Gehirn und Geist Dosier 1/2014
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Allerdings ist daran nicht allein die Sozialisation schuld, wie Forscher zeigten. Selbst Affenweibchen spielen lieber mit einer Puppe als mit einem Auto, und bei Affenmännchen ist es umgekehrt. Der lange Arm der Biologie reicht bis ins Erwachsenenalter hinein. Allerdings sind die biologisch bedingten Unterschiede in der Regel klein. Die Stereotype beeinflussen uns gleichwohl so stark, dass sie unbewusst wie eine selbsterfüllende Prophezeiung wirken.

Das Dossier bündelt die wichtigsten Artikel zum Thema Geschlechterunterschied, Rollenverteilung, Attraktivität und Partnerschaft aus "Gehirn und Geist".

Inhalt:

Die Macht der Hormone
Mann und Frau unterscheiden sich in einigen kognitiven Fertigkeiten, die sich teils im Mutterleib anbahnen, teils von Geschlechterstereotypen beeinflusst sind.

Weibliche Symmetrie
Zwei Hirnhälften sitzen in unserem Kopf. Unsere Geschlechtshormone bestimmen, wie wir die beiden Hemisphären nutzen.

Schön ist relativ
Empfinden Frauen und Männer Formen und Farben unterschiedlich?

Pro und Kontra: Darf man Ethnien und Geschlechter per IQ-Test vergleichen?
Nein, denn das schüre Vorurteile, sagt der Mediziner Matthias Wenderlein. Der Persönlichkeitspsychologe Jens Asendorpf hält dagegen: Die Forschung sei legitim, solange man die Ergebnisse richtig interpretiere.

Steinzeit-Klischees
Männer sind Jäger, Frauen Nesthocker – das war schon in grauer Vorzeit so!? Die Archäologin Linda R. Owen widerspricht.

Mann : Frau = ?
Das Zahlenverhältnis der Geschlechter fällt von Region zu Region verschieden aus. Welche Folgen hat es, wenn eines deutlich in der Überzahl ist?

Interview: "Sexismus ist heute subtiler"
Herrenwitze als Thema für Sozialpsychologen: Die Sexismusforscherin Julia Becker erklärt den schmalen Grat zwischen Chauvi und Charmeur.

Führung ist (auch) weiblich
Der Frauenanteil in den Chefetagen hiesiger Unternehmen ist nach wie vor gering. Ein Grund: Wir schreiben Führungsqualitäten eher Männern zu. Doch das lässt sich ändern.

Im falschen Körper
Transsexuelle haben das Gefühl, entgegen ihrem körperlichen Geschlecht "eigentlich" ein Mann oder eine Frau zu sein. Die Störung könnte in einem vorgeburtlichen Ungleichgewicht der Sexualhormone wurzeln.

Interview: "Mit dem Alter steigt die Sicherheit der Diagnose"
Der Frankfurter Psychotherapeut Bernd Meyenburg berät Jugendliche mit Geschlechtsidentitätsstörung.

Betörender Anblick
Psychobiologen versuchen, ein uraltes Geheimnis zu lüften: Was macht manche Gesichter attraktiver als andere?

Blond sein zwischen Witz und Wirklichkeit
Die Medien präsentieren gerne das Klischee der attraktiven, einfältigen Blondine. Forscher ergründen, woher das Stereotyp stammt und wie es uns beeinflusst.

Der Natur nachgeholfen
Die einen finden kosmetische Operationen so normal wie Diäten und Fitnesstraining, die anderen pochen auf ein natürliches Körperideal. Die Psychologin Ada Borkenhagen erforscht, wie sich Schönheits-OPs auf Psyche und Wohlbefinden auswirken.

Drum surfe, wer sich ewig bindet
Partnervermittlungen im Internet setzen auf ausgeklügelte Verfahren, um ihre Kunden zu verkuppeln. Doch deren Nutzen ist fraglich.

Interview: "Ein Spiel, das man nur gewinnen kann"
Wie suchen und finden Menschen einen festen Partner? Der Psychologe Franz J. Neyer untersucht die Regeln der Partnerwahl.

GuG-Infografik: Kleine Psychologie des Eheglücks
Die meisten Menschen heiraten aus Liebe. Und doch würden viele ihren Partner später nicht noch einmal heiraten! Beziehungskiller, Trennungsgründe und Indizien für langlebige Zweisamkeit – die wichtigsten Tatsachen rund ums Jawort.

Biologie der Treue
Ein einmaliger Liebesakt bindet Wühlmäuse biologisch für den Rest ihres Lebens aneinander. Auch die zwischenmenschliche Bindung unterliegt dem Einfluss von Genen und Hormonen.

Die dunkle Seite der Liebe
Männer reagieren auf sexuelle Untreue eifersüchtig, Frauen auf emotionales Fremdgehen – so die gängige Theorie von Evolutionsbiologen. Stimmt das?

98 Seiten, ISBN 978-3-943702-56-9, € 8,90