Liniennetz mal anders

Die Pläne von S- und U-Bahn-Netzen sehen für viele Reisende ziemlich verwirrend aus. Forscher schaffen Abhilfe - mit Linienplänen, die auf psychologischen Studien beruhen.
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Schneller durch Berlin
© Maxwell J. Roberts, www.tubemapcentral.com
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Viele Berliner kennen "ihren" S- und U-Bahn-Plan längst auswendig. Touristen und Neulinge überfordert das Knäuel aus bunten Linien allerdings schnell. Wie gut es sich erschließen lässt, ist vor allem eine Frage der Darstellung. Der britische Psychologe Maxwell J. Roberts hat sich deswegen zur Aufgabe gemacht, die Linienpläne von Großstädten lesbarer zu gestalten.

Sein Rezept: klare Linienführung, rechte Winkel, konzentrische Kreise. Jeden seiner Entwürfe testet Roberts in empirischen Studien. Probanden sollen dann möglichst schnell eine Station finden oder eine Route austüfteln. Offenbar gelingt ihnen das mit neuen Plänen wie diesem von Berlin wesentlich fixer als mit den herkömmlichen. Die Verkehrsbetriebe der ausgewählten Großstädte wollten sich bislang allerdings nicht von ihren altbewährten Designs trennen. Roberts stört das nicht, denn er gestaltet seine Pläne ohnehin eher für Forschungszwecke – und zum Spaß.

Mehr Netzpläne von Maxwell J. Robert finden Sie hier.

Int. J. Hum.-Comput. St. 71, S. 363 – 386, 2013