Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Supermond Korrektur Leserbrief

    12.11.2016, Olaf Dieme
    Hallo Redaktion,
    mein Leserbrief vom Freitag zum Thema Supermond enthält einen kleinen Fehler, wenn ich mich recht erinnere, habe ich den Krater Kopernikus erwähnt, es muss aber Krater Tycho sein, der auffällig bei Librationsunterschieden in der Breite ist.
    Danke, Olaf Dieme.
  • WOW - 360-Grad-Milchstraßenpanorama

    11.11.2016, C. Woleig, Hamburg
    Super, super schön … danke für diesen Moment der Bedeutungslosigkeit bei all dem, was auf unserem Staubkörnchen gerade so los ist :-)

    Was für eine Arbeit …
  • Supermond verursacht Erdbeben

    11.11.2016, Lutz Hasse
    Die Zahl der Erdbeben wird wieder ansteigen.
    Antwort der Redaktion:
    Die einschlägigen Statistiken der Geophysiker sagen, dass kein merkbarer Effekt in Abhängigkeit von der Mondbahn existiert. Physikalisch muss es ihn geben, aber er ist offenbar so klein, dass er in der Realität irrelevant ist.
  • Supermond mit hoher Libration

    11.11.2016, Olaf Dieme, Bochum
    Hallo Supermondfreunde, Hallo Redaktion,
    dieser Supermond hat noch etwas besonderes zu bieten, eine besonders hohe Libration in Breite von über +6° (geozentrisch). Damit kann besonders gut der Nordpol des Mondes gesehen werden. Der Strahlenkrater Tycho im südlichen Mondteil rückt viel weiter Richtung Südpol. Diese Kippelbewegung (Libration) des Mondes kann mit zwei an verschiedenen Tagen aufgenommenen Fotos (natürlich mit unterschiedlicher Libration) erkannt werden.
    Ein Beispiel ist mein erstes eingereichtes Leserbild vom 12.11.2008, fast genau 8 Jahre vorher, auch um den Vollmond herum. Hier war die Libration in Breite genau anders herum, etwa -6°. Der Vergleich mit dem aktuellen Foto wird am Montag interessant sein.
    Allen klare Sicht am Montag.
  • Neuronale Netze

    10.11.2016, Dirk Patze
    Also sollte man doch Menschen hinschicken, oder Lander, die das Landemanöver in allen möglichen Varianten durchgespielt haben, und über ein neuronales Netzwerk auf abweichende Situationen mit entsprechenden Änderungen des Timings etc. reagieren.
    Sind die NN schon soweit?
    Antwort der Redaktion:
    Die neuronalen Netze ja, aber der Rest der Technik ist der schwierige Teil ...
    (siehe Artikel)
  • Koordinaten des Weißen Zwergs mit Sauerstoffatmosphäre

    05.11.2016, Ulf Poschmann
    Der im Kurzbericht "Die große Ausnahme – Weißer Zwerg mit Atmosphäre aus Sauerstoff" in SuW 11/2016, S. 23, erwähnte Weiße Zwerg ist unter den Bezeichnungen "SDSS J124043.43+671035.9" und "LSPM J1240+6710" in SIMBAD (http://simbad.u-strasbg.fr/simbad/sim-fbasic) auffindbar.
  • Warum liegt der so einfach rum?

    04.11.2016, Rene Vollmer, Delft, Holland
    Hallo,
    ich habe jetzt schon mehrfach dieses Bild gesehen und mich gefragt, warum der Meteorit da einfach so rum liegt, als wäre er ein Stück Schlacke, den ein Mitarbeiter des Hochofens da vergessen hat. Sollte der nicht in einem großen Einschlagkrater, platt gedrückt und/oder zerschellt und/oder ins Gestein eingedrungen sein? Ich würde mich sehr über eine Erklärung freuen!

    Liebe Grüße aus Hamburg!
    Antwort der Redaktion:
    Dieser Meteorit hat nur die Größe eines Golfballs, so dass er selbst durch die dünne Marsatmosphäre stark abgebremst wurde. Somit war er nicht mehr schnell genug, einen Einschlagkrater in die Marsoberfläche zu reißen.

    Manche der größeren Meteoriten, welche die anderen Marsrover entdeckt haben, könnten schon seit mehreren Milliarden Jahren auf dem Mars liegen. Sie traten zu einer Zeit in die Marsatmosphäre ein, als diese noch wesentlich dichter als heute war. Daher wurden sie ebenfalls genug abgebremst, um keine Einschlagkrater zu erzeugen. Unter den extrem trockenen Bedingungen der heutigen Marsoberfläche bleiben Meteoriten wohl wirklich Milliarden Jahre bestehen, ohne zu verwittern. Auf der Erde halten sich Meteoriten in der Wüste oder in der Antarktis allenfalls wenige 100000 bis Millionen Jahre.
  • Geisterhaftes Grün?

    02.11.2016, Karl Bihlmeier
    Ist das "geisterhafte Grün" der Aufnahmetechnik zuzuschreiben oder würde dieser Teil des Krebsnebels tatsächlich dem nahen menschlichen Sternreisenden in dieser Farbe des sichtbaren Spektrums erscheinen? Im Bild erscheinen übrigens auch alle umliegenden Sonnen grün.
    Antwort der Redaktion:
    Das hängt mit der Aufnahmetechnik bei diesem Bild zusammen und repräsentiert den Farbbereich des verwendeten Filters.

    Daniel Lingenhöhl
    Spektrum.de
  • Resonanzen

    31.10.2016, Gerhard Forster, Heidelberg
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in der SuW-Novemberausgabe schreiben Sie auf Seite 21 etwas zu den Resonanzen. Im System Erde-Mond herrscht eine 1:1 Resonanz, also eine gebundene Rotation. Im System Merkur-Sonne liegt eine 3:2 Resonanz vor. Ich stelle mir vor, daß die (Wahrscheinlichkeit einer) Resonanz eine Funktion des Abstandes von 2 Himmelskörpern ist, da dies ja sicherlich von der Gravitation und den Gezeiten-Einflüssen abhängt. Außerdem denke ich daß Resonanzen immer im eingeschwungenen Zustand auftreten (bei ERde-Mond war das ja früher anders).
    Meine Fragen dazu sind:
    1.) Ist eine Resonanz immer ein Verhältnis von zwei ganzzahligen Werten?
    2.) Gibt es auch Resonanzen der anderen Planeten/Monde?
    3.) Vermutlich nimmt ja die Wahrscheinlichkeit einer Resonanz der weiter außen gelegenen Planeten zur Sonne - aufgrund ihres Abstandes ab. Ist das richtig?
    4.) Gibt es auch Resonanzen bei Doppelsternsystemen?

    Vielen Dank schon mal im Voraus.
    Antwort der Redaktion:


    1. Ja, das ist die Definitions-Bedeutung des Wortes Resonanz. Das ist auch in der Wortkonstruktion schon enthalten, die man als Mitklingen oder Mitschwingen übersetzen koennte. Ein "Mit"schwingen geht aus Prinzip nur in einem harmonischen (ganzzahligen) Frequenzverhältnis.
    2. Im Sonnensystem sind bezüglich der Sonne hier nur Merkur und Venus betroffen. Bei den Planeten untereinander gibt es eine 3/2-Resonanz zwischen Neptun und Pluto und den übrigen Plutinos. Und bei Monden gibt es diverse Resonanzen, sowohl bezüglich der Bahnen als auch der Rotationsperioden.

    3.) Ja, besonders bei Rotations-Resonanzen, da diese von Gezeitenkräften verursacht und stabilisiert werden, und weil Gezeitenkräfte sehr stark mit der Entfernung abnehmen. Bei Bahnresonanzen gilt ähnliches.

    4. Ja, sowohl Bahn- als auch Rotationsresonzen.
  • Neptun oder Vulkan – Planet Nine, Dunkle Materie oder?

    23.10.2016, Peter Pohling, Dresden
    Die Entdeckungen der Planeten Uranus und Neptun sind wunderbare Erfolgsgeschichten der Newtonschen Theorie der Gravitation. Albert Einsteins Theorie dagegen entzog 1915 der Vulkan-Hypothese zur Erklärung der abweichenden Periheldrehung des Merkurs den Boden, meint Matthias Steinmetz: „Erst eine vollkommen neue Theorie der Gravitation konnte die Abweichungen erklären.“ Die heutige Technik – besonders der Astrometrie-Satellit GAIA - wird mit Riesenschritten die Sicht auf unser Sonnensystem erweitern. Planet Neptun ist „nur“ 30,1 AE entfernt, der hypothetische Planet Nine wird bei 250 AE vermutet und das Objekt 2014 FE72 entfernt sich bis zu 3000 AE. Matthias Steinmetz schreibt auf Seite 46, dass die Gravitationstheorie „die Bewegung der Sterne unserer Milchstraße“ nicht erklären kann. Es ergibt sich für uns die faszinierende Frage: Könnten sich die Beobachtungen zu hoher Geschwindigkeiten von Fritz Zwicky bei Galaxienhaufen und von Vera Rubin bei Spiralgalaxien am Horizont unseres Sonnensystems wiederholen?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr gute Frage! Klare Antwort: Ja und nein.

    Wenn diese Wiederholung von Herrn Pohling so gemeint ist, dass die "kosmologische" Dunkle Materie, also die von Zwicky und Co., einen merklichen Beitrag zur Bewegung von Körpern im Sonnensystem liefern könnte/sollte, und dass da draußen die Geschwindigkeiten insgesamt höher als erwartet sein könnten, dann lautet die Antwort ganz klar nein. Dazu kann es in unserer Nähe bei weitem nicht genug Dunkle Materie geben. Das wurde in einer Leserbriefantwort in SuW 10/2012 näher erläutert.

    Wenn diese Wiederholung allerdings so gemeint ist, dass da draußen vielleicht nur in gewissen Bereichen auffällige Geschwindigkeiten beobachtet werden könnten, dann lautet die Antwort ja. Ganz genau darum geht es letztlich bei der gegenwärtigen Diskussion um den Planeten Neun. Das wäre dann allerdings eher eine Wiederholung der Entdeckung des Neptun (oder z.B. von Sirius B) als eine Wiederholung der Entdeckung der "kosmologischen" Dunklen Materie. Wenn der Planet Neun denn existiert, dann ist er derzeit noch dunkle Materie im eigentlichen Sinn - nämlich gravitierend und unsichtbar, so wie es zu Zeiten einmal Neptun oder der Weiße Zwerg bei Sirius waren.
  • Transmissionsspektrum einer Planetenatmosphäre

    22.10.2016, Markus Harder, Bremen
    Im Artikel "Wüste oder Wasserwelt - wie habitabel ist Proxima b?" in Sterne und Weltraum vom November 2016 wird angeführt, dass das Transmissionsspektrum der Atmosphäre eines Planeten gemessen werden kann, falls der Planet direkt vor der Scheibe seines Zentralsterns vorbeizieht.
    Theoretisch sollte es doch möglich sein, solch ein Transmissionsspektrum auch dann zu messen, wenn der Planet nicht vor seinem Zentralstern, sondern vor einer anderen hinreichend hellen Lichtquelle, etwa einem anderen Stern im Hintergrund, vorbeizieht. Wäre solch ein Ansatz in Messungen tatsächlich durchführbar?
    Antwort der Redaktion:
    Im Prinzip ist das möglich, und es ist mit Planeten unseres eigenen Sonnensystems auch schon verschiedentlich mit gutem Erfolg gemacht worden. In der Praxis dagegen ist so etwas bei extrasolaren Planeten nie zu erwarten. Erstens passiert es einfach so gut wie nie, dass ein so ferner Planet vor einem unbeteiligten Stern vorbeizieht. Und zweitens müsste die sowieso schon mit dem vielen Licht des jeweils "eigenen" Sterns verdammt schwierige Messung dann statt dessen mit dem winzigen bisschen Licht auskommen, das der ferne Planet von dem noch ferneren Stern erhält - und dieses dann auch noch von dem brüllend hellen Licht des "eigenen" Sterns trennen und unterscheiden können.
  • Wir fusionieren mit dem Astromedanebel?

    18.10.2016, Martina Franca, Apulien
    Ich würde astronomische Summen darauf setzen, dass dies nicht passieren wird.
    Antwort der Redaktion:
    Und ich würde in gleicher Höhe dagegen wetten. Es ist praktisch unvermeidlich, dass es passiert. Aber: Die Wette kann erst in einigen Milliarden Jahren ausgezahlt werden. Meine Bank hat es auf Anfrage abgelehnt, meinen Wetteinsatz auf so lange Zeit auf einem Sperrkonto festzulegen. Schade ...

    Schöne Grüße, Ulrich Bastian
  • Methodenfrage

    17.10.2016, Rüdiger Schulz
    Man kann die Suchmethode mit einem sehr weitmaschigen Netz vergleichen. Man erwischt damit nur die sehr großen Fische. Und so wie große Fische tendenziell die kleineren wegschnappen, sind zu große Planeten für terrestrische Planeten offenbar ein Existenzhindernis. Die Gravitationswirkung dieser Riesen auf die Gas- und Staubscheibe ist zu radikal. Durch den extremen Massezuwachs reduziert sich ihr Umlaufradius bis in die Regionen, wo ihre Schwerkraft die Bahn der inneren Felsenplaneten in katastrophaler Weise beeinflusst. Aber das ist eben nur die messbare Wirklichkeit der Sonnensysteme mit Superjupiter. Die anderen Sonnensysteme erscheinen derzeit messtechnisch schlicht planetenfrei. Und das gilt für die übergroße Mehrheit aller Solosonnensysteme. Es könnte jedoch durchaus sein, dass es in diesen Systemen ein regelrechtes Gewimmel kleiner Planeten gibt. Wir wissen es einfach nicht.
  • Perigäum/Apogäum

    16.10.2016, Thomas Bernhard Schwalke, Düdelingen(Luxemburg)
    Beim Studieren der Ephemeriden des Mondes ist mir aufgefallen, dass die Abständes des Mondes, (Perigäum/Apogäum) nicht immer gleich sind. Das heisst: Es gibt Perigäumsabstände, die einmal grösser, einmal kleiner sind. Das Gleiche hat man bei den Apogäumsabständen. Wie ist das möglich?
    Antwort der Redaktion:
    Das liegt daran, dass die Mondbahn nicht nur durch die Kräfte zwischen Mond und Erde erzeugt, sondern auch durch die Sonne wesentlich mit beeinflusst wird. Dadurch ist sie keine reine Kepler-Ellipse, sondern sie wird jahreszeitlich unterschiedlich "verbogen". Die Verbiegung fällt unterschiedlich aus, je nachdem, ob die Gravitation der Sonne grade in Richtung der Perigäums-/Apogäums-Linie oder schräg dazu oder rechtwinklig dazu am Mond "zupft".
  • Gesamtmasse des Universums unverändert?

    15.10.2016, Gert Weigelt, Dresden
    Ändert sich durch diese Entdeckung etwas an der heute angenommenen Gesamtmasse des Universums oder wird diese nur 10 mal mehr in "Einzelstücke" geteilt?
    Antwort der Redaktion:
    Letzteres ist der Fall. Es gibt mehr und im Durchschnitt kleinere Galaxien als bisher gedacht. Besonders im noch jungen Universum. Die gesamte Zahl von Sternen und die gesamte Masse im Universum wird durch diese neue Untersuchung nicht (merklich) geaendert.
    U.B.