25 m (10 Ellen). Die Decke ist nicht horizontal, sondern als statisch verlässliches Giebeldach gestaltet, „das die Schubkräfte der darüber liegenden Pyramidenmasse auf das seitliche Kernmauerwerk ableitet“, wie es Stadelmann in „Die grossen Pyramiden von Giza“, 1990, S. 130 formuliert hat.

    Vergleichsweise hat die Sarkophag-Kammer ("Königskammer") eine Grundfläche von ca. 10,5 m (20 Ellen) x 5,25 m (10 Ellen). Ein statisch verlässliches Giebeldach wäre auch hier möglich gewesen, aber die Entscheidung fiel zugunsten einer horizontalen Decke. Diese Decke besteht aus horizontal verlegten Granitbalken, die 5,25 m frei überspannen. Die Baumeister mussten besorgt sein, ob die horizontale Decke das auf ihr lastende Gewicht aushalten würde. Die Lösung des Problems bestand in den fünf Entlastungszwischenräumen mit den darüber giebelförmig angeordneten Granitbalken. Wahrscheinlich wollte man die Gefahr dadurch weiter verringern, dass man die Grabkammer aus der traditionellen Position unter der Pyramidenspitze um 11 m (südlich) versetzte, was das direkt über der Kammer (gegenüber traditioneller Position) liegende Gewicht um 15% verminderte.

    Die Entlastungskammern sind eine Konsequenz daraus, dass sich der Bauherr oder die Baumeister für eine horizontale Decke in der Sarkophagkammer entschieden haben.


    Rolf Krauss
  • UDG ?

    26.01.2015, Peter Reigber
    Was hält denn solche UDGs zusammen, wenn sie so wenig Masse besitzen und schon so alt sind? Dunkle Materie?
    Antwort der Redaktion:
    Tatsächlich gehen die Forscher davon aus, dass die ultradiffusen Galaxxien (UDG) große Mengen an Dunkler Materie enthalten, so dass sich die Welteninseln über so lange Zeit halten konnten. Red.
  • Liedtext 'Imagine'

    23.01.2015, Steffen Heinrich
    Ich bin ja der Meinung, dass man, wenn man schon zitiert, auch richtig zitieren sollte - und John Lennon sagt in 'Imagine' eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was der Autor andeutet:

    "Imagine there's no heaven
    It's easy if you try
    No hell below us
    Above us only sky"

    Also kein "heaven" und nur "sky" ...
    Antwort der Redaktion:
    Der Autor meinte es durchaus genau so wie John Lennon, aber der Tippfehlerteufel hat die beabsichtigte Aussage leider in ihr Gegenteil verkehrt.

    Die Anmerkung von Herrn Heinrich bezieht sich auf S. 41 unten in SuW 2/2015.
  • Besser gehts nicht?

    20.01.2015, Peter
    Sonderbar, aus dieser relativ geringen Entfernung könnte man schon mit bloßem Auge mehr Details erkennen als "Dawn"! Gibt es keine besseren Bilder, beziehungsweise Kameras an Bord?
    Antwort der Redaktion:
    Die beiden baugleichen "Framing Cameras" an Bord der US-Raumsonde Dawn sind vor allem für die Erkundung ihrer Zielobjekte aus der Nähe konzipiert worden, übrigens in Deutschland. Sie verfügen daher nicht über große Optiken mit langer Brennweite wie andere Raumsonden-Kameras, die ihre Zielobjekte auch aus großer Entfernung im Detail erfassen müssen. Ende Januar 2015 wird aber die räumliche Auflösung der Bilder von Dawn die bislang besten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble deutlich übertreffen. Schon im Februar werden wir Ceres in nie gesehenem Detail erkunden können.

    Dr. Tilmann Althaus, Redaktion "Sterne und Weltraum"
  • Zirkumzenitalbogen

    06.01.2015, Klaus Weisensee, Glauburg
    Bei der hier abgebildeten Haloerscheinung handelt es sich um einen Zirkumzenitalbogen, der durch Lichtbrechung an hexagonalen Eiskristallen entsteht, die waagerecht in der Luft liegen. Er erscheint immer wie ein von der Sonne weggerichteter Regenbogen.

    Eine wunderbare Aufnahme!
  • Komet Lovejoy?

    03.01.2015, Gert Weigelt
    über den Spektrum-Online bereits berichtet hat, sollte in dieser schönen Auflistung nicht fehlen und zumindest ein Link auf den Lovejoy-Artikel. Ab 7.Januar öffnet sich das nächste Beobachtungsfenster.
  • Aminosäuren - der guten Ordnung halber SuW 1/2015 ,Seite 37

    18.12.2014, Dr.Dominik Dempf, Burghausen
    Aminosäuren sind organische Verbindungen mit mindestens einer Carboxyl- und
    einer Aminogruppe, und keine Molekülketten, wie in SuW 1/2015 Seite 37,Absatz 2,Zeile 2 von Herrn Gaßner dargelegt.
    Werden Aminosäuren miteinander verknüpft (Peptidbindung -NH-CO-) so entstehen 'Molekülketten', genannt Peptide.

  • Deuteriumanreicherung im Laufe der Zeit?

    16.12.2014, Michael Opsölder
    Es ist bekannt, dass bei der Destillation von Wasser durch den minimal höheren Dampfdruck von H2O gegenüber HDO bevorzugt H2O verdampft und sich das deuteriumhaltige HDO im Rückstand anreichert. Es ist vermutlich ähnlich beim Sublimieren des Wassers vom Kometen: Durch mehrere Vorbeigänge in relativer Sonnennähe verdampft beziehungsweise sublimiert bevorzugt H2O und HDO reichert sich an. Es ist aber wohl schwierig, abzuschätzen, wie stark diese Anreicherung im Laufe der Milliarden Jahre oder mit der Anzahl der Sonnenvorbeigänge voranschreitet. Ob es hierzu wohl schon Modellrechnungen gibt?
  • Wasser durch Asteroiden

    14.12.2014, Wilken
    Und wenn das Wasser erst nachträglich durch Kometeneinschläge auf die Planeten trifft? Ist nicht gerade Philae unterwegs um zu überprüfen ob das Isotopengemisch des Wassers auf dem Kometen mit dem auf der Erde übereinstimmt?
    Antwort der Redaktion:
    Richtig! Und es hat inzwischen eine klare Antwort gegeben. Siehe diverse Ergebnisberichte in "Sterne und Weltraum" und auf "Skyweek 2.0" im Internet.
  • Kalender für Sternfreunde wird 2015 nicht mehr aufgelegt

    30.11.2014, Otto Büttner-Jacobs, Germering
    Ich bin sehr enttäuscht, dass es den Kalender für Sternfreunde nicht mehr gibt. Für Schulen und Astronomische Vereine wird es schwieriger, eine fundierte Jahresplanung zu machen.
  • Parsec-Definition

    27.11.2014, Holger Nielsen, Støvring, Dänemark

    In der ersten Tabelle meines Beitrags habe ich tatsächlich die Astronomische Einheit scheinbar abgerundet angegeben (Seufz!) und diesen Wert in der Parsec-Definition benutzt. Wie dieser Fehler entstanden ist, kann ich nicht mehr nachvollziehen; er ärgert mich natürlich sehr. In der zweiten Tabelle habe ich jedoch den richtigen Wert (149 597 870 700 km) verwendet, die Angaben hier sollten also korrekt sein.

    Ziel meines Beitrags war, auf eine genaue Definition des Parsecs zu drängen. Aus Ulk habe ich den Wert auf den Millimeter genau berechnet. Ich wage es noch einmal: 1 pc = 30 856 775 814 913 672.789 m.
  • Rettete die Gravitation das All nach dem Urknall?

    25.11.2014, Bernhard Reddemann, Bad Homburg
    Wie haben die Forscher dieses Verhalten des Universums "beobachtet"?
    Antwort der Redaktion:

    Wenn ich den Text recht verstehe, dann handelt es sich hier um die hypothetische Lösung (spezielle Wechselwirkung des Higgs-Felds mit der Gravitation) eines hypothetischen Problems (Kollaps eines bestimmten Inflationsmodells). Hier sind also direkt gar keine Beobachtungen involviert - außer der Tatsache, dass das Universum sehr alt und im Mittel sehr flach ist, also außer der Tatsache, dass es deshalb anscheinend so etwas wie eine Inflation gegeben haben muss. Das hypothetische Problem, das hier gelöst wird, entsteht aus den - bisher unvollständigen und spekulativen - Versuchen, diese Inflation physikalisch genauer zu beschreiben und zu verstehen.

    U. Bastian
  • Zu genau? - Zur Definition des Parsec

    20.11.2014, Dr. Georg V. Zemanek, Schwäbisch Gmünd

    Leider ist das mit dem Parsec nicht so einfach wie Holger Nielsen es in SuW 12/2014 auf Seite 10 darstellt. Der von der IAU 2012 in Peking vereinbarte Wert beträgt AE = 149 597 870 700 Meter [2]. Herr Nielsen verwendet einen auf ganze km aufgerundeten Wert. Durch diese Rundung entsteht ein Fehler in der Größenordnung von 6*10E-11. Mit dem wird dann der Parsec-Vorschlag auf mm genau bestimmt. Das wäre auf jeden Fall zu verändern - wenn man denn keine weiteren Genauigkeitsüberlegungen anstellt.

    Der Wikipdia-Artikel zur Astronomischen Einheit erläutert sehr gut, dass die Astronomische Einheit gar kein so genauer Wert ist. Sie wurde mit unterschiedlichen Ephemeriden bestimmt und man muss auch noch darauf achten, welche Zeit man verwendet. Gegenüber der TDB (Baryzentrischen Dynamischen Zeit) hat die SI-basierte AE einen noch größeren Fehler von 10E-9. Alle von Holger Nielsen angeführten unterschiedlichen Rechenwege für das Parsec (Tangens, Sinus oder Winkelgröße direkt) haben untereinander Differenzen bei etwa 10E-11. Diese sind also kleiner als der Fehler, der beim Übergang von der TDB zur UTC (die man für SI verwenden müsste) entsteht.

    Das dürfte auch der Grund sein, weshalb die Astronomische Einheit und das Parsec nicht genauer bestimmt werden. Mit einem Parsec von 30,856776 Billionen Kilometer [1] dürfte der Genauigkeitsrahmen von Bestimmung und Messung für das Parsec bestens erfüllt sein. Wer ein Parsec genauer bestimmen will, muss erst noch dazu sagen, mit welcher Zeit er arbeiten will, sonst entsteht eine Scheingenauigkeit, und das kann nicht der Sinn einer Definition sein.

    Referenzen: [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Parsec;
    [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit.
  • "Reality TV" - Rosetta und die "Privaten"

    15.11.2014, Thomas Bernhard Schwalke, Düdelingen (Luxemburg)
    Die Landung der Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, wurde, nachdem sie jahrelang durch unser Sonnensystem geflogen ist, zu meiner Freude live auf 3SAT ausgestrahlt. Dass eine Sonde in einer Entfernung des 3,5 fachen Sonnen-Erdabstandes, mit einer 'Verspätung' von vielleicht einigen MINUTEN! haargenau aufsetzt, ohne Schaden davon zu tragen, ist eine Meisterleistung der ESA!
    Während einiger Interviews im Laufe der Sendung, schaltete ich kurz auf andere Sender um. Weder wurden die "so wichtigen Koch-shows" oder andere "Reality TV" Sendungen unterbrochen, noch andersartige Mitteilungen, wie zum Beispiel Einblendungen eines Textes mit den Neuigkeiten, ohne Sendeunterbrechung gemacht!
    Auch wenn die Funksignale der Sonde uns erst nach 28 Minuten erreichten, war diese Darbietung doch mehr "Reality TV" als der Schmonzes den wir tagtäglich vorgesetzt bekommen!
    Man kann froh sein, überhaupt noch einige wissenschaftliche Sendungen im Fernseher zu Gesicht zu bekommen!
    Da hat die Privat-Fernsehlandschaft mal wieder eine gute Gelegenheit verschlafen, ihr triviales Programm zu verbessern.
  • Wie alt ist das Universum?

    15.11.2014, Gerhard Goßler, Teisnach
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    meine Frage an Sie lautet. Das heutige Universum ist 13,8 Milliarden Jahre alt. In der Sterne-und Weltraumzeitung Ausgabe 5/2014 steht bei Leser Fragen-Experten antworten (S.10) "Galaxien am Limit - diskrepante Entfernungen" dass die Galaxie (z8_GND_5296) eine Rotverschiebung von z=7.51 besitzt. Die heutige Entfernung wird mit rund 30 Milliarden Lichtjahren angegeben. Wie kann eine Galaxie 30 Milliarden Lichtjahre entfernt sein, wenn das Universum 13,82 Milliarden Jahre entfernt ist und nichts schneller als die Lichtgeschwindigkeit ist? Mir ist auch die Formel nicht bekannt wo die Entfernung der Galaxie von 30 Milliarden Lichtjahren auf 18 Milliarden Lichtjahre verkürzt wird.



    Gerhard Goßler, Teisnach

    Antwort der Redaktion:

    Die Antwort lautet sehr einfach und - besonders für physikalisch Vorgebildete! - zugleich sehr überraschend: Weil sich das Universum mit Überlichtgeschwindigkeit ausdehnt.

    Dieser scheinbare Widerspruch zur Speziellen Relativitätstheorie wird in den vier Artikeln aufgeklärt, die in der von Herrn Goßler angeführten "Expertenantwort" aus SuW 5/2014 zitiert werden. Eine noch schönere Darstellung des Sachverhalts "Expansion mit Überlichtgeschwindigkeit" findet sich in Spektrum der Wissenschaft, Mai 2005 (Artikel von Charles H. Lineweaver und Tamara M. Davis). Es wäre nicht sinnvoll, diese Erklärung in einer Leserbriefantwort zusammenfassen zu wollen.

    Eine geschlossene Formel, die den Unterschied zwischen den zitierten 30 Milliarden Lichtjahren und den zitierten 18 Milliarden Lichtjahren darstellt, gibt es leider nicht - wie in der "Expertenantwort" aus SuW 5/2014 bereits ausgeführt wird.
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